László János (szerk.): Komárom-Esztergom Megyei Múzeumok közleményei 20. (Tata, 2014)
Bartus Ádám et al.: Jelentés a Komárom-Szőny, Vásártéren 2012-ben folyatott régészeti feltárások eredményeiről
BARTUS-BORHY-DELBÓ-DÉVAI-KIS-NAGY-SEY-SZÁMADÓ-VIDA des oben behandelten Hofes, dessen Oberfläche - nachdem die Metallurgiewerkstatt aufgegeben und ausgeräumt wurde - durch drei, parallel zu einander verlaufende Gräben gestört wurde. Im südlichen, sog. „wirtschaftlichen Trakt” der Häuser, im Schnitt Dig kam die mit Kiesel bedeckte, in der letzten Benutzungsphase jedoch mit Steinplatten ausgelegte Oberfläche eines grossen Hofes ans Tageslicht. Eine im Jahre 1795. geprägte österreichische Bronzemünze (6 Kreuzer) liefert uns einen Hinsweis darauf, wann diese Steinplatten, von denen jedoch eine einzige noch erhalten geblieben ist, entfernt worden sein dürfen. Man konnte weiterhin feststellen, dass die schmale Gasse, die die beiden Gebäude im nördlichen Bereich der Wohnhäuser voneinander trennte, sich hier nicht fortsetzt. Im Schnitt Aig kam eine massive, 30-50 cm dicke Dachschuttschicht, aber ohne architektonischer Kontext ans Tageslicht. Während der zu behandelnden Grabungskampagne sind insgesamt 14 bestempelte Ziegel ans Tageslicht gekommen, von denen die Mehrzahl (13 Stück=92,8%) zu den in Brigetio stationierten Militäreinheiten zuzuschreiben sind. 4 davon erwähnen die seit dem 2. Jh. n. Chr. ständige Garnison von Brigetio, die légió I Adiutrix Pia Fidelis (28,5%, Ziegelstempelkatalog 1-4), 1 gehört der légió XXX Ulpia Victrix, die zwischen 105-114 n. Chr. in Brigetio stationiert wurde (0,78%, Ziegelstempelkatalog 5). Ein fragmentarischer Stempel erwähnt eine Auxiliareinheit, mit grosser Wahrscheinlichkeit die cohors VII Breucorum aus dem 3. Jh. n. Chr. (0,78%, Ziegelstempelkatalog 6). In auffallend hoher Zahl (6 Stück, 42,8%, Ziegelstempelkatalog 7-12) sind die Stempel der danubischen Flotteneiheit, der Classis Flavia Histrica vertreten, die alle durch einen immer negativ in die Oberfläche eingedruckten Stempel von äusserst schlechter Qualität charakterisiert werden können. Schliesslich, durch ein einziges Stück (0,78%, Ziegelstempelkatalog 13) sind sogar Privatfirmen anwesend, nämlich die mit dem Stempel Atiliae firma versehenen Produkte einer Privatziegelei, die vermutlich im 2. Jh. n. Chr. in Carnuntum tätig war. Zwar kann ein einziger Stempel nicht aufgelöst werden (Ziegelstempelkatalog 14), wird theoretisch zu den Stempeln militärischen Inhaltes zugeschrieben. Das in Brigetio hergestellte Keramikmaterial stellt alle Typen der römerzeitlichen Keramik des 2. und 3. Jhs. n. Chr. dar. Die meisten Produkte dürfen in der Töpfersiedlung von Szöny-Kurucdomb bzw. Szőny-Gerhát hergestellt worden sein. Von den Funden des Grabungsjahres 2012 ragen Fragmente eines Gesichtsgefässes, bzw. Imitationen von Drag. 54 und Consp. 20 Terrasigillatengefässe hervor. Das Vorkommen von Gläsern, sowohl von Anzahl, als auch von charakteristischen Typen kann mit den vorigen Grabungskampagnen verglichen werden. Doch fallen einerseits das Fehlen von Tafelgeschirr für Getränke, andererseits die überwiegende Zahl der Speichern- und Transportsgefässen von blaugrüner Farbe ins Auge. Auch die Anzahl von Fragmenten von Fensterscheiben ist etwas geringer als in den früheren Grabungsjahren. Während der vorigen Grabungskampagnien war die geringe Anzahl (1-2% des gesamten Glasmaterials) der blaugrünen Gläser, die im Grabungsmaterial von 2012 in wesentlich höherer Zahl (20% des Gesamtmaterials) vertreten werden. Fast jedes Fragment von blaugrüner Farbe gehört zu den Viereckflaschen, und die meisten stammen aus Schichten oberhalb des Kellers (Schnitte L15 und L16). Damit kann diese prozentuell gesehen höhere Anzahl der blaugrünen Produkte vielleicht mit der Anwesenheit des Kellers erklärt werden. Die im Laufe der Grabungskampagne 2012 ans Tageslicht gebrachte Importkeramik fügt sich ins bisherige Keramiksprektrum gut ein. In grössten Zahl kamen Fragmente der Schwarzfirniskeramik (52 Stück) vor, unter denen 23 Individuen bestimmt werden konnten. Die rätische Keramik wird durch 29 Fragmente (13 Individuen) vertreten, während ein einziges Stück mit der norditalischen Dünnwandschalen in Verbindung gebracht werden kann. Was die Form der Gefäße anbelangt, kann man feststellen, dass einerseits die Fragmente der kleinfromatigen Becher zum Trinkservice gehörten, andereseits ein grossformatiges Gefäß mit etwas dickerer Wand vielleicht als Krug bestimmt werden kann, der zur Gruppe der rätischen Keramik gehört. Es kamen weiterhin 30 Firmenlampenfragmente (Loeschcke X=Iványi XVII), ein blattförmiger Öllampenhenkel (Loeschcke III=Iványi III, Iványi IV), bzw. ein mit Weintraube und Rankenmotiv verziertes Schulterfragment einer Öllampe vor, die dem Typ Iványi X=Broneer XXVII gehörte. Während der Grabung 2012 kamen 9 Amphorenfragmente vor. In den Amphoren von Typ Dressei 2-4 wurde aus Hispánia Tarraconensis, Südgallien und Italien Wein von guter Qualität zwischen Mitte des 1. und Mitte des 2. Jhs. n. Chr. nach Pannonien transportiert. In den Amphoren Dressei 24/ Zeest 90 kam Wein, Ostern oder Olivenöl zwischen Ende des 1. und Ende des 2. Jhs. n. Chr., vermutlich aus dem ägäischen Raum oder von der kleinasiatischen Küste in der Provinz an. Ein Amphorenfragment aus Rhodos beweist, dass man mit einer Import von griechischem Wein zwischen Mitte des 1. und 2. Jhs. n. Chr. in Brigetio ebenfalls rechnen muss. Die Bewohner von Brigetio konsumierten Olivenöl aus der istrischen Halbinsel. Untersucht man das Fundmaterial der Grabungskampagne 2012, kann man feststellen, dass Ähnlich zu den früheren Grabungsjahren, die Kleinfunde mit dem Alltagsleben in Verbindung gebracht werden können. Doch ermöglichen uns die Fund70