Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.
A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien
BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN 2.2.3.3. Die weiteren Figuren und die Ergänzungsmotive Ähnlich, wie die zum zentralen großfigurigen Motiv, können zu allen anderen Figuren und Ergänzungsmotiven klassische Vorbilder und provinzielle Parallelen gefunden werden. 2.2.3.3.1. Die Girlanden (Abb. 9.) Die Darstellung von bunten, aus mehreren Blumen- und Fruchtsorten zusammengestellten Girlanden war in Italien allgemein verbreitet, besonders in der süd- und mittelitalischen bzw. etruskischen Grabmalerei. 41 In der römischen Wandmalerei taucht die in gerader Richtung verlaufende Girlande auf, wie z.B. im tablinum der Casa degli Amanti bzw. in der Casa di Poppea. 42 In den bunten Girlanden des Deckengemäldes von BrigetioVásártér finden wir keine realistische Blumen oder Früchte, aber die aus fünf-sechs Pünktchen punktierten blauen, gelben, grünen, roten, weißen Rosetten - wie die Girlanden sowohl in Pompeji, 4 ' als auch in den Provinzen, z.B. in Commugny 44 vorkommen - versinnlichen die pflanzlichen Ornamente. Geanuso verbreitet und beliebt waren die in durchhängenden Bogen angeordneten Gebinde zur Dekoration von Wänden: ein der bekanntesten Beispiele stellt die Girlande aus der Casa del Centenario in Pompeji dar, 45 während in der Casa del Criptoportico wurde eine dem ganzen Rand der Wand entlang durchziehende, äußerst imposante Girlande gefunden. 46 Auf dem Palatin in Rom, in der Casa di Livia ist eine zwischen zwei Säulen durchhängende, sehr realistisch wirkende Girlande zu sehen, die verschiedene Früchte, Ähren, unterschiedliche Blätter und bunte Bänder aufweist: 47 die Girlanden des Deckengemäldes von Brigetio-Vásártér versuchen vielleicht den Eindruck eines ähnlichen, aus mannigfaltigen Blumen, Früchten und Blättern bestehenden Gebindes für den Betrachter zu versinnbildlichen. Ähnlich, wie bei den um ein zentrales Bild herum angeordneten Deckendekorationen, kann man auch bei den Girlanden eine Vereinfachung und Schematisierung des Grundschemas im Laufe des 3. Jhs n.Chr. beobachten. 48 41 Borda a.O. (Anm. 9) 180. 42 G. Ccrulli Irelli - M. Aoyagi - S. Di Caro - U. Pappalardo, Pompeianische Wandmalerei. StuttgartZürich 1990, Taf. 157-158: die Linienführung der Decke wird von parallel zu ihr geführter Girlande begleitet, die aus blauen und weißen Schuppen besteht, aber zuweilen kann man auch die rosettenartige Punktierung - die den Eindruck von Blumenblättern erwecken - beochaten. 4 ' In der Exedra der Casa délie Nozze d'Argento: H. G. Beyen, Die pompejanische Wanddekoration vom zweiten bis zum vierten Stil. Haag 1938-1960, II, 4, Abb. 7. 44 Borda a.O. (Anm. 9) 69: die in diesen Girlanden dargestellten Blumen verfügen über je fünf Blumenblätter aber daneben werden auch realistische Blätter und Früchte veranschaulicht. 45 Cerulli Irelli et al. a.O. (Anm. 42) Taf. 96: im Hintergrund ist der Vesuvius sichtbar, die Girlande hängt im Vordergrund des Bildfeldes herunter (und sitzt ein Vogel darauf) - heute im Nazionalmuseum in Neapel. 46 Beyen a.O. (Anm. 43) 19, Abb. 39. (s. die Beschreibung ebenda Il.a, 106f.). 47 Ebenda II, 67, Abb. 232; Borda a.O. (Anm. 9) 182. 48 Ebenda 128: Sepolcro di Clodio Emete im Cimiterio di S. Sebastiano (Rom, um 240 n.Chr.). ACTA • ARCHAELOGICA • BRIGETIONENSIA 87