Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)

Történettudomány - László András Horváth - Katalin H. Simon - Ungewöhnliche Gedanken über einen Meeresgott

Tisicum XIX. ten, hauptsächlich römischen Angaben 4 7 erhoben sich ernste Zweifel schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der religi­onsgeschichtlichen Fachliteratur, als man darauf kam, dass „das niedere Werkzeug armer Strandbewohner nicht zum Zeichen für den hochmächtigen Verwalter des Dreizacks, der Erde und des Meeres passt." 4 8 Später vertraten viele dieselbe Meinung 4 9 und auch heute ist es die herrschende Ansicht. Dreizacke wurden bei vielen Völkern von zahlreichen Göt­tern oder Dämonen, in der griechischen Mythologie u. a . von Nereus, Melikertes, Proteus, Glaukos oder Triton geführt, die mit dem Meer nur lose oder gar keine Beziehung hatten. 50 Die aus archäologischen Befunden stammenden indoeuro­päischen und indoiranischen Dreizacke behandelte J. Mak­kay ausführlich. Er kam zur Folgerung, dass solche Gegen­stände, die immer Machtsymbole von Königen oder Göttern waren, in einem riesigen Gebiet von Mitteleuropa bis Meso­potamien, von der mittleren Kupferzeit des Karpatenbeckens bis in das 6-5. Jahrhundert v. u. Z. benutzt wurden. 5 1 Aus Bronze oder Eisen gefertigte Gabeln sind häufige Funde in der mykenischen Zeit im antiken Griechenland, u. a. in Myke­nä, Dendra, Orchomenos oder Routsi, wo sie in jedem Fall in königlichen Befunden vorkamen, 5 2 ferner gute Entsprechun­gen im hethitischen Fundmaterial haben. 5 3 Es ist kein Zufall, dass der Dreizack von den Wissenschaftlern oft als Beweis der östlichen Abstammung des Poseidon betrachtet wurde, da dieser Dreizack schon laut Nonnos (Dionys. 43,19) assy­rischen Ursprungs sein sollte. Auf den Menschen der Urzeit machte kaum eine Natur­erscheinung einen so großen Eindruck als der Blitz und der darauf folgende Donner. 5 4 Die Namen der Kyklopen - Bron­tes, Steropes und Arges -, die den Dreizack für Poseidon schmiedeten, drückten die verschiedenen Aspekte des Blit­zes und des Donners aus, 5 5 was kaum zufällig war. Der Blitz war aber hauptsächlich Symbol der Macht von Wettergöttern, wie Zeus, Baal, Adad, Teschub oderTesche­ba, er stellt das Unterpfand ihrer Macht dar. 5 6 Dem Blitz wurde eine himmlische Abstammung in meh­reren Mythologien zugeschrieben. 5 7 Dem Mythos, laut dem 47 Zu dieser Zeit kommt bei Lucianos auch ein Poseidon der Jagd d. h. des Fischfanges vor. Dieser wird in einem Epigramm von Philippos gefeiert. Varro sagt über Lucullus, er gebe im Fischfang dem Neptu­nus (Poseidon) selbst nichts nach (WELCKER 1860. 676). 48 WELCKER 1857. 629. 49 WILAMOWITZ 1955. 1. 213; WÜST 1953. 479; CAPELLE 1924. 360. 50 WÜST 1953. 479. 51 MAKKAY 1989. 90ff. 52 MAKKAY 1983.339-340; MAKKAY 1989.79,90-92; MAKKAY 2003. 53. 53 MAKKAY 1983. 334. 54 BINDER 1874. 204. 55 SCHWABL 1978.1061. 56 HERRMANN 1984. II. 404; GÖNNER 1995. 382; SCHWALB 1978. 1018-1019. 57 JANKOVICS 1990. 237; ELIADE 1978.180. Hephaistos vom Olymp auf Lemnos hinabgeschleudert wur­de, liegt die Idee zu Grunde, dass das irdische Feuer vom Himmel stammt. Den gleichen Glauben, nach dem das Feuer der Menschen von einem geflügelten, halbgöttlichen Wesen mittels eines Blitzes herabgebracht wurde, finden wir bei den Indern und Römern, 5 8 Auch der Blitz des Zeus ist schon in sich Feuer, was als Urquelle aller Feuer auf der Erde betrach­tet wurde. 5 9 Der kleine, neugeborene Hermes stahl ihn laut Lucianos (7, 3) nur deshalb nicht, weil er schwer und voller Feuer war. 6 0 Die von einem Blitzschlag getroffenen Plätze oder Menschen wurden tabu, während der vom Blitz Getrof­fene dadurch heroisiert wurde, was eine besondere und dem Toten anhaftende Kraft bedeutete. 6 1 Dieses Feuer, eben laut seinem himmlischen Ursprung, betrachtete man als Bote zwischen Erde und Himmel und was aus dem Gesichtspunkt der Archäologie noch wichtiger ist, mittels seiner Hilfe gelan­gen die Opfer zu den Göttern. 6 2 Das philosophische Denken der antiken Griechen erhob das Feuer und dadurch den Blitz auf eine höhere Ebene. Der Blitz, der hier für das Feuer steht, steuert das All; vor dem Feuer ist Nichts verborgen, es ist vernünftig und ewig. Das Feuer sei das einheitliche Prinzip aller Dinge - schrieb Heraklit im 4. Jh. V. u. Z. 6 3 Kehren wir zu unserer ursprünglichen Frage zurück, dann müssen wir die Antwort geben, die u. a. die hier behandelten Poseidon-Geschichten unterstützen, dass die Fischergabel des Poseidon in der Tat einen Ersatz für eine viel gefährliche­re Waffe, den Blitz, darstellte, 6 4 wie es auch von den meis­ten Religionsgeschichtlern angenommen wurde. 6 5 Man kann sich nämlich kaum vorstellen, dass die erwähnten Taten des Gottes - das Spalten von Felsen, Zustandebringen von Inseln usw. - mittels einer gewöhnlichen Fischergabel durchgeführt werden konnten, dazu konnte der Blitz viel mehr geeignet sein. Der Blitz passt ansonsten besser in die Hände „eines grossen gefallenen Gottes", als die Fischerharpune. 6 6 58 STOLL 1875. 117; RAPP 1890. 2050. 59 WELCKER 1857. 661. 60 SCHWALB 1978. 1315. 61 NILSSON 1941. 65. 62 ELIADE 1994.180-181, 69§. Hier soll in erster Linie der indische Fe­uergott Agni erwähnt werden, unter dessen Attributen der Dreizack ebenfalls zu finden ist. Ihm wurde auch dann geopfert, wenn das Op­fer anderen Göttern galt und er sollte das Opfer hinauftragen. Jede Opfergabe war unwirksam, die er nicht annahm (Süß 1912. 1263). „Dich ... bitten die opfernden Menschen allezeit ihr Bote zu sein..." ist in den Rigweda (7,11, 2) zu lesen. 63 ROD 1976. 92-93. 64 SCHACHERMEYR 1950. 165. 65 WILAMOWITZ 1955. I. 213; WÜST 1953. 479; CAPELLE 1924. 360. Dagegen blieb NILSSON 1941. 417, 3 mit seiner Meinung praktisch allein, nach der der Dreizack tatsächlich ein Gerät des Fischfangs ge­wesen sein könnte (WÜST 1953. 479). 66 ELIADE 1978. 245; OTTO 1934. 202. Die Spuren seiner früheren Majestät sind in den Quellen gut zu verfolgen. U. v. Wilamowitz (WI­LAMOWITZ 1955. I, 207) deutete ihn ganz richtig „Gatte der Erde" (Posis Das) (ELIADE 1978. 245; OTTO 1934. 202). In der llias (Horn. 540

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