Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Bíró Szilvia: Fogadó a határon

Da in der Straßenstation eine Küche betrieben wurde, sicherlich zur Versorgung der Reisenden, ist der bedeutende Teil des Keramikmaterials die Küchenware. Ein charakteristisches Stück ist die Reibschüssel (mortarium), von der mehrere Exemplare gefunden wurden. Diese, vor allem zum Rühren von Soßen und zur Zerkleinerung der Gewürze bestimmten, großen Schüsseln sind auf Grund der winzigen Steinchen in ihrem Inneren leicht zu identifizieren. Natürlich müssen in der Küche zahlreiche Schüsseln, Krüge, Töpfe und marmorierte Keramik in Gebrauch gewesen sein. Krugscherben, natürlich nur die Unterteile der Krüge, sind auch aus dem freigelegten Brunnen zum Vorschein gekommen. Datierung Auf Grund des Fundmaterials hat das Holzgebäude Ende des 1. — Anfang des 2. Jh.s gestanden. In der ersten Hälfte des 2. Jh.s wurde wahrscheinlich das Gebäude mit Steinfundament und Lehmmauern errichtet. Es wurde dann sehr bald, nicht lange nach der Jahrhundertmitte umgebaut, im Hinterteil wurden durch Mauern mit schwachem Steinfundament Räume abgetrennt. Jedenfalls ist die Blütezeit des Baus in die Zeit von Antoninus Pius und Marcus Aurelius zu setzen. Die Liquidierung des Gebäudes geschah durch den systemathischen Abbau der Mauern. Zuerst wurde die Lehmmauer umgestürzt, ihre Reste wurden zusammen mit den Dachziegeln in den das Gebäude umgebenden Einfriedungsgraben einplaniert. In der Folge wurden aus dem Fundament die Steine heraus gebrochen. Dem fiel auch der Backofen in der Küche zum Opfer, seine Ecke wurde zusammen mit der Hausmauer abgebaut. Das Gebäude war Anfang — Mitte des 3. Jh.s, in der Severus-Zeit noch in Benutzung. Warum die Gegend verlassen wurde, wissen wir vorerst nicht mit Sicherheit. Bei der Freilegung sind wir auf keinerlei Spuren von An­griffen oder Einbrüchen gestoßen. Jedoch kann es einen kleineren Brand gegeben haben, da an mehre­ren Keramikstücken nach dem Bruch sekundäre Brandflecken zu beobachten waren, und auch die Lehmziegeln an einigen Stellen durchbrannt waren. _ 45

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