A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1980 (Debrecen, 1982)

Történelem - Kormos László: Das Toeranzedikt und die Trans-Theissgegend

Kormos László DAS TOLERANTZEDIKT UND DIE TRANS-THEISSGEGEND Der Verfasser untersucht die tolerante Kirchenpolitik Joseph II. vom Aspekt der Trans-Theissgegend her. Aufgrund von Quellen, die im Archiv des Reformatorischen Kirchendistrikts der Trans-Theissgegend aufzufinden sind, erbringt er den Nachweis, dass Joseph IL zur Durchsetzung seiner absolutistischen Herrschafterwägungen in den Protestanten der Trans-Theissgegend Hilfspartner gesucht hat. Mit seiner in dreierlei Richtungen wirkenden politischen Taktik war er bemüht, sie durch die Verkündung der konfessionellen Toleranz zu gewinnen; und zwar einerseits zur Beseitigung der feudalen Vereinigungen der Komitate und andererseits zur Errichtung seiner zentral gelenkten Wirtschaftspolitik, mit welcher er gleichzeitig deren Widerstand gegen seine auf der katholische Zentralisation aufbauenden Massnahmen im Schulwesen brechen wollte. Zum Beweis dessen wird in der vorliegenden Arbeit auf zwei — in der Geschichts­forschung bisher völlig ausser Acht gelassene — Edikte aufmerksam gemacht, welche Joseph II. unmittelbar nach dem Tode von Maria Theresia am 30 November 1780 he­rausgab, indem er diese an die „Gerichtstafel Partium und an die Assessoren des Transsylvanischen Teils sowie der Stadt Debresen" richtete, um diese einerseits in ihren prädestinierten politischen Rechte zu bestärken und um die Nichtkatholiken von seiner konfessionellen Toleranz zu überzeugen. Der gleichzeitige Erlass dieser beiden Edikte bewies sich als ein wichtiger Schritt. Mit diesem Edikt, das am 6. De­zember 1780. um Mitternacht übergeben worden war, wollte der König ohne Verzö­gerung und ganz bewusst mit den Protestanten aus der Trans-Theissgegend und aus Transsylvanien in eine Verbindung treten, die eine endgültige Beseitigung der die Protestanten im Trauer Jahrzehnt und im Trauer jähr hundert nach dem Diploma Leo­poldina unterdrückenden Religionspolitik verspricht. Die Archivquellen geben Hin­weise darauf, dass Joseph IL in die vorbereitenden Besprechungen zum Toleranzedikt auch die protestantische öffentliche Meinung einbezogen hatte. Um seine tolerante Kirchenpolitik zum Siege zu führen, nutzte er die einflussreiche Rolle der Trans-Teiss­bewohner aus, und bei der Niederlegung der prinzipiellen Grundlagen der Trennung zwischen Staat und Kirche machte er sich deren Unterstützung gegenüber den Orden und dem Klerus zunutze. Aber weder die politische, nach die gesellschaftliche Situa­tion war reif für seine fortschrittliche Initiative und so konnten die Protestaten nicht bedigungslos dafür gewonnen werden, denn Joseph IL sicherte Gleichberechtigung zwischen den Konfessionen nicht. Besonders widersprüchig wurde er in seiner Schul­politik, da er das katholische Zentralisationsprofil beibehielt. So war seine Toleranz­politik vom katholischen Widerstand und seine Schulpolitik von protestantischen An­sichtsunterschieden belastet. Der Autor befasst sich im weiteren auch mit Einzelheiten der Trans-Theiss-Fragen in der Kirchenpolitik von Joseph IL Er hebt hierbei die richtunggebende Rolle des katholischen Episkopats hervor, das im Hintergrund des feudalen Widerstandes des Komitats stand, und welches es nicht gelang, durch protestantische Kräfte auf be­ruhigende Weise zu neutralisieren. Ebenso erfolglos blieb in der Trans-Theissgegend die Bemühung zur Minderung des reformatorisch bischöflichen Einflusses durch das reformatorische Oberkuratoramt, wozu es in erster Linie der Umorganisierung des Schulwesens bedurft hätte. In der zwischenkonfessionellen und der zwischennationa­len Verbindung wurde durch das Toleranzedikt hingegen eine nutzbringende Basis in der Trans-Theissgegend geschaffen, und zwar Stärkung der Reformatorischen im Tschechisch-Mährischen und zur Minderung der Macht des Klerus in der Teschechei. Die Machtbestrebungen Joseph IL dehnten sich auf alle Bereiche der reformatori­149

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