A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1976 (Debrecen, 1977)

Természettudomány - Ötvös János–Lovas Márton: Koprophage Lamellicorniae in natronhaltigen Grasland von Mikepércs und ihre Bedeutung für die Weidewirtschaft

János Ötvös — Márton Lovas KOPROPHAGE LAMELLICORNIAE IM NATRONHALTIGEN GRASLAND VON MIKEPÉRCS UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DIE WEIDEWIRTSCHAFT Die Verfasser untersuchten die koprophagen Lamellicorniae auf einer Weide von 8,66 ha bei Mikepércs und trachteten ihre Bedeutung für die Weidewirtschaft zu ermitteln. Der erste Teil des Aufsatzes befaßt sich mit dem Forschungsgebiet und den Sammlungsme­thoden. Das untersuchte Grasland erstreckt sich in der Flur des Dorfes Mikepércs bei Debrecen, im Feldmark namens Nagymezőpuszta. Die Pflanzenassoziationen sind den sodabödigen, mosaik­artik strukturierten Assoziationen des Hortobágy-Gebietes ähnlich oder stimmen mit ihnen sogar überein. Typische Pflanzenassoziationen waren Achilleo-Festucetum pseudovinae und Artemisio­Festucetum pseudovinae; die charakteristische und gemeinsame Pflanze war also Festuca pseudo­vina. Für die Pflanzenassoziationen der Sodaböden III. Klasse war Achillea setacea bezeichnend, während die typische Pflanze der Sodaböden IV. Klasse die Artemisia maritima ssp. pannonica war. Nach den Erscheinungsformen der Pflanzenassoziationen läßt sich also feststellen, daß die Weide die typischen Pflanzen der Sodaböden III. und IV. Klasse enthält. Außer diesen Pflanzen sind hier ferner die typischen Spezies der natronhaltigen Sümpfe zu finden, wie Carex stenophylla, Carex praecox, Carex distans, Ranunculus pedatus usw. Das Gebiet ist im Frühling frisch und grün, doch werden die Pflanzen im Sommer versengt und es erscheinen die weißen Sodaflecken. Während der Untersuchungsperiode war diese Versen­gung äußerst intensiv und trat frühzeitig ein. Infolge der anhaltenden Dürre trockneten auch die feuchten Gebiete aus. Die Entwicklung einer entsprechenden Sammlungsmethode war auch Aufgabe der Verfasser. Die quantitative Abschätzung des auf der Weide befindlichen Düngers bereitete erhebliche Schwie­rigkeiten, weshalb für die Berechnungen der in der Fachliteratur angegebene Durchschnittswert von 22 kg pro Stück Rindvieh in Betracht gezogen wurde. Der Stückzahlbestimmung der auf der Weide befindlichen Käfer lag die Zahl der aus 1 kg Dünger im Schwemmverfahren gewonnenen Koprophagen zugrunde. Um die Nützlichkeit der koprophagen Lamellicorniae sowie das Ausmaß ihrer für die Weide­wirtschaft nützlichen Tätigkeit — der Brutpflege — feststellen zu können, erschlossen die Verfasser die unterirdischen Gänge der Käfer und wogen die in den Gängen befindlichen Mistpillen ab. Die weiteren Berechnungen wurden mit dem Durchschnittsgewicht dieser Mistpillen durchgeführt. Zur Feststellung des Gewichtes der auf der Weide befindlichen Käfer wurden Serien der ge­sammelten Arten (10 Käfer je Spezies) unmittelbar nach der Tötung auf einer analytischen Waage gewogen; es ergab sich daraus das durchschnittliche Körpergewicht von 5,4 cgr. Im zweiten Teil des Aufsatzes werden die Sammlungsergebnisse bekanntgegeben, namentlich einerseits die Verteilung der Gattungen und Verbreitungstypen, anderseits die detaillierte Aufglie­derung der monatlichen Sammlungen nach Spezies und Stückzahl. Raritäten von besonderer Art konnten die Verfasser auf dem Sammlungsgebiet nicht finden, das Sammelgut setzte sich aus Arten zusammen, die in Ungarn überall verbreitet und bekannt sind. Die Untersuchung der gesammelten Arten nach geographischen Verbreitungssphären (Verbrei­tungstypen) führte zu folgendem Ergebnis: 44,4% der gesammelten Arten gehörten dem paläark­tischen, 16,6% dem europäischen, 5,6% dem mittel- und südeuropäischen, 11,1% dem euro-sibi­rischen, 5,6% dem eurasiatischen, d. h. im wesentlichen dem mandschurischen Verbreitungstyp an, während die kosmopolitischen Arten 16,6% darstellten. Die Verteilung nach Verbreitungstypen wird dirch ein Kreisdiagramm veranschaulicht. In bezug auf das gesammelte Material stellen sich nun zwei Fragen. Erstens: Warum kamen nur Mistkäfer von kleinem Wuchs zum Vorschein? Die Verfasser glauben den Grund darin zu er­kennen, daß die Geotrupes und Copris Arten, welche tiefere Gänge graben, im harten Sodaboden außerstande sind, ihre Gänge bzw. das Brutnest richtig auszugraben, weshalb sie solche Gebiete meiden. 3 Déri Múzeum évkönyve 33

Next

/
Oldalképek
Tartalom