Kaposvári Gyula szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv (1978)
László Szabó: WORTGESCHICHTLICHER HINTERGRUND EINES GEGENSTANDES
deutsches Pferdegebiss) aber aus dem Jahre 1840 und ohne näheren Ort angegeben zu haben. Wie es das heutige Bild zu beweisen scheint, können diese Daten auch aus dem Komitat Aussen-Szolnok stammen. Alle unseren anderen Angaben haben wir vom Gebiet jenseits der Theiss oder aus Siebenbürgen. Das müsste unserer Meinung nach heissen, dass diese Anshauung der Namensgebung nur für das Gebiet jenseits der Theiss und Siebenbürgen charakteristisch ist. Es wird auch dadurch bestätigt, dass es in Jazygien zwar die Ausdrücke magyarbéles, magyaros bontás (Ungarnstrudel, ungarische Zerlegung) bekannt sind und ebenso, wie im Gebiet jenseits der Theiss mit den Bedeutungsnuancen traditionell, älter, gewöhnlich in Verbindung stehen, steht ihnen kein Ausdruck mit dem Bestimmungswort német (deutsch) gegenüber. Die Anschauung der Namensgebung auf den beiden Gebieten is also homogen, weil die gegensätzliche Seite, die mit dem Adjektiv német (deutsch) bezeichnet ist, fehlt. Mit Absicht heben wir hervor, dass es sich hier um die Anschauung der Namensgebung handelt. Die Anschauung nämlich, da sie weltanschauliche, politische Auffassung, geschichliches Bewusstsein bewusst oder bewusstlos aber auf alle Fälle psychologisch bestimmt und authentisch umfasst, spielt nicht nur eine einmalige Rolle, sondern hat eine ganze Reihe von Benennungen zur Folge, wie das unsere Beispiele beweisen. Eben deshalb erläutern diese Namen, diese Methode der Namensgebung einen Wesenszug des Bewusstseins, der Auffassung, der Weltanschauung des Bauertums vom Gebiet jenseits der Theiss und Siebenbürgen. So kann es also als eine wichtige Quelle zur geschichtlichen Forschung dienen. Damit ein Faktor in der Namensgebung zur Anschauung wird, und dadurch in der Entstehung der Reihe von Namen mitspielt, muss eine lange Zeit vergehen, muss die Gemeinschaft lange Zeit unter der gleichen Wirkung stehen. Wir wissen, dass das Gebiet jenseits der Theiss und Siebenbürgen schon seit der Zeit der Landnahme von anderen Teilen des Landes getrennt waren, später als Gebiet des Herzogtums galten. Der König (rex) regierte über zwei Drittel des Landes, dem aus der könliglichen Familie stammenden Herzog (dux) gehörte ein Drittel des Landes. Diese Partikularität wird auch dadurch gesteigert, dass die Anhänger der griechischen Kirchen auf diesem Gebiet die Mehrheit bildeten, die erst später mit Gewalt romanisiert wurden, wie es in den Forschungen von László Kormos, István Timkó und Elemér Mályusz rechtfertigt wird. 9 Die politische Partikularität wurde von Anfang an durch konfessionelle Partikularität bestätigt. Diese Isoliertheit spielte dabei mit, dass die Lehren der Hussiten eben auf diesem Gebiet Wurzel schlugen, 10 die Erinnerung an sie bis auf den heutigen Tag weiterlebt. Sie wurden später zur Basis der Reformation. 11 Dieses Gebiet stand also von Anfang an politisch und konfessionell der zentralen Macht gegenüber. Als diese Macht deutsch, das heisst österreichisch wurde, erfolgte eine unzählige Reihe von Unrechten, an denen dieses Gebiet vom Kaiser und seinen Anhängern politisch und konfessionell litt. So konnte dieses Gebiet bis zum Bestand von Siebenbürgen auch von den Fürsten unterstützt zum Organisationsfeld und leider auch Kriegsschauplatz der Freihetiskämpfe, der deutschfeindlichen Kriegszüge werden. Nach dem Aufhören des Fürstentums Siebenbürgen stand es wehrlos der Willkür der zentralen Macht von Wien gegenüber, musste die Reihe der Gewalttätigkeiten politischer und konfessioneller Art ertragen. Eben diese religiöse Partikularität gab den Grund dazu, dass die Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden politisch mit Gewalt beeinflusst und geleitet wurde. 12 All diese Gesetzwidrigkeiten gestalteten, natürlicher weise die Anschauung, den Widerstand, was in der Anschauung der Namensgebung durch die untersuchten Adjektivzusammensetzungen német — magyar (deutsch — ungarisch) ausgedrückt wird. Wir müssen bemerken, dass die Spitze der Massnahmen in erster Reihe nicht gegen die Leibeigenen gerichtet wurde, obwohl sie wegen der Feldzüge, der Verwüstung, der Einquartierung, der Kriegsverpflegung der Heere am meisten an den Gesetzwidrigkeiten litten, sondern noch mehr die Rechte des Adels, der Grossgrundbesitzer und des Bürgertums beleidigt wurden. Wie entstand jedoch bei dem Bauerntum diese einheitliche Anschauung und überhaupt wie konnte es auf einen grossen Gebiet zu dieser Anschauung kommen? Die auf der eigenen Haut erfahrene Verwüstung ist noch nicht genügend zur Herausbildung einer ideologienartigen Anschauung. Zum Beweis erwähnen wir, dass unser Wort török (türkisch) trotz aller Verheerungen der Türken keine ähnliche Bedeutung hat, obwohl man sich an die allgemeine Verwüstung und Grausamkeit der Türken erinnert, (törökbúza=türkischer Weizen, törökbors=türkischer Pfeffer). Unser Wort török (türkisch) ist höchstens mit ren Begriffen Grausamkeit, Heidentum assoziiert, aber gegensätzliche Ausdrücke török — magyar (türkisch — ungarisch) haben wir nicht. 13 7. Bei der Herausbildung einer einheitlichen Anschauung, eines Verhaltens im Kreise des ungeschulte"i 178