Madaras László – Tálas László – Szabó László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 9. (1996)

Szabó Géza: Víz alatti régészeti adatok a Pannonia—Barbaricum határvonal IV. századi védelmének kérdéséhez

GÉZA SZABÓ Unterwasserarchäologische Angaben zu Verteidigungsproblemen vom Limes zwischen Pannonién und Barbaricum im 4. Jahrhundert In Memóriám Sándor Soproni Es begannen die archäologischen Unterwasser­arbeiten auch in Ungarn im vorigen Jahrzehnt aufgrund der Erchliessung der spätrömischen Ruinen im Donauabschnitt bei Bölcske sowie der Ansammlung und Kartenaufnahme der archäolo­gischen Fundorte in Flüssen und Seen. 1 Der bedeutende Teil der verschlammten Ruinen stammt aus der Römerzeit und liegt in dem Flussbett der Donau, welche die Grenze zwischen Pannonién und Barbaricum bildete. Neben den früher ausgecschlossen linksufrigen gemeinten Brückenkopfstellungen haben wir neuerdings Ruinen ähnlichen Grundrisses auch auf dem rechten Ufer Aufgefunden. Aus dem mannigfaltigen Fragenkreis möchten wir Sie im folgenden nur auf eines der verschiedensten Probleme aufmerksam machen: den Zusammenhang mit dem Verhältnis der durch die Unterwasserforschungen entdeckten Ruinen zu den römischen Festungen sowie zum strate­gischen System der Taktik zur gegebenen Epoche. Die weitreichende Prüfung der Frage, — nämlich die ausführliche Auswertung der Steinschnitz­werke, Inschrifte und Gebäudereste — lässt sich noch auf die Römerzeit forschenden Kollegen warte. 2 Während der Untersuchung eines rumänischen Schiffunfalles wurde ein gestempelter Ziegel aus Römerzeit im Komitat Tolna 1973 aus der Donau, der Umgebung vom "Felsen bei Bölcske" vom Taucher György Pallos zum Vorschein gebracht, den er dem Museum zu Baja und nachher dem zu Szekszárd zukommen Hess. 3 Zur Forschung des Gebäudes konnte es aber erst nach mehr als einem Jahrzehnt, im Jahre 1986, wegen des niedrigen Wasserstandes kommen. 4 Nach Vermessung des bis an die Taille reichenden wasserbedeckten Gebietes wurden in dem ersten Forschungsjahr 18 mehr oder weniger grosse Steinschnitzwerke durch einen Schwimm­kran gehoben, die auf der Spitze des Schuttes lagen. Es kamen zahlreiche gestempelte Ziegel, mehrere dem I О M TEVTANO dedizierten Altarsteine, Reliefs, Standbildfragmente und son­stige Steinschnitzwerke zum Vorschein. 5 In dem darauffolgenden Jahr haben wir von einer auf Pontons ausgebildeten Tauchbasis die Vermessung und Forschung den wasserbedeckten Bereich vom Trümmerfeld angefangen. Die unterm Wasser durch Hände oder Wasserstrahl mit Hochdruck freigelegten Steine haben wir mittels den Fixpunkten am Ufer vermessen und sie durch eine Winde übers Wasser gehoben und nachher durch ein Förderungsponton aufs Ufer gelegt. Mit dieser Arbeit, welche einer hochgradigen Organi­siertheit und Zusammenarbeit mehrerer Fach­gebiete bedurfte, machte die erste archäologische Unterwasserfreilegung in unserer heimat den Anfang. Während der Erchliessung kam man zu ver­schiedenen Ansichten darüber, ob das Gebäude ursprünglich an dem rechten oder dem linken Ufer der Donau stand. Die gestempelten Ziegel und die bisher gekannten Festungen von "Veroce"-Typ sprachen für das linke Ufer. 6 Die Unterwasserbeobachtun­gen, die Geländeverhältnisse sowie der sich entfaltende Grundriss machte die rechtsufrige Lage der Festung wahrscheinlich. 7 Die Frage entschied sich für dies, nachdem einerseits das Gebiet genau vermessen und andererseits die an der Seite von Barbaricum, am östlichen Ufer der Donau liegende Gegenfestung gefunden worden waren. Die am Flusskilometer 1551,4 der Donau, am Rande der Schiffahrt liegende Festung wurde am rechten Ufer errichtet und ihr gegenüber, am linken Ufer stand auch eine Festung, um etwa 80 m weiter oben. Der Grundriss beider Festungen ist vom Typ "Nógrádverőce", die haben vier kleine 100

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