A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1982 (Debrecen, 1984)
Régészet - M. Nepper Ibolya: Eine sarmatische Siedlung aus der Kaiserzeit, gelegen auf dem Nagyfarkas-Hügel, Biharkeresztes–Ártánd
Becher 1. mit verdicktem Rand (XII. 10.). In dem Material von den beiden Hügeln konnte auch Keramik ausgemacht werden, die als Importware gelten darf: Terra sigillata Fragmente, Nagyfarkas-Hügel: XLVI. 1, 3, Kisfarkas-Hügel: XII. 18., XIX. 13. Fragmente mit Zahnradverzierung, Nagyfarkas-Hügel: X. 5. XI. 8., KisfarkasHügel: IX. 6—8., XVI. 8.) Bemalte Brigetioer Keramik. Glasierte Fragmente. Als Importware dürfen ebenfalls die schon weiter oben erwähnte „Pannonische" graue Ware und der breitnackige Krug mit Henkeln angesehen werden, zu dem es auch Bina eine Analogie gibt. Aus Pannonién sind mehrere mit Zahnradverzierung versehene, von innen geschmückte Schlüsseln bekannt. So eine wurde auch auf dem Gellértberg in der Kende-Strasse gefunden, und auch in den Siedlungen aus der Kaiserzeit'und aus dem 3. Jahrhundert kamen sie selten vor. Die Bestimmung des Terra sigillata-Materials führte Dénes Gabler aus. Das von ihm publizierte Stück liefert den Beweis für die Existenz unserer Siedlung in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Von der bemalten Brigetioer Keramik wurde hier nur ein Exemplar gefunden, und zwar ein Fragment unter einem breiten Bandhenkel. Die getöpferte Keramik besteht zum Grossteil aus graufarbenen, feinmarmorierten Bauenfragmenten. Über diese Art von Keramik sagt M. Pető in seiner Analyse des Materials als der Kende-Strasse, dass es für die frühen Zeiten charakteristisch sei und nicht späteren Datums als Mitte des 2. Jahrhunderts sein könne. In dieser Siedlung kam auch noch — elbst wenn in geringer Anzahl — kammartig verzierte Keramik aus körnigem Material vor, wie sie auch in Százhalombatta—Dunafüred zu finden ist. Auch in Sena und Sebastovce gibt es ähnliche Stücke aus der Zeit um das 2—3. Jahrhundert. Eine recht grosse und bedeutende Gruppe des vorliegenden Materials machen die ungetöpferte sarmatische Hauskeramik oder die Keramik dakischen Charakters aus. Wir nehmen an, dass diese auf Einwirkung durch die Daken gefertigt wurde. Sie ist in ihren Formen und Verzierung sehr reichhaltig. Analogien zu diesen Exemplaren gibt es vielfach, und dies nicht nur von Fundstellen in Ungarn, sondern auch in Rumänien und der Slowakei. Töpfe (Kisfarkas-Hügel: III. 12, V. 1.), VIII. 2., X. 11, XIV. 9 16, XVII. 2, XVIII. 8.. Nagyfarkas-Hügel: I. 2, II. 3, 5, 10, 11, III. 6, 10, 11, IV. 3, 5, V. 10, VI. 9, XII. 7. XIII. 1, 6, 11, XIV. 9., XV. 1, XXVIII. 9., XXXIII. 4, XLII. 3, XLII 1—7). Vorratsgefäss (Kisfarkas-Hügel: IV. 81, 17, 6, VIII. 14, Nagyfarkas-Hügel: XXIII. 1., XL. 1, XLV. 4.) Schüsseln (Kisfarkas-Hügel: XI. 14., XIV. 8., XV. 3, XVII. 3, IV. 78, 105, 15, Nagyfarkas-Hügel: IV. 72. 56, I. 1, II. 6, 9, VHb 8., XIII. 7, XVII. 10, XXVII. 10, XXVIII. 1—3, XLIII. 5.) Henkeltöpfe (Kisfarkas-Hügel: VII. 9, 13. 19, 16, XI. 6, 12, XV. 12, 14, 16, 17, XVI. 6, XVIII. 1., IV. 78 105, 8, IV. 78, 156, 1, Nagyfarkas-Hügel: Henkeltopf mit Griff: XIX. 3, XL. 3). Tassen (Kisfarkas-Hügel: III. 15, IV. 78, 8, 105, 6, Nagyfarkas-Hügel: IV. 78, 106, 6, IV. 4., V. 9., XVIII .20, 21, XXII. 11, 13, XLII. 10, XLVIII. 2). Tonnenförmiges kleines Gefäss (Nagyfarkas-Hügel: XXVIII. 8) Becher (Kisfarkas-Hügel: IV. 78, 105, 3, Nagyfarkas-Hügel: IV. 3). Tatsächlich wertvolles Material haben die Bewohner dieser Siedlung nicht hinterlassen; es konnten einzig einige bei der täglichen Arbeit verlorengegangene Schmuckstücke, ein paar einfache Fiebeln, Hornkämme, Augenbrauenpinzetten und eine einzige Medaille, die in den Boden getreten war, aufgefunden werden. Die stark abgeschliffenen Steine mögen eher zu den häufig vorkommnden Arbeitsmitteln in Das Volk, das den Kis- und Nagyfarkas-Hügel bewohnte, mag die beiden Hügel von Beginn des 2. Jahrhunderts an bis zu den 330—340 Jahren bevölkert haben, insoweit die Erbauung des barbarischen Limes für die Zeit nach 322 angenommen wird, des aus mächtigen Erdschanzen und Gräben bestehenden Schutzsystems sorgsam mit Töpfersiedlungen gezählt haben. Ein Beweis hierfür scheint zu sein, dass dieses Gebiet durch den hiesigen Abschnitt den Gebieten in der Transtheiss-Gegend verbunden ist. Der Grund dafür, diese Siedlung aufzugeben, wurde von der durch die Räumung der Dakischen Provinz hervorgerufene neue, für das sarmatische Volk aus der Kaiserzeit recht bedrohliche Lage 248