L. Kapitány Orsolya: Somogy megye népmüvészete, 2001
Német nyelvű rezüme (Kovács Renate)
22. Männer-Hemdbrust, im Kreuzstich bestickt. Angefertigt in der zweiten Hälfte des XIX. Jahhunderts. Németegres. RRM 1384. In der Gegend um Karád - Kötcse - Törökkoppány trugen die Männer bis in die 1920er Jahre aus weißem Baumwollstoff gefertigte Hemden mit weißer Stickerei, deren Kragen, Manschetten und Hemdbrust im gleichen Stil, aber mit abweichendem Muster gefertigt wurden. Besonders in Törökkoppány waren die mit rotem Kreuzstich bestickten Männer- und Frauenhemden verbreitet. In Buzsák waren gleichzeitig Stickereien im alten Stil auf handgefertigtem Hanf- oder Baumwollleinen neben Bauernstickereien und einer reichen Auswahl an Stickereien im neuesten Stil vertreten. Die Technik der Applikation verbreitete sich um die Jahrhundertwende. Besonders bei der Verzierung der Betttücher und Bettdecken wurde „Linnen auf Linnen" beliebt bzw. die Verwendung von rotem Kattun-Grundmaterial. In den 1900er Jahren begann mit Unterstützung und unter der Leitung der Gesellschaft der Balatoner Heimwerker und der am Ort wohnenden Komtessen von Széchenyi die Auftragsanfertigung von Karáder und Buzsáker Stickereien zur Ausschmückung städtischer Wohnungen und Ferienhäuser am Balaton. Dies wurde in der Zeit von 1952-1999 von der HeimwerkerGenossenschaft Süd-Balaton (Dél-Balatoni Háziipari Szövetkezet) in Siófok weiterentwickelt. Mit der Neugestaltung der Stickerei aus Buzsák beschäftigen sich bis heute einige ausgezeichnete Künstler mit bedeutenden Ergebnissen. Entlang der Drau trugen die kroatischen jungen Frauen bis in die 1940er Jahre das sog „pocelica", ein über dem Haarknoten getragenes, im Nacken verstärktes, besticktes breites Band. In den an das Komitat Tolna grenzenden ungarndeutschen Gemeinden blieben am längsten Stickereien nach freier Zeichnung und mit Kreuzstich auf das Heim schmückenden Textilien erhalten. 1908 wurde vom reformierten Pastor Endre Kajál in Balatonendréd der erste Klöppellehrgang organisiert, um immer mehr Mädchen und Frauen aus den umliegenden Gemeinden Arbeit zu verschaffen. Diese Initiative wurde vom Museum für Handwerkskunst durch fachliche Beratung und Mustermaterial unterstützt. Im 1936 eröffneten Haus für Volkskunst in Tihany wurden schon künstlerisch angefertigte Klöppelspitzen aus Balatonendréd vorgestellt und verkauft. Marianna Varga 23. Klöppelspitze aus Balatonendréd. Klöppelhaus Kájel. 528