A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1965 (Debrecen, 1966)
Adatközlések - Béres András: Die Schwarzkeramik-Sammlung der Bauerntöpferei von Nádudvar im Museum Déri
VI. Verschiedene Küchen- und Hausgeräte Die vielen Varianten der Gefässe in dieser Gruppe legen ein Zeugnis davon ab, wie viele Arten der schwarzen Gefässe im Haushalt benutzt wurden. Sie fanden im Hause, in der Küche und in der Viehzucht Anwendung. Sie waren ausschliesslich Gebrauchsgegenstände, und aus den reichen Varianten sieht man, wie vielseitig die Erzeugnisse der schwarzen Keramik angewandt wurden. Sie weisen ausserdem oft auf den Erfindergeist der Töpfermeister von Nádudvar hin, die sich bemühten, ihre Kunstfertigkeit in den Dienst der Bevölkerung zu stellen. Dementsprechend suchten sie die Märkte der Umgebung regelmässig auf, und so konnte die Töpferkunst von Nádudvar mit ihren Erzeugnissen auch neben der rasch entwickelnden Fabrikindustrie standhalten. VII. Spielzeuge Für die Kinder wurden Sparbüchsen in der Form eines Öllichts oder eines Ferkels verfertigt. Um diese auch als Spielzeuge benutzen zu können, wurde auch ein Trog dazu hergestellt. Wenn eine Familie 2 — 3 Ferkel kaufte, bekam sie auch einen Trog aus Ton als Geschenk dazu. Die Sparkassen standen auf der Kredenz oder auf dem Tisch vor dem Spiegel, damit sie zur Hand seien und die Kinder die Münzen einwerfen können. Diese Spielzeuge waren gleichzeitig die Mittel zur Erziehung zur Sparsamkeit. Es gab kaum ein Haus, wo sie nicht vorzufinden waren. Die Stücke im Museum Déri stammen vom Meister selbst, und nicht aus dem Gebrauch. VIII. Pfännchen Sie wurden als Behälter von Speisen und Milchprodukten benutzt. Der Meister hält auch heute noch Wasser in einem solchen Pfännchen auf der Scheibe, oder das Öl zum Einschmieren der Seite der Gefässe vor dem Reiben. Dem Wesen nach gehört es auch zu den Gefässen im Haushalt, aber ihre Anwendung ist sehr abwechslungreich. /X. Der Angster —Krug Diese Tongefässe spielten auch die Rolle eines Behälters. Wein und Wasser, manchmal Branntwein wurden in ihnen gehalten. Im Museum Déri befinden sich mehrere Stücke, die mit Jahreszahl versehen sind . Manche von ihnen stammen aus den letzten J ahren des vorigen J ahrhunderts. Der Formenreichtum der Gefässe ist nicht übertrieben, aber ihre Ornamentik zeigt klassische Züge, die besonders in der Weise des Reinbens, in den Linien und den Kreisen zur Geltung kommen. Selten findet man Pflanzenornamentik an diesen Krügen, bei denen Eichenlaub und Eichel am häufigsten vorkommen. Als Gebrauchsgegenstände gehörten sie zu allen Haushalten und waren bei grossen Familienfesten, Hochzeiten, Taufen oder Beisetzungen unentbehrlich. X. Krug — Giesskanne Zur Begiessung des Gemüse- und Blumengartens um das Haus wurden Giesskannen aus Ton von den Töpfern in Nádudvar erzeugt, die entweder mit einem Ausflussrohr oder mit einer Filteranlage versehen waren. An dem Ausflussrohr einiger Kannen wurden Filteranlagen aus Blech angebracht. Die älteren Stücke beweisen, dass sich dieses wichtige Gefäss schon um die Jahrhundertwende grosser Volkstümlichkeit erfreute. Ausser den Formen der Gartengiesskannen war eine im Zimmer benutzte Form im Gebrauch, die einen Henkel oberhalb der Kanne hatte. Als oft benutzte Gebrauchsgegenstände bei der Gartenarbeit stellen sie wichtige Stücke der Sammlung unseres Museums dar. XI. Siebe Bei der Zubereitung verschiedener Nudelspeisen spielten die Siebe in der Küche der Hajdúkén eine grosse Rolle, von denen eine Anzahl in der Sammlung des Museums vorhanden ist. Manche hatten einen Griff, während andere ohne Griff verfertigt waren. Meistens kommen keine Verzierungen an ihnen vor. Ihre stattliche Form und der Rhytmus der Löcher von etwa 0,5 cm oder mit noch kleinerem Durchmesser bilden ihre charakteristische Ornamentik. Diese Gefässe wurden in fast allen Ortschaften des Komitats Hajdu benutzt. XII. Die neue schwarze Keramik von Nádudvar Der neue Teil der Sammlung enthält sehr schöne Stücke aus der ersten Zeit der neobelebten schwarzen Keramik in Nádudvar besonders aus dem Jahr 1953. Obwohl sie nicht als Gebrauchsgegenstände zustande kamen, zeigen sie jedoch die Form der früher benutzten Gebrauchsgegenstände. Das war eben das charakteristische Zeichen der ersten Periode der neubelebten Volkskunst, dass die alten Formen beibehalten wurden. Demgegenüber wurden die Verzierungen verändert. In der Ornamentik kommen alte und neue Motive gemischt vor. Die ersteren enthielten geometrische Formen, während die neue Ornamentik mehr Blumenmuster aufweist. Alle Formen der Gebrauchsgegenstände sind unter ihnen vorzufinden, aber die Sammlung ist noch immer nicht vollständig, was uns darauf aufmerksam macht, dass die schönsten Exemplare des künstlerischen Schaffens der heute lebenden Meister für das Museum angeschafft und hier aufbewahrt müssen. Die neue Sammlung besteht aus den Werken von Lajos Fazekas d. A. István Fazekas, Lidia Fazekas, Lajos Fazekas d. J. und Lajos Fazekas dem Jüngsten, die schönsten Verzierungen stammen aus den Händen von Frau L. Fazekas d. A. 566