Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)
Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet
Es ist gut sichtbar, daß alle drei Grabformtypen unter den seichteren Gräbern vorkommen, zwischen den Grabindexwerten 2,27-3,07. Diese Gräber lagen ausnahmslos in der Gräbergruppe I. Die mitteltiefen Gräber des Grabformtyps 1 und 3 sind in der Gräbergruppe I und II ebenfalls vorhanden. Die Indexwerte fallen hier zwischen die Wertgrenzen 2,21-3,28. Die tiefen Gräber sind in allen drei Gräbergruppen zu finden, und unter ihnen kommen alle drei Grabformtypen vor. Die Indexwerte fallen zwischen die Wertgrenzen 2,2-3,64. Es ist leicht zu erkennen, daß es im Gräberfeld keinen Zusammenhang zwischen den Tiefenangaben und den Grabindexen bzw. den Grabformtypen gibt. "'Auch in Bácstopolya-Bánkert zeigten die verschiedenen Grabtiefen keine bewertbaren Gräberfeldserscheinungen." 4 In Mezőszemere schienen die tieferen Gräber im Laufe der Freilegung im allgemeinen reicher zu sein." 5 Es ist fraglich, ob es zwischen der Grabtiefe und dem Reichtum der Bestatteten einen wirklichen Zusammenhang gab. Hier ist es aufzuwerfen, daß die Grabtiefe von den Naturgegebenheiten abhing. Das Gräberfeld liegt nämlich am Rande eines Sumpfes." 6 Wenn der Grundwasserspiegel infolge der Flutung des nahe befindlichen Flusses nach Regenfällen oder Schneeschmelze zeitweilig anstieg, konnten die dem Sumpf näher liegenden Gräber nicht tiefer gegraben werden." 7 Die klimatischen Verhältnisse des 4. Jahrhundert n. Chr. wurden noch nicht analysiert, darum können wir uns nur auf die heutigen Angaben stützen, die zum Teil von denen der behandelten Zeit abweichen können. Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt in der Ungarischen Tiefebene zwischen 500-600 mm. Die Höchstwerte des Niederschlages fallen auf Frühling und auf die Zeit des sommerlichen Monsuns (60-200 mm/Monat), während die niedrigsten Werte für Januar und Februar kennzeichnend sind (25-50 mm/Monat). Diese sind natürlich nur Durchschnittswerte, zur Dürrenzeit können sie niederiger und in Regenzeiten höher stehen. Auch die bei der Schneeschmelze ansteigenden Bäche und Flüsse lassen den Grundwasserspiegel steigen, was auch zur Entstehung von Binnen wässern und Überschwemmungen führen kann. In Mezőszemere konnten das vallum und die fossa des Walles das Gelände innerhalb der Schanze gleicherweise beeinflussen, so konnten sich hier Binnenwässer wahrscheinlich nicht herausbilden." 8 Für uns ist es auch wichtig, daß die Orientierung der Achsen der nebeneinander ligenden Gräber in den einzelnen Grabreihen nicht gleich ist. Die Orientierung der Gräber richtet sich also nicht nach der des vorher gegrabenen Grabes innerhalb einer Grabreihe, sondern nach der Richtung des Sonnenaufganges bzw. Son113 Bei dessen Bestimmung muß die niedrige Gräberzahl der Gräbergruppen II und III in Betracht genommen werden. 114 SZEKERES Ágnes 1999, 508. 115 DOMBORÓCZKI László 1997, 100. Diese Feststellung ist nur im allgemeinen wahr: Das bewaffnete Männergrab 38 gehört zu den seichten, aber das ebenfalls bewaffnete Grab 29 zu den mitteltiefen Gräbern. 116 An der Geländebegehung des Csörsz-Grabens konnten Eva Garam, Sándor Soproni und Pál Patay auf der Oberfläche die Linie der Schanze nicht beobachten. Dabei konnte auch das sumpfige Gelände eine Rolle spielen. 117 Auf dieser Strecke sind nur die Abfallgruben auch der früheren sarmatischen Siedlung zu finden. 118 Graben-Wall-Konstruktion wurde in zahlreichen sarmatischen Siedlungen am Ufer von Gewässern beobachtet. Diese konnten natürlich keine Verteidigungsrolle spielen, sie schützten die Bewohner der Siedlungen ausschließlich vor der Überschwemmung der Bäche und Flüsse. 40