Endes Mihály- Harea Ákos: A Heves - Borsodi-síkság gerincesfaunája (Tiszai téka 2. Eger, 1987)
DIE WIRBELTIERFAUNA DES HEVES—BORSODER FLACHLANDES Unter dem Namen Heves—Borsoder Flachland verstehen wir jenes ungefähr 55 km lange und 20 km breite Flachland im Nordosten von Ungarn, das zwischen „Bükkalja" (die Fü3e des Bükk-Gebirges) und dem Flu3 Thei3 liegt. Auf dem Gebiet, dessen Grenzen man mit einer Linie zwischen den Siedlungen Kál, Ernőd, Ároktő und Pély ziehen kann, scheidet man im allgemeinen vier kleinere georgraphismhe Landstriche ab, aber die von uns beobachtetet Gleichheiten der oberflächlichen Formationen, der Bodenarten sowie der Flora und Fauna erfordern, sie als eine Einheit aufzufassen. Unsere Studie demonstriert die Flora und Fauna dieser bis heute unerschlossenen Gegend, mit besonderer Rücksicht auf die Wirbeltiere. In den fünf Jahren unserer Forschungstätigkeit (1979—1983) sammelten wir eine gro3e Menge von Angaben — ausschlie31ich bei der Prüfung der Nahrungsreste der Eulen identifizierten wir 5357 Tierexemplare von 70 Fundstellen —, aber wir lie3en in dieser Studie von dem ausführlichen Bericht ab, denn unser Bestreben ging nur dahin, die allkemeinen sowie die charakteristischen Züge und die Unterscheidungsmerkmale hervorzuheben. Das Heves—-Borsoder Flachland ist ein charakteristisches tiefländisches Gebiet, dessen Oberflcähe teils die Bäche aus dem Bükk-Gebirge, teils die Thei ausgestaltet hatten. Seinen nördlichen Teil durchziehen viele Bäche und Kanäle, und zwischen ihnen erstrecken sich gr3e Sümpfe, die von Sumpfwiesen (Agrostion albae) und Wiesen der natronhaltigen Böden (Beckmannion) umgeben sind. Die blumigen Wiesen der höheren Terrains (Salvio- Festucetum rupicolae) bedeuten besondere, seltene Werte des Gebiets. Auf die Hochwassengelände des Laskó-Bachs und des Eger-Bachs sind die Assoziationen der Riedgräser (Magnocaricion elatae) charakteristisch, die von Weidenbüschen und von Weichholzwäldchen (Salicetum albae-fragilis) unterbrochen sind. Einst bedeckten Hartholzwäldchen (Fraxino pannonicaeUlmetum) die höheren Teile der Hochwassergelände, aber heute erinnern uns daran nur einige alte Eichen, beziehungsweise die durchsprengten Wälder, die man an ihren Stellen anpflanzte. Auf den natronhaltigen Böden des südwestlichen Teiles des Gebiets befinden sich gro3e Steppen (Achilleo- Festucetum pseudovinae, Artemisio- Festucetum pseudovinae) und Wiesen (Beckmannion erucaeformis), die meist als Weiden und Heu wiesen gebraucht werden. In tiergeographischer Hinsicht gehört das Heves-—Borsoder Flachland dem Faunadistrikt der Gro3en Ungarischen Tiefebene (Pannonicum, genauer genommen Eupannonicum). Seine Grundfauna ist typisch tiefländische Art. Sie besteht überwiegend aus europäisch-mitteleuropäischen Arten, aber diese sind mit Pontuser, balkanischen und mediterranen Elementen koloriert. Die Wirbelfauna der einzelnen Gebietsteile von verschiedenem Charakter demonstrieren wir mit Erwähnung einiger kennzeichnender Arten. Die immer oder langanhaltend wasserbedeckten Teile des Gebietes sind die Fischteiche, die Bäche, die Sümpfe, die Kanäle und die Grubenteiche. Unter den Wirbeltieren der Fischteiche sind der gezüchtete Karpfen (Spiegelkarpfen), das eingeschleppte „Perlrasbora" (Pseudorasbora parva), der Seefrosch, die Ringelnatter, der Haubentaucher, der Graureiher und die Bisam-