A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1966-1967 (Debrecen, 1968)

Sterbetz István: Vadlúd- és réceritkaságok a Hortobágyon

István Sterbetz Wildgänse- und Wildenten-Seltdnheiten in der Hortobágy Das ureigenartige Landschaftsgebilde der ungefähr 400,000. Ha umfassenden Hortobágy, mit ihrer weitausgedehnten sumpfigen Steppe und den dort angelegten Fischteichen grossen Ausmasses, ist eines der bedeutendsten Wasserwild-Sammelplätze Europas. Die vorliegende Studie fasst die Daten jener Gänse- und Entenarten zusammen, die auf diesem, von Jahr einen enormen Wasserwildverkehr abwickelnden Gebiete vorkommen und in Ungarn als Seltenheiten zu bezeichen sind. Die Bewertung der Angaben weist folgende Ergebnisse auf: Als gelegentliche Gäste sich zu arktischen Wandermassen gesellende Arten werden hierfort­laufend in Evidenz gehalten die Ringelgans (Branta bernicla), die Weisswangengans (Branta leucopsis), die Kolbenente (Netta rufina) und die Samtente (Melanitta fusca). Die als europäische Seltenheit geltende Ruderente (Oxyura leucocephala) hat in Ungarn, u. zw. auf einigen Natron­seen zwischen Donau und Theiss, sowie auch westlich der Donau in Tiefwasserteichen gebrütet (Schmidt 1967), hat sich aber auf der Hortobágy eigenartigerweise nie zum Brüten angeschickt und ist hier überhaupt nur als Durchzügler, insgesamt dreimal beobachtet worden. Obzwar dieses Gebiet scheinbar allen Bedingungen entspricht, die bei den bekannten Ortplätzen gegeben sind, hält sich die Ruderente von allen umfangreichsten natronhaltigen Gewässern der ungarischen Puszta fern. Die Brandente (Tadorna tadorna) ist in Ungarn eine zu allen Jahreszeiten vereinzelt anzutreffende Erscheinung; von den Angaben ihres Vorkommens in dem Karpatenbecken stam­men die meisten von der Hortobágy her. Die hiesigen ökologischen Verhältnisse ähneln den mittel­asiatischen Biotopen dieser Vogelart. Die Anziehungskraft der Hortobágy ist am deutlichsten an der Rothalsgans (Branta ruficollis) zu beobachten. Es ist kein Zufall, dass diese Gans unter den westlich der russischen Steppen gelegenen Wildgänse-Sammelplätzen am häufigsten, und nicht selten in kleineren homogenen Flügen, hier beobachtet wird. Die Rothalsgans bevorzugt während des Zuges, sowie auch im Überwintern ausgesprochen den Steppe-Biotop, dem Charakter dieses Biotopes entspricht aber im Inneren Europas vor allem jener der Hortobágy. 32

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