Beke László (szerk.): Instruktiv + Inter + Konkret. Művészet Malom Szentendre, 21. November - 26. Januar 2015 (Sankt Augustin, 2014)
10. Roland de Jong Orlando
10.Roland de Jong 10.1 Symposium Modulbasierte Skulpturale Konstruktionen Am Ende meines Studiums an der Kunstakademie in Amsterdam (1990) begann ich, mich darauf zu konzentrieren, auf dem elementarsten Weg eine Skulptur zu erstellen durch einfaches Schneiden von Balken und Wiederzusammensetzen der Teile. Nachdem ich einen Balken zerschnitten hatte, konnten die beiden Teile nur ordentlich wieder zusammengesetzt werden (anders als in der ursprünglichen Position) indem einer von ihnen um volle 180° gedreht wird, was die Möglichkeiten, etwas Dreidimensionales zu schaffen, ziemlich begrenzt. Ich wollte ein Modul, das aus einem quadratischen Balken geschnitten werden könnte und mir die Möglichkeite geben würde, leicht dreimdimensionale Formen zu schaffen. Es stellte sich heraus das das Modul, das ich suchte, nicht ein Modul war sondern zwei: eine Form und sein Spiegelbild. An einem empirischen Weg begann ich verschiedene Kombinationen mit diesen beiden neuen Modulen zu machen. Die Wiederholung von nur einem Typ von Modulen hatte das Resultat eines verdrehten Balkens. Durch Alternierung beider Module (eins-eins, zwei-zwei oder drei-drei) wurde eine Kreisform geschaffen. Mit diesen beiden Modulen und allen ihren möglichen Kombinationen habe ich in den nächsten Jahren eine Reihe von Arbeiten erstellt, wobei ich mit den Faktoren Rhythmus und Flarmonie spielte. Nach einiger Zeit brauchte ich einen neuen Impuls. Ich wollte, dass meine Skulpturen eine unregelmäßige innere Progression haben, also begann ich zu experimentieren, indem ich die Schnittwinkel veränderte. Neben der Linie und dem Kreis wurde damit eine andere geometrische Form in meiner Arbeit eingebracht: die Spirale. Da ich das Element „Wachstum“ eingeführt hatte, wurden meine Skulpturen natürlicher und dynamischer. Die Tatsache, dass diese Skulpturen in einer solchen Logik aufgebaut waren, erleichterte es, in Zusammenarbeit mit lokalen Metallfabriken von einem kleinen Holzmodell eine Stahlskulptur von monumentaler Größe herzustellen. Um nur einige zu nennen: zwei große Doppelspiralformen wurden in der Nähe der Einfahrt in einen Wohnbereich aufgestellt, eine 11 Meter hohe Spirale wurde in der Nähe von einem städtischen Gebäude installiert und eine große Stahlskulptur wurde auf dem Spielplatz einer Grundschule aufgestellt, so dass die Kinder darauf klettern konnten. Viele Jahre habe ich über die Verwendung von Kombinationen dieser Module geforscht. Auch wenn ich manchmal andere skulpturale Ansätze ausprobierte, bin ich immer wieder zu diesen Modulen zurückgekommen und habe immerwieder neue Möglichkeiten entdecken können. Vielleicht mache ich das deswegen, weil meine Module nicht nur die Ausführung einer Idee sind - so sehr ich für Regeln im Schaffensprouzess bin und so sehr meine Skulpturen die Ergebnisse dieses rein systematischen Ansatzes waren. Sie sind das Ergebnis eines künstlerischen Prozesses, wobei eins zum anderen führt. Sie sind das Ergebnis eines Spiels mit Formen. Ich erforsche und nutze derzeit noch immer diese Module für laufende Projekte, wobei ich jedes Mal versuche, neue Anwendungen für sie zu finden. Die Kombination und Neuordnung dieser Module nach einem mehr oder weniger systematischen Ansatz führt oft zu Skulpturen, die einfach aussehen, aber komplex in der Struktur sind. Und doch möchte ich nicht dass meine Skulpturen nur der Beweis für einige mathematische Regel oder ein numerisches System sind. Schliesslich ist die erste Erfahrung, die man hat, wenn man ein Kunstwerk anschaut, von ästhetischer Natur. Erst danach folgt die intellektuelle Erfahrung, vorausgesetzt, dass man die Ordnung, Proportionen oder andere Regeln die ein Künstler angelegt hat, versteht. Diese geistige Erfahrung führt dazu, dass die ästhetische Wertschätzung der Kunst intensiver werden kann. 121