Kiss Vendel: Végvári élet Tatán. Kuny Domokos Megyei Múzeum, Tata. Kiállítás a tatai várban. 1992. október – 1993. április.

Die Tataer Burg war bis 1526 ein Lust- und Jagdschloß der un­garischen Könige und spielte, da es sich in der Mitte Ungarns be­fand, keine bedeutende militärische Rolle. Erstmals spielte sie eine solche in der Periode nach der Schlacht bei Mohács im Krieg des Johann Zápolya und Ferdinand von Habsburg um den Thron des Landes. 1526 ist sie im Besitz Johanns, 1527 Ferdinands, danach wird sie für kurze Zeit 1529 von dem gegen Wien ziehenden Sulei­man I. erobert, 1540 gehört Tata wieder Johann. Nach der Erobe­rung Budas 1541 verändert sich die Situation der Burg, sie wird ein Element des die Expansion der Türken aufhaltenden Grenzburgen­systems. Als Vorburg für das Wien schützende Győr hatte sie eine wichtige Aufgabe beim Aufhalten der türkischen Raubstreifzüge. Mehrmals und auf unterschiedliche Art wechselte sie bei den Kämpfen gegen die Türken ihren Besitzer. 1543 übergab die Besat­zung ohne Widerstand die Burg an Suleiman, der sie zerstörte. Sie wurde schnell wieder aufgebaut, 1558 aber wieder türkisch, dies­mal durch die Nachlässigkeit der Burgbesatzung. 1566 eroberte sie General Salm nach harter Belagerung von den Türken zurück, in den Jahren darauf begann ein bedeutende Verstärkung der Burg. Unter der Leitung des Bauinspectors Orban Suess wurden in der Zeit von 1586 bis 1586 die das mittelalterliche Schloß schützenden Umfassungsmauern und Basteien dem italienischen Befestigungs­system entsprechend errichtet. Die verstärkte Burg bereitete den Türken große Sorgen, die Soldaten der Tataer Besatzung führten kleinere Kriegszüge bis nach Buda durch — dem Standquartier im türkischen Ungarn. Ende des 16. Jahrhunderts brach ein neuer Krieg gegen die Türken (der sog. 15 jährige Krieg) in Ungarn aus. Großwesir Sinan eroberte 1594 nach zweitägigem Beschuß die Burg. Miklós Pálffy gewann sie im Frühjahr 1597 mittels einer neu­en Waffe — der Petarde — nach überraschendem Zuschlagen zu­rück. Die Bedeutung der Burg wird durch die Tatsache unterstri­chen, daß von der Rückeroberung zahlreiche Stiche angefertigt wurden und mehrere deutsche „Zeitungen" von diesem Ereignis berichteten. Im Herbst 1597 wurde sie wieder kurzzeitig von den Türken besetzt, im folgenden Jahr aber vom Herzog Adolf Schwar­zenberg nach hartem Kampf zurückgewonnen. Am Anfang des 17. Jahrhunderts spielte sie eine Rolle bei den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Habsburger Ab­solutismus und den ungarischen Ständen. Zusammen­fassung 30

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