A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1957 (Debrecen, 1958)

Szilágyi János György: A későetruszk bronzművesség emlékei a Déri Múzeumban

3. Hercules (Taf. V. Abb. 1, links; Abb. 2, rechts; Taf. VI. Abb. 2, rechts) Höhe: 12,9 cm, Inventarnummer: Et. IV. 1. Die bogenförmige Profilansicht kommt bei den spätitalischen Kleinbronzen oft vor. Griechische Vorbilder des Typus existieren schon im 6. Jahrhundert, 44 er wurde jedoch auch im 5. und 4. Jahrhundert wei­terentwickelt. In Italien wurde seit Anfang des 4. Jahrhunderts meist dieser Typus zur Darstellung des Hercules verwendet. 47­48 (Laut Bayet erscheint er schon zur Mitte des 5. Jahrhunderts, doch dieser Zeitpunkt scheint allzufrüh zu sein.) Der Typus verbreitet sich in ganz Italien, bis zur Römerzeit, ja noch in der Kaiserzeit. 5a Die nähere Datierung oder Lokalisie- rung der einzelnen Exemplare ist heute kaum möglich. 4. Stehender Jüngling mit überworfener Toga auf der rechten Schulter. (Taf. IV. Abb. 1— 2,rechts; Taf. VI. Abb. 1,rechts) Höhe: 10,3 cm, Inventarnummer: Et. IV. 13. In der Rechten eine Patera, in der Linken ein unten rundes, oben herausgestülptes Ge­fäss, beide oben mit zwei eingeritzten Linien in vier Teile gegliedert, mit Strichlein in den einzelnen Teilen. Der Körper ist im Seitenanblick brettförmig flach, doch hinten genau ausgearbeitet, daher ist nicht die grobe Ausarbeitung die Ursache dieser Plat­tenhaftigkeit, sondern die charakteristische Abstrahierungstendenz, die so oft in der spätetruskischen Kleinplastik hervortritt. Dieser Typus des Opfernden gehört zu den allerverbreitetesten in der italisehen Kleinplastik. 55 Männliche und weib­liche Varianten kommen fast im ganzen Italien vor. 56 Die beiden Gefässe erscheinen immer wieder in ihren Händen: vielleicht ist das die treue Wiedergabe eines Opfer­ritus. Die Authentizität ihrer Darstellung wird dadurch unterstüzt, dass die ein­geritzte Vierteilung der Patera und die Ornamentierung der Teile, die auch auf anderen Typen von Kleinbronzen häufig vorkommen, in einer zahlreichen Serie der bemalten Tonschalen der Genucilia-Gruppe eine genaue Entsprechung finden. 56 a Die kultische Bedeutung des viergeteilten Musters und seine Verbindung mit der Göttin Ceres, die auch von einer anderen Seite her bewiesen werden kann, 57 wird auch durch jenen Umstand unterstützt, dass auf dem Deckeides Gefässes der „Göttin von Rapino" drei Ähren zu sehen sind. 58 — Der Typus steht, haupt-' sächlich wegen der Toga-Tracht, in engem Zusammenhang mit einigen etruskischen Bronzestatuetten von Opfernden, 60­61 die bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts zurückreichen. Auch der Urtypus, auf den zumindest die Männergestalten der Reihe zurückgehen, kann nicht viel älter sein. Dieser „Urtypus" zeigte wenig­stens im charakteristischen etruskischen Brauch der Toga-Tracht eine lokale, von den griechischen Vorbilden abweichende Eigentümlichkeit, indessen entstand er ohne Zweifel unter dem Einfluss der klassischen, griechischen Kunst. Die erwähnte Abstrahierungstendenz, die Entstehungszeit der Genicilia-Gruppe, sowie die durch Richardson gebotene Datierung der Statuette von Castiglione machen eine Datie­rung der Debrecener Statuette in das ausgehende 4. oder in das 3. Jahrhundert wahrscheinlich. III. Diese späten Kleinbronzen wurden von der Forschung ziemlich vernach­lässigt. Seit der bahnbrechenden Zusammenfassung Bendinellis entspricht nur eine einzige Publikation, die des Fundes von Carsulae, von A. Cederna, den wissen­schaftlichen Ansprüchen. 68 Diese Statuetten haben überwiegend Votivcharacter. Die Heiligtümer, in denen sie gefunden wurden, zeigen zu einem gewissen Grade gesamtitalischen Charakter. Das beweisen die Münzen des Fundes von Carsulae, sowie die allgemeine Verbreitung der einzelnen Typen. Es ist darum seit langem üblich, diese Kleinbronzen nicht als etruskische, sondern als etrusko-italische oder einfach als italische zu bezeichnen. Das ist auch richtig, doch mit zwei Beschränkungen. Einerseits darf diese Benennung keineswegs auf die monumentalen Künste und auf die ganze Geschichte des vorrömischen Italiens ausgedehnt werden, darf also nicht zur völligen Leugnung der Existenz einer selbständigen etruskischen Kunst führen. 75 Anderseits muss betont werden, dass allem Anschein nach die Etrusker eine führende Stellung in der Ausbildung dieser gemeinitalischen künstlerischen Formsprache innehatten und auf diese Führerrolle erst zugunsten Roms allmählich verzichten mussten. . Die etrusko-italischen Kleinbronzen zeigen, dass trotz aller Kontinuität der technischen Verfertigung die Funde vor und nach dem 4. Jahrhundert voneinander zu trennen sind. Vom 4. Jahrhundert zeigen die Kleinbronzen oft neue Typen, solche, die unter dem unleugbaren Einfluss der attischen und peloponne­sischen Monumentalplastik der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts, im Banne ihrer neuen Errungenschaften entstanden sind. Auch sonst zeigen sich immer mehr Spuren dieses Einflusses. 80 Es ist heute schon unhaltbar, einen anderthalb Jahrhunderte 4* 51

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