Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 24. (Szolnok, 2015)

Régészet - Prohászka Péter–Horváth Tünde: Balogh Béla jelentései Szolnok megyei lelőhelyekről és leletekről

TISICUM XXIV. - RÉGÉSZET Péter Prohászka-Tünde Horváth Die Aufzeichnungen Béla Baloghs über Fundstellen und Funde vom Komitat Szolnok lm Komitat Jász-Nagykun-Szolnok wirkten zahlreiche Laienforscher vor dem Zweiten Weltkrieg, die die Denkmäler vergangener Epochen sam­melten und erforschten. In einem früheren Beitrag wurde die archäolo­gische bzw. organizatorische Tätigkeit von Dr. Béla Balogh, Gründer des Museums in Szolnok, dargestellt. Der gebürtige Kassauer Béla Balogh (1890-1947) besetzte seine Stelle im Hauptgymnasium zu Szolnok 1918, wo er hauptsächtlich Erd- und Naturkunde lehrte. Balogh studierte an der Universität Péter Pázmány Naturkunde und Erdkunde, wo er aber auch die Lehrveranstaltungen des Anthropologischen Institutes besuchte. Zu seinen Professoren gehörte der weltberühmte Anthropologe Aurél török, in dessen Institut und Museum er auch mit archäologischen Funden in Berührung kam. Gegenüber den anderen Laienforschern hat er wegen seinen anderen Beschäftigungen nur wenige Ausgrabungen gemacht. Er begann seine Feldforschungen erst beim Dammbau 1924 am westlichen Ufer des Flusses Zagyva, wo er aber hauptsächlich die ans Tageslicht gekommenen Funde sammelte und nur wenige Ausgrabungen machen konnte. Balogh notierte seine Beobachtungen und Ausgrabungen, wobei er die Fundstellen bzw. Funde auch zeichnete. Er sandte sein mit Karten und Fundzeichnungen reich versehenes Manuskript im Jahre 1928 ins Museum um die Veröffentlichung in Archaeologiai Értesítő zu erwirken. Obwohl es da nicht veröffentlicht wurde, blieb sein Bericht im Archiv des Nationalmuseums erhalten. Neben diesem Manuskript befinden sich noch drei Berichte Baloghs im Archiv, die in diesem Beitrag veröffentlicht werden. Im ersten beschrieb er seine Feldbegehung in Pusztakengyel, wo er zahlreiche Keramikbruchstücke sammelte. Die Keramikscherben deuten auf eine neolitische bzw. spätkupferzeitliche Siedlung in der Fundstelle. Ein anderer Ort seiner Feldbegehung war die von Szolnok nordöstlich befindliche sogenannte Feketeváros, wo er früh- und mit­telbronzezeitliche Keramikscherben sammelte, welche in seinem zweiten Bericht dargestellt worden. Er sandte aber auch einen Bericht ins Nati­onalmuseum, in dem er zahlreiche Funde der Gymnasialsammlung bzw. seiner Privatsammlung zeichnerisch darstellte. Leider waren die Fundor­te dieser Gegenstände unbekannt. Die beschriebenen bzw. gezeichneten Funde und seine Karten waren auch im Jahre 1927 in der geographischen Ausstellung im Szolnoker Hauptgymnasium anlässlich der Wandersitzung der Ungarischen Geo­graphischen Gesellschaft (Magyar Földrajzi Társaság) ausgestellt. Über die Ausstellung und die ausgestellten Funde lies er einen kurzen Bericht im Jahrbuch des Gymnasiums erscheinen. Zum Glück blieben seine Be­richte an das Ungarische Nationalmuseum erhalten. Die Aufzeichnungen Béla Baloghs sind wichtige Quellen zur archäologischen Topographie vom Komitat Szolnok, die erst nach 90 Jahren für die archäologische Forschung nutzbar werden. Übersetzt von Péter Prohászka 126

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