Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)

Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet

Die zum Schildbuckel des Typs Malaesti/Zieling 13 gehörende Schildfessel kann in die Formvariante Zieling S 1 eingereiht werden, 563 diese Form wird von den Forschern teils in andere Perioden datiert. 564 Ähnliche Schildfesseln kamen im Grab 19 von Tiszavalk 565 und im Grab 34 von Tiszadob vor. Über die Schildbenutzung der sarmatischen Kämpfer stehen uns zeitlich und räum­lich sehr wenige schriftliche Angaben zur Verfügung. 566 Die älteste Angabe bezieht sich auf die Zeiten um 107 v. Chr. Nach der Beschreibung von Hypsikrates trugen die roxola­nen Söldner aus Rindsleder gemachten Helm und Lederpanzer, als Schutzwaffe hatten sie einen aus Baumzweigen geflochtenen Schild, bzw. die Lanze, der Bogen und das Schwert waren ihre Angriffswaffen. 567 Bei Tacitus wird aber erwähnt, daß sie den Schild nicht zu benutzen pflegten. 568 Auf der Triumphsäule von Traian bzw. Marcus wurden die sarmati­schen Reiter mit Panzer, aber ohne Schild dargestellt. Der Grund des Widerspruches ist, daß Tacitus über catafractarii schreibt, und ebenfalls sie auf den Triumphdenkmälern dargestellt wurden. Die leichte Reiterei - da sie über keine andere entsprechende Schutz­waffe verfügte - konnte auch Schild haben. In einer späten Quelle wurde der Schild der Sarmaten in Verbindung mit den Ereignissen des Jahres 358 erwähnt. 569 Der Triumphbogen von Galerius zeugt davon, daß die späten Schilde von ovalaer Form waren. Dieser Typ war aber schon früher bekannt. 570 Die Schilde bleiben wegen ihres Materials nur selten unbeschädigt erhalten. Darum kann die absichtliche Beschädigung nur bei den vollkommenen Exemplaren konstatiert werden. So weist z. B. der aufgebogene Rand des im Déri-Museum zu Debrecen aufbe­wahrten konischen, gechnittenen Schildbuckels 571 auf eine gewaltsame Einwirkung auf. Der Rand des konischen Schildbuckels des Grabes 38 von Mezőszemere wurde auf der einen Seite ebenfalls aufgebogen, und auch das eine Ende der Schildfessel fehlt (Abb. 29. 2-3). Beide Schildzubehöre lagen nebeneinander. In diesem Fall konnte man den Schild brechen, daß sich nicht nur der Rand aufbog, sondern auch ein Teil der Schildfessel abbrach. Der Schildbuckel des Grabes 42 (Abb. 39. 2) blieb unbeschädigt, es ist also keine Spur einer Beschädigung zu sehen. Es fehlt aber die Schildfessel. Es ist natürlich vorstell­bar, daß die Schildfesseln nicht aus Metall, sondern aus Leder gefertigt wurden, in diesem Fall blieben keine Spur davon in den Gräbern erhalten. Aber man kann nicht ausschließen, daß das Fehlen einer metallenen Schildfessel in einem Teil der Bestattungen mit Schild auf eine Beschädigung hindeutet. 572 Im Grab 42 von Mezőszemere wurde der eiserne Schildbuckel am Fuß des Toten, sich an die nördliche kürzere Wand des Grabes ge­563 Zuletzt zusammenfassend: KAZANSKI, Michel 1994, 449, 478, Anm. 144-145, mit weiterer Literatur, Fig. 5. 4. 564 C2 (260-310): ZIELING, Norbert 1989, 210-211; C2-C3 (260-375): GODLOWSKI, Kazimierz 1992, 44; C3 (310-375): ILKJAER, J. 1999, 301-303. 565 GARAM Éva - VADAY Andrea 1990, Abb. 19.9. Mit einem dem Typ K2 nach Zieling ähn­lichen Schildbuckel. 566 Zuletzt wurden die Quellenangaben von BÄRCÄ, Vitale 1997, 916 zusammengetragen. 567 STRABO VII. 3.17. 568 TACITUS Hist. I. 79. 569 AMMIANUS MARCELLINUS XVII. 12. 10. 570 BÄRCÄ, Vitale 1997, 916, mit weiterer ausführlicher Literatur. 571 ISTVÁNOVITS Eszter - KULCSÁR Valéria 1992, Abb. 14. 2. 572 Vielleicht wurde das gebrochene Schildstück nicht ins Grab gelegt. 101

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