L. Kapitány Orsolya: Somogy megye népmüvészete, 2001
Német nyelvű rezüme (Kovács Renate)
18. Junges Ehepaar in Szilvásszentmárton. RRM F S 800. Aufnahme von Sándor Gönyey Ebner, 1931. m 19. Frauen aus Csököly weißer Trauerkleidung. RRM F 2480. Aufnahme von Sándor Gönyey Ebner, 1926. Ensemble aus Leinenhose-Hemd, Leinenhose-Hemd-Schürze, ergänzt damit, dass die Männer schwarze Filzmützen, Bundschuhe, Leibchen, „szűr" Tuchmäntel trugen und nur wenige Stiefel. Die Anmerkung stammt aus dem südwestlichen Gebiet des Komitats. Aus den äußeren Gebieten Somogy's und aus den Sió- und S árvíz-Gebieten wurden damals schon Erweiterungen der Farbskala der Trachten aufgezeigt. Die Frauen trugen an Festtagen bunte Kattonkleider, ihre Röcke wurden kürzer, aber ihre Leinenhemden waren reichlich gefältelt. Die Männer dieser Gegend kauften sich für den Winter schon ein Hosen-WesteMantel-Gewand aus Tuch. Ende des XVIII. Jahrhunderts begann der Austausch der Filzmützen gegen Hüte, das Weglassen der Bundschuhe zu Gunsten der Stiefel, Opanken, Pantoffeln, Sandalen. Das Färben der Leinen-Oberbekleidung wurde zu Beginn durch das Erscheinen der deutschen Blaufärber begünstigt, beliebt wurden aber auch weinrote und schwarze Acces-soieres der Trachten. In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts war das Färben der Trachten üblich, aber die Veränderungen betrafen auch den Schnitt der Kleidungsstücke aus Leinen. Man begann, an Stelle der gerade geschnittenen Hemdsärmel und im Rücken kurzen Männerhemden längere Hemden mit Manschetten und Kragen zu tragen. Besonders die Herausbildung einer Vielfalt von Haar- und Kopftrachten, Kopfbinden, und Hauben sind in dieser Epoche auffallender, die Röcke, Hosen werden weiter und mancherorts auch die Schürzen. Üblich wurde bei den Frauentrachten die Farbe Blau für den Wochentag, Schwarz für Feiertage, die jungen Frauen bevorzugten Weinrot. Bis Ende des XIX. Jahrhunderts wurden bei den Männern Hemden und Mäntel im bürgerlichen Schnitt populär. Neben dem Tragen von Stiefelhosen kamen auch Pantalons in Mode. Die frühere weiße Leinenoberbekleidung blieb bei den Reformierten des Zselic und Belső- Somogy als weiße Trauerkleidung oder Kirchentracht zu Karfreitag bis Mitte des XX.Jahrhunderts erhalten. Bei den seit den 1920er Jahren in der Modegestaltung immer vorangehenden Frauentrachten der Dörfer des Koppány-Gebiets und Kaposmente trat eine Nachblüte ein. Anderswo kann man von einem allmählichen Verschwinden der Bauerntrachten sprechen. In den 1950er Jahren verbreitete sich unter den ungarischen und deutschen Frauen auf Grund der Auswirkung der Städte das Tragen von engen Röcken, Kostümen und kurzen Haaren. Bei den kroatischen Frauen in der Umgebung von Lakócsa begann dieser Vorgang erst Ende der 1960er Jahre. Judit Knézy 526