Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Gabler Dénes: Római csatellum Ács-Vaspusztán

Die Mauern waren aus gelbem Kalkstein gebaut, die unförmigen Steine wurden mit viel Mörtel aufeinander geschichtet. Die Steinmauer wurde durch eine Lehmfüllschicht {agger) von 5 m Breite, wenigstens 1,5 m Höhe gesichert. Zu den Wehranlagen gehörte ein vor den Mauern neu gezogener Graben (Jossa) von 4 m Breite und 1,1 m Tiefe. Unter den internen Wegen ist es gelungen, die via principális zu finden. Der ins Kastell führende Weg war durch rechteckige Tortürme (5,8 X 4,75 m) geschützt. Die Türme sprangen im Verhältnis 1/3 : 2/3 aus der Mauerlinie heraus (bzw. nach innen). Die Türme waren 246 cm tief fundamentiert. Die Durchfahrt selbst war 2,9 m breit. Beim südlichen (hinteren) Tor {porta decumana) fanden wir die beiden Torbögen tragenden und hervorspringenden Fundamente. Das Fundament dieses Turms war flacher als bei den anderen. In der antoninische Zeit wurden außer im Donaugebiet auch in Großbritannien, Germanien und Nordafrika Tortürme von ähnlichem Typ gebaut. Gleichzeitig mit dem Bau der Festungsmauern und der Tortürme errichtete man auch viereckige Ecktürme (5,25 x 5,40 m) an den abgerundeten Ecken des Kastells. Diese wurden völlig hinter die Mauerlinie gesetzt. Ähnliche Wehranlagen sind uns in Pannonien, und vom Limes in Dacia und Moesien bekannt. In Stein wurde in den letzten Jahrzehnten des 2. Jh.s auch das Kommandants­gebäude, die principia gebaut. Dieser mehrteilige Bau hatte die Maße von 25—27 m. Die Räume umgaben auf drei Seiten einen Innenhof. Der mittlere Raum an der Südseite könnte das Fahnenheiligtum gewesen sein. Da die Steine der Festung abgetragen waren, konnte der Grundriss nicht genau bestimmt werden. Unter der Kiespflasterungs­schicht des Hofes kamen rheinzabernische Sigillaten der antoninischen Zeit zum Vorschein. Möglicherweise hat Kaiser Septimius Severus im Jahre 202 dem Kastell einen Besuch abgestattet - darauf verweist die Aufschrift eines großen Altars, welchen der Befehlshaber (praefectus) der cohors I Thracum, Aemilius Pacatianus zum Heil der Kaiser (Septimius Severus und Caracalla) aufstellen ließ. An beiden Seiten des Altars sind die Gestalten von Mars und Victoria zu sehen. 133

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