Maróti Éva szerk.: Régészeti tanulmányok Pest megyéből (Studia Comitatensia 22. Szentendre, 1991)

Ottományi Katalin: Késő római kerámia a leányfalui őrtoronyból

Das vollständige keramische Material des bislang aufgedeckten Teiles des Wachturmes beinhal­tet ungefähr 1200 Stücke. Ungefähr die Hälfte von ihnen, 54,5% ist Hauskeramik, 19% glasiert. Die gleiche Menge an Gefäßen ist von geglätteter Obefläche. 5,3 % wurde mit eingeglätteter Verzierung hergestellt. Noch weniger waren handgeformte, zusammen nur 3 %. Im Vergleich zu anderen spätrö­mischen Fundstellen gab es auffallend viel glasierte und eingeglättete Keramiken. Die Formen betrachtend stellen wir fest, dass die Bruchstücke fast zu gleichen Teilen aufgeteilt sind: Schüssel 39% und Töpfchen, Topftypen 45%. Krüge sind mit 16,5% vertreten, aber wenn wir die Zusammensetzung mit anderem Siedlungsmaterial vergleichen, ist die Zahl verhältnismßig hoch. Bruchstücke von Becher und Vorratsgefäßen kamen nur vereinzelt vor. Unter den Schüsseln waren meistens die tiefen Schälchen oder Schüsseln mit dem sogenannten „S" Profil vertreten. Diese gehören hauptsächlich zur Hauskeramik und waren selten geglättet (Tafel 16—18). Die Form ist für die Keramiken der späten Römerzeit nicht charakteristisch, innerhalb Pan­noniens verbreitete sie sich nur in einigen Gabieten, z.B. Donauknie (Leányfalu, Tokod, Pilismarót), in der Umgebung von Carnuntum und in Süd-Pannonien. Dafür war sie im Barbaricum gewöhnli­cher, z. B. in der Marosszentanna-Csernyahov-Kultur des 4. Jahrhunderts und im 5. Jahrhundert in den mährischen Gebieten. Sehr charakteristisch für das Material von Leányfalu ist noch der Typ der Schälchen und Teller mit dem horizontalen Rand. Er wurde hauptsächlich mit Glasur hergestellt. An Rand sind eingeritzte Wellenlinien und Eindrückungen zu finden (Tafel 9—12). Die Form stellt eine der charakteristischsten Gefäßtypen der Keramik des 4. Jahrhunderts dar. Sie ahmte die Metallgefäße nach und diese Imitation dehnte sich im 4. Jahrhundert als weitverbreitete Mode aus. Innerhalb der Schälchen gibt es eine seltene Form, die auf einem hohen Fuss steht. Ihre Analo­gien finden wir in Tokod, im mährischen Gebiet und bei den Sarmaten. Sie kann von den römischen Räucherschalen mit ähnlichem Fuss abgeleitet sein. Die typische Schüsseln form der Werkstatt von Leányfalu ist die bikonische Schüssel, die in an­deren pannonischen Siedlungen ebenfalls selten vorkommt (Tafel 3—5). Ihre Verzierung ist meistens ein eingeglättetes Gittermuster oder ein mit Einkerbungen kombiniertes Dreieck. Aufgrund der Maßvariationen des 17. und 19. Typs könnte die Werkstatt ganze Serien hergestellt haben. Die Form verbreitete sich am Ende des 4. und zu Beginn des 5. Jahrhunderts allgemein im Donauknie. Seine frühsten rundlichen Varianten sind die Gefäße von Leányfalu und die Stücke aus Mähren, die mit eingeritzten Wellenlinien verziert sind und aus ähnlicher Zeit stammen. Diese Form lebt hier in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts mit schon eingeglätteter Verzierung weiter. Ihre spätesten Varia­tionen wurden zu Beginn des 6. Jahrhunderts in stark bikonischer Ausführung hergestellt (Ternitz). Die Verzierung der handgeformten bikonischen Schüsseln (X-förmige Einschneidungen und Kännelicrungen) bindet sie zu der quadischen Keramik, die Form des 21. Typs geht auf den elba­germanischen Ursprung zurück (Tafel 5—5a). Von der gebräuchlichen spätrömischen Schüsseln form (Schüssel mit eingebogenem Rand, Reib­schüssel) gibt es nur wenig in Leányfalu. Die Hälfte der Schüsseln mit eingezogenem Rand wurde mit Glasur hergestellt. Es kommt noch eine tiefe Schüsseln form mit konischem Grund vor, die ein gegliedertes Oberteil (Typ 10a— 14) oder einen horizontalen Rand hat, z.B. Typ 57. Beide sind auf die frührömische Kera­mik zurückzuführen. Die Krüge können wir aufgrund ihrer Formen in drei Gruppen aufteilen. Schon Alföldi erkannte davon die ersten zwei größeren Gruppen. I. Gefäße mit engem Hals, gewöhnlich mit einem Henkel. Unter ihnen kann man weiterhin zwei 91

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