Varga Máté: Középkori és kora újkori aranypénzek. A Kaposvári Rippl-Rónai Múzeum éremgyűjteménye 1. (Kaposvár, 2015)

Goldmünzenprägung in Europa und Ungarn

GOLDMÜNZENPRÄGUNG IN EUROPA UND UNGARN Die ersten Goldmünzen wurden im 6. Jahrhundert vor Chr. auf dem Gebiet des kleinasiatischen Lydien geprägt, wo Elektronstatere mit einer Gold-Silber Legierung die Kurantmünzen waren. Auf diesen Münzen ist ein Löwenkopf, das Symbol von Lydien, zu sehen. Die antiken Griechen übernahmen den Gebrauch der Münzen, aber aus Gold wurde bei ihnen nicht Münzen, sondern Schmuck, Gebrauchs- und Kirchengegenstände hergestellt. Unter der Herrschaft von Philippos II. und Alexander dem Großen wurden Goldmünzen (Stater) wieder geprägt. Später erschienen die Goldmünzen, die Aurei, auch auf dem Gebiet des Römischen Reiches. Ab dem 4. Jahrhundert, in der Zeit von Konstantin dem Großen, wurden schon Solidus und Tremissis (ein Drittelstück eines Solidus) geprägt. Auf der Münzvorderseite einer römischen Münze erschien meistens ein Kaiserbildnis mit einer seinen Namen und seine Amtstitel beinhaltenden Umschrift. Auf der Rückseite wurden verschiedene Motive wie z.B. Götter, Waffen oder Militärzeichen, sowie die Prägestätte gezeigt. Der spätrömische Gebrauch der Prägung setzte sich teils im Reich Ostroms oder in Byzanz fort. So wurden Goldmünzen weitergeprägt, (Solidus) und Gold aus Byzanz war für hohe Qualität weltweit berühmt. Auf der Vorderseite erschien weiterhin ein Kaiserbildnis, allerdings schon nur stilisiert. Auf der Rückseite waren Viktoria-Abbildungen, Erzengel und Kreuze zu sehen. Später erschienen Söhne oder die Mitregenten der Herrscher. Die Umschriften wurden anfangs auf lateinisch geschrieben, später wurde auch die griechische Schrift verwendet. Schließlich löste das Griechische die lateinischen Buchstaben völlig ab. Die Byzantiener versuchten oft mit Geld den Frieden von den Nachbarvölkern zu erkaufen, oder sie wurden als Söldner gegen andere Völker angestellt. So konnten Byzantinische Münzen in die Händen der Awaren und auch der Ungarn gelangen. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches begann eine neue Zeitrechnung in Europa - der Epochenwechsel zwischen Altertum und Mittelalter. Das römische Geldsystem hatte geendet, aber seine Wirkung war noch jahrhundertelang zu erkennen. Stattdessen wurde in der Zeit von Karl dem Großen das Denarsystem eingeführt. Jahrhundertelang wurden keine Goldmünzen geprägt, höchstens gelegentlich in Europa hergestellt: Roger der II. Herzog von Apulien (1102—1154) hat um 1140 Goldmünzen prägen lassen (Abb. 2-3). Aber das Geldsystem der Karolingerzeit geriet im 13-14. Jahrhundert in eine Krise, deshalb brauchte man neues, wertbeständiges, dauerhaftes Geld. Das erkannten zuerst die italienischen Städte, demzufolge wurden ab 1252 Goldmünzen in Florenz geprägt (Abb. 4). 9

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