A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1957 (Debrecen, 1958)

Szilágyi János György: A későetruszk bronzművesség emlékei a Déri Múzeumban

Denkmäler der spätetruskisehen Bronzekunst im Deri-Museum.* J. Gy. Szilágyi. In der zwischen 1912 und 1922 hauptsächlich durch Vermittlung des Wiener Kunsthandels erworbenen Sammlung Friedrich Déris befinden sich mehrere spätet­ruskische Bronzegegenstände. 1. Ein Kandelaber aus drei Teilen. (Tafel III.) Höhe: 35,8 cm, Inventarnummer­Et. V. 1. Die Füsse sind die Füsse eines Huftieres, zwischen ihnen eine Palmette mit fünf Blättern in einer Knospe. Am Stiel die Spuren zweier sich ehemals dort befind­lichen Tierfiguren. Von den vier taubenförmigen Vögeln des Randes fehlt einer; zwei sind von sorgfältigerer, einer von gröberer Ausarbeitung. Ihre heutige Ansicht ist nicht die ursprüngliche. Der Gegenstand konnte sowohl ein Thymiaterion, als auch ein Kandelaber sein. Er gehört in eine grosse Gruppe der spätetruskisehen Bronze­gegenstände 6 und hat viele Varianten. Die unmittelbare Quelle der Form war wahr­scheinlich die Kunst Vorderasiens, vielleicht Urartus u­13 und wurde von den Grie­chen nicht übernommen. 14 Das Palmettenmotiv in einer Knospe ist ein Unikum in die­ser Denkmälergruppe. Es ist ägyptischen Ursprunges und gelangte durch vordera­siatische oder ostgriechische Vermittlung zu den Etruskern." — Die Tauben des Ran­des wurden schon lange mit dem Mosaik des Sosos verglichen, indessen sind die etruskischen Kandelaber älter. Man muss so an eine gemeinsame griechische Quelle denken, die den Etruskern die süditalische Vasenmalerei vermittelte. " Den grossen Einfluss des Werkes von Sosos zeigt noch die Komposition im Ravennatischen Mausoleum der Galla Placidia im zweiten Viertel des 5. Jahrhunderts. 20 Auch die Kandelaberform findet ihre unmittelbaren Fortsetzungen in den Bronze- und Marmorkandelabern in wohlhabenderen Häusern der frühen römischen Kaiserzeit. 24 II. Vier etrusko-italische Kleinbronzen. 1. Stehender Jüngling (Tafel IV. Abb. 1-2, links. Tafel VI. Abb. 1. links), Höhe: 10,4 cm, Inventarnummer: Et. IV. 4. Das Vorbild des Typus müssen wir in jener griechischen Kunst des 4. Jahrhunderts suchen, die die polykleitische Tradition fortsetzte. 26­28 Indessen konnten die grie­chischen Vorbilder nur ein allgemeines Schema bilden. Der Typus ist auch unter den italischen Kleinbronzen wohl bekannt, wenn er auch nicht zu den populärsten gehört. 29 Die Klassiker dieses Typus in Italien sind der Opfernde von Falterona, 30 und der sog. Apollo von Ferrara. 31 Noch näher steht zur Debrecener Figur — trotz des Qualitätsunterschiedes — der Hercules in Walters Art Gallery. 32 Indessen ver­wischt sich in der spätetruskisehen Kunst die Bedeutung der Typen. Das Erscheinen oder Fehlen der Attribute ändert sich aufs Geratewohl. Das macht die konkrete Bestimmung der einzelnen Stücke oft unmöglich. Auch von der kleinen Statue von Debrecen können wir nicht sagen, ob sie von dem, der sie als Votivgeschenk benützte, als Hercules oder bloss als Opfernder betrachtet wurde. Die Arbeit dürfte kaum älter als des 3. Jahrhundert sein und steht in engem Stilzusammenhang mit einer Statuette aus Parma, 35 in entfernterem mit einer aus Verona. 36 2. Stehender Jüngling (Taf. V., Abb. 1, rechts; Abb. 2, links; Taf. VI. Abb. 2> links). Höhe: 14,6 cm. Inventarnummer: Et. IV. 3. Opfernder mit Patera. Die Vor­bilder muss man auch hier im Kreise des Polyklet suchen. Der Typus ist beiden griechischen Götterstatuen des 5. und 4. Jahrhunderts beliebt. 38­39 Auch in der etrus­kisch-italischen Kleinplastik ist er nicht selten. 40 Wahrscheinlich 3-2. Jahrhundert. * Die Fussnoten siehe unter dem ungarischen T ext. 50

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