Wehner Tibor: Hommage a Vaszary: A Kuny Domokos Múzeum képzőművészeti kiállítása (Tata, 1997)
Vaszary — diese Wendung ist für ihn wirklich charakteristisch — 'Kind seiner Zeit', ^W ^m das Ende des Jahrhunderts, der Jahrhundertwende, der Jahrzehnte als ein geeigne^ ^ ter junger Künstler, das trockene und kleinkarierte System der Bildung der Kunstakademie verachtent (obwohl Bertalan Székely — wie später erzählt — Vaszary für seinen meistbegabtesten Zögling hielt), bildete sich zuerst in München, dann in Paris weiter. Er wollte seine geistige EJnabhängigkeit, wie es sich bald herausstellte — und das muß hier gleich betont werden — weder dort noch andersort, nicht einmal zuhause, aufgeben, weder als junger noch als reifer Künstler. Er hielt sich keine schnell vergehenden Stilrichtungen vor Augen, wie mehrere seiner Zeitgenossen, eine künstlerische Beziehung hatte er — ungachtet seinen Anfängen — mit dem lebendigen, vollwertigen Leben, mit der so aufzufassenden Kunst, mit der weiten Natur, eine zeitlich — räumlich entfernte, oder moderne künstlerische Methode, Anschauung, Versuch, konnte bei ihm nur als eine erlebnisartige, visuelle Erfahrung Verstand und Aufnahme finden. Eine solche Gestalt, ein solch außerordentliches Talent konnte kein Liebling der Kunstgeschichte sein, die sich größtenteils nach stilistischen Schemen orientierte, konnte desto weniger das sein, wenn seine Pinsel und seine Ledern noch in den 60er Jahren von der Sehnsucht nach dem Ausdruck neuer oder neuartiger Erlebnissphären, manchmal sogar zur Selbstzerstörung führte: „Er war das Enfantes terrible der ungarischen Malerei..." — schrieb der Kunsthistoriker Ottó Mezei in seiner Einleitung zu den Vaszary — Schriften, die vor einigen Jahren in Tata veröffentlicht wurden, und die die Malerpersönlichkeit darstellenden Charakterzüge und charakteristischen Merkmale könnte man als Leitfaden sogar für die Schaffenden unserer Tage empfehlen. Die hervorragende Herausgabe der ausgezeichneten, als Quellen wertvollen Vaszary-Schriften und die in Tata gestalteten, die die Vaszary-Traditionen pflegenden Ausstellungen beweisen auch, daß der Geist dieses großformatigen Malers gegenwärtig lebendig ist in der an künstlerischen Traditionen so reichen Kleinstadt Transdanubiens. (Es ist natürlich, daß sich bei der Bewahrung des von János Vaszary geprägten künstlerischen Erbes Probleme ergeben: So ist es auch in der nach den Plänen von Thoroczkai-Wigand erbauten ehemaligen Vaszary-Villa bis heute unverwirklicht — dem Geist des Testamentes entsprechend wirken zu lassen, „künstlerisch zu nutzen"; im Garten des Tataer Hauses des Künstlers, im ehemaligen Atelier werden leider auch in unseren Tagen keine neuen Werke geboren...) Nach der Ehrung des Malers im Jahre 1993 wurde die Ausstellung Hommage á Vaszary jetzt im Kreise der Graphiker ausgeschrieben, mit dem Ziel der Pflege des geistigen Vermächtnisses des herausragenden Malers, des Bewahrung seines künstlerischen Erbes, die Tataer Vaszary-Traditionen neu zum Leben zu erwecken und weiterzuführen, der Erschielßung der Werte und künstlerischen Lehren des Lebenswerkes Vaszarys, in erster Linie der Graphiken. Raum gegeben wurde dem Hinweis, dem Zitat, der Interpretation, der Neubewertung, wohlverstanden, die in Schemen, in Konventionen weit überschrittenen graphischen Möglichkeiten — vergleichbar mitder Malereikollektion von 1993 — wieder niveauvollen, schufen sie dem Geiste Vaszarys würdige Kunstwerke; ab7