Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.
A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien
mm BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN 2.2.3.3.2. Die Panther (Abb. 10. a-b-c-d) Exotische Tiere erscheinen auf römischen Wandmalereien sowohl allein, wie z.B. in Ostia, auf einem Wandgemälde der Casa degli Aurighi, 49 als auch - ähnlich, wie in BrigetioVásártér - als Ergänzungsmotive, in gerahmten Bildfeldern. Auf einem Wandgemälde der römischen Villa im tripolitanischen Zliten (Dar Buch Ammera) sitzt Dionysos auf einem schreitenden Panther, der seinen Kopf zurückwendet. 50 Die Anwesenheit der Panther auf dem Deckengemälde von Brigetio-Vásártér, zusammen mit anderen Symbolen, wie thyrsoi (Abb. 11.) von den Seitenwänden bzw. die Porträtköpfe aus dem Schnitt E14 (s. unter 2.3.1-2.3.4), zeigen vielleicht in die Richtung eines dionysischen Bildprogramms, die erst später, nach Vollendung der Restaurierung richtig erkannt, bestimmt und interpretiert werden kann. Die Tatsache, daß dionysische Symbole wie thyrsoi, Panther zusammen mit der Darstellung der nach Ikonographie der Nereide auf Seepferd bemalten Reiterin vorkommen, kann offenbar durch den Geschmack des Bestellers erklärt werden: er hat wahrscheinlich aus den vom Maler vorgelegten Musterbuch die für ihn wohlgefälligen Figuren ausgewählt, und den Auftrag zur Verfertigung dieses pasticcio gegeben. Auch bei den Panthern kann die Unternehmungslust der Künstler beobachtet werden: die Panther, von denen zwei fast vollständig, ein weiterer stark fragmentarisch ans Tageslicht gebracht wurde, 51 zeigen solche Merkmale, auf deren Grund man annehmen kann, daß sie nicht mit Hilfe einer Schablone, sondern mit freier Hand bemalt wurden. Der Schwanz des Panthers Nr. 2 (Abb. 10.b) streckt sich über das rote Bildfeld hinaus. Man kann jedoch einen großen Unterschied im Stil und Niveau zwischen den Gestalten der zentralen Kreiskomposition und den Panthern beobachten. Obwohl es noch verfrüht wäre über Bestimmung von „Meisterhänden" zu sprechen, kann man feststellen, daß die Reiterfigur von einem Maler mit hohen künstlerischen Kenntnissen - vielleicht vom Leiter oder vom erfahrungsvollsten Maler dieser Schule - bemalt wurde, während die Panther von über geringere Kenntnisse verfügenden Maler — vom Gehilfen oder von Lehrlingen - verfertigt worden sind. 2.2.4- Zusammenfassung, Auswertung und Datierung des Deckengemäldes Die Darstellung einer nach dem klassischen Vorbild und der Ikonographie auf einem Seepferd reitenden Nereide bemalte Reiterin auf dem Deckengemälde von Brigetio-Vásártér fügt sich in die Entwicklungsgeschichte der römischen Kunst hinein. Diesen Prozeß, der sich nach Ende des sog. „vierten pompejanischen Stil" einsetzte, kann man mit dem Nachleben der Darstellung von nackten weiblichen Gestalten, die ikonographisch von den Nereiden abzuleiten und aus ihrem ursprünglichen mythologischen Kontext herausgerissen sind, erklären. L. Curtius hat diesen Prozeß in seinen beeindruckenden Worten im 49 Ebenda 305. 50 Ebenda 307. 51 Vom vierten Panther steht z.Zt. nur noch das blaue Rahmenmotiv mit einem winzigen Fragment der Ecke des roten Bildfeldes zur Verfügung. Während der Kampagne sind noch mehrere Fragmente, die zu den dritten und vierten Panthern gehören können, gefunden worden, sind aber noch nicht ins Bildfeld hineingefügt. 88 ACTA "ARCHAELÜGICA •RRIGETIONENSIA