Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)

Történettudomány - László András Horváth - Katalin H. Simon - Ungewöhnliche Gedanken über einen Meeresgott

Történettudomány | anders geschehen. Der in der erwähnten Hymne kurzge­tasste Mythos hat eine eindeutige Nachricht: Um ihre erha­bene Funktion erfüllen zu können, soll das ewige Feuer für ewig „rein" bleiben. Zum Lohn bekam Hestia vom Zeus das schöne Amt und die Würde, den Frieden auf dem Olympus zu bewahren, sie sollte in allen Tempeln der Götter geehrt werden und sie bekam immer die erste Gabe öffentlicher Op­ferfeiern. Nach dem homerischen Hymnus auf Hestia und Hermes (29) sind ohne sie keine Mahle, bei denen man nicht ihr zuerst und zuletzt Wein spendet. 26 b) Der Dreizack Es gibt wenige so bekannte göttliche Attribute in der grie­chischen Mythologie wie den Dreizack des Poseidon. Er konn­te von keiner seiner Darstellungen fehlen, er spielt die wichtige Rolle in den meisten Fällen, den Gott von Zeus zu unterschei­den. 2 7 Er führt ihn als ein Zepter und allgemeines Abzeichen, das er sogar bei Liebesverfolgungen nicht aus der Hand lässt. Den antiken Darstellungen nach ist es ein mannslanges Gerät, an dem oben eine dreiteilige Gabel sitzt. 2 3 Mithilfe dieses, nach Apollodor 1, 7 von den unterweltli­chen, mythischen Urbewohnern von Rhodos, den Teichinen, nach Kallimachos (Hymn, in Del. 31) von den Kyklopen gefer­tigten Dreizackes 2 9 konnte Poseidon die Wogen des Meeres aufwühlen, 3 0 oder Sintfluten hervorrufen 3 1 und vollbrachte sogar eine Reihe von Wundertaten. Mit dem Dreizack splittert er Felsen, 3 2 öffnet das Tempetal zwischen Olymp und Ossa in Thessalien, 3 3 bringt das Stückchen Meer, die 0áX.aGc>a 'Epexxr|iç, auf der athenischen Akropolis, 3 4 oder die Insel De­los zustande. 3 5 An eine ähnliche Geschichte knüpft sich seine wichtigste Tat in dieser Beziehung, der oben schon behan­delte Kampf mit Polybotes. Dieser Streit wurde - wie oben gesehen -, von mehreren Autoren überliefert. 3 6 Sie beide ha­ben diese Affaire beinahe auf gleiche Weise erzählt, während Strabo (10, 5,16) einer koischen Sage nach zu wissen meint, dass Poseidon das genannte Landstück von Kos nicht abge­rissen, sondern mit seinem Dreizack losgerissen hat. 3 7 Gerät 26 RANKE-GRAVES 1960. 20b §; WELCKER 1860. 693; Stoll 1875.147. 27 BÄBLER 2001. 205. Die Darstellungen von blitzschleudernden Göt­tern werden immer als Zeusbilder angenommen (WÜNSCHE 1979. 92ff). 28 BULLE 1906. 2855-2856; BREMMER 2001. 203. 29 WÜST 1953. 479. 30 Horn. Od. 5. 291. 31 Od. 5. 291-92. 32 Horn. II. 12. 27, Od. 4. 506ff; Apollod. Ep. 6, 6. 33 Herodot. 7.129. 34 Apollod. 3. 178; Herod. 8. 55; Pauszaniasz. 1, 24, 3; 26, 5. Auch bei der Quelle Amymone nahe Lerna ist die Spur des Dreizacks noch sichtbar (WÜST 1953. 479). 35 Kallim. Hymn, in Del. 30ff. 36 Pauszaniasz. 1, 2, 4; Apollod. 1, 38. 37 Als Inselschleuderer wurde er in Verbindung mit dieser Geschichte auch in der bildenden Kunst mit dem Dreizack dargestellt. Auf diesen und Waffe zugleich war also der Dreizack, aber was war er ursprünglich? Die Frage zu beantworten, müssen wir zuerst kurz einen weiteren Wesenszug des Poseidon erörtern. Ob­wohl in den meisten literarischen Quellen Poseidon eindeutig als Meeresgott auftritt, konnten schon früher mehrere Züge des Gottes aufgeklärt wurden, die auf eine andere, zur Zeit der griechischen Schriftlichkeit nicht mehr vorhandene Funk­tion hinweisen. Aus seinem Verhältnis zu Zeus kann klar he­rausgelesen werden, dass Poseidon einst ein mit dem Zeus gleicher, großer Gott war, der nur später degradiert wurde. 3 8 Die Spuren seiner früheren Majestät sind in den Quellen gut zu verfolgen. In der llias 3 9 wird Zeus noch als seiner älte­rer Bruder erwähnt, doch gibt Hesiodos zweifellos eine ältere Tradition wieder, als er in der Theogonie (456f) Zeus als den Jüngeren darstellt. 4 0 Als „Gatte der Erde" (Posis Das) 4 1 sollte er zu einem früheren Zeitpunkt eine größere Würde besitzen als in der späten Tradition. 4 2 Um das Wesen des Dreizackes erfassen zu können, müssen wir die Fragen der zwei Mög­lichkeiten, Fischerharpune und Blitz kurz herumgehen. Der Dreizack, der sein Hauptattribut war, wurde tatsächlich, von der Nach-Pheidias-Zeit der Klassik und in der Römerzeit 43 als eine gewöhnliche Fischergabel dargestellt. Das passte gut zur Funktion des Meeresgottes. Aber schon in der Antike er­hoben Schriftsteller Zweifel dagegen, als sie den Dreizack als Blitz deuteten. 4 4 Viel verrät es über die Denkweise der anti­ken Menschen und es hilft uns bei der Deutung dieses Ge­genstandes, dass die Kyklopen, die u. a. die Verfertiger des Dreizackes von Poseidon waren, in der Frühzeit als alte Dä­monen des Feuers und des Blitzes galten 4 5 und sich als sol­che kaum mit der Fertigung von Fischergabeln beschäftigten. Auch das erwähnte „Stückchen Meer" der Akropolis wurde als Blitzspur gedeutet. 4 6 In Beziehung mit diesen relativ spä­Darstellungen tritt der Gott als ein wilder Fußkämpfer auf, der den niedergeworfenen Polybotes mit der genannten Waffe durchbohrt (MEYER 1906. 2815). 38 MORFORD - LÉNÁRDON 1985. 104. Da schon Linear-B-Tafeln ihn als Hauptgott von Pylos bezeichneten (BURKERT 1977. 215; ELIADE 1978. 245), soll die Zeit seiner selbständigen Hauptgöttlichkeit, noch vor die mykenische Periode, d. h. mindestens in die mittlere Bronze­zeit Griechenlands datiert werden. 39 Horn. II. 13, 354; 15, 165, 204. 40 WÜST 1953. 451; MEYER 1906. 2800; ELIADE 1978. 245 41 WILAMOWITZ 1955. 1, 207; ELIADE 1978. 245; OTTO 1934. 202. 42 In der llias, wo Poseidon im Zorn über eine Drohung des Zeus sich gleiche Würde, Stellung und Anteil mit ihm zuschreibt, sagt er, drei Brüder seien sie - erzeugt von Kronos und Rheia - mit dem Zeus und dem Hades dem Weltherrscher der Toten, dreifach sei alles ver­lost worden; er erhielt das Meer, darin immer zu wohnen (WELCKER 1857.163). Der Rest seiner ehemaligen Würde wird durch die Szene herausgedrückt, als ihm das erste Wort in der Götterversammlung zukommt (Horn. Od. 20,13). 43 SCHACHERMEYR 1950. 164; MAKKAY1989. 91. 44 Pind. Isthm. 8, 36; Ol. 9, 30; Kallim. in. Del. 31. 45 PRELLER-ROBERT 1894. 181. 46 WÜST 1953. 479. 539 |

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