Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Takács Miklós: Avarkori települések Lébény határában

errichteten Häusern gewohnt haben. Bei der Rekonstruktion der Siedlungskonstruktion ist ein auf mehr als 400 m Länge beobachtetes Grabensystem behilflich, welches drei Flächen von unregelmäßiger Rechtecksform umschließt (Pferche zur Tierhaltung oder evt. innere Grundstücke). Bei diesen awarenzeitlichen Objekten handelt es sich um Gruben in ovaler oder abgerundet-rechteckiger Form: Räuchergruben, evt. Speicher oder zur Tierhaltung?). In einem Teil der ovalen Gruben sind unten Stufen ausgebildet, und die Wände des nach unten führenden stufigen Teils sind stark durchbrannt. Vielleicht weisen die Brandspuren auf eine Räuchergrube hin. Auch die sog. äußeren Backöfen könnten zum Ziel von Kochen und Backen errichtet worden sein: sie haben eine waagerechte, runde, gelehmte Backfläche. Der die Backfläche bedeckende halbkugelförmige Backofenkörper aus Lehm wurde leider in jedem Fall durch landwirtschaftliche Tätigkeit zerstört. Außer den obigen haben wir noch mehr als 100 weitere runde Gruben geöffnet: sie haben mit Sicherheit der Aufbewahrung von Korn gedient. Sensationell sind auch die 8 Brunnen — mehrere davon waren mit Holz, einer mit Brettern und Steinplatten ausgekleidet. Der Großteil des reichen Fundmaterials aus den Objekten besteht aus Gefäßfragmenten. Es handelt sich um Fragmente entweder handgeformter Töpfe, Backglocken oder um die von scheibengetöpferten Töpfen, seltener um Teile von Kleintöpfen oder Schüsseln. Die auf der Scheibe in der sog. Wursttechnik gefertigten Gefäße sind mit vielerlei eingekratzten Mustern verziert. Schultern, Seiten oder seltener auch die Innenfläche der nach außen geneigten Ränder sind mit eingekratzten Wellenlinien oder Wellenlinienbündeln bedeckt, aber in einem oder anderen seltenen Fall tauchen auch eingestochene oder eingestempelte Muster auf. Für die Klärung der Zeitordnung stehen dem Forscher zahlreiche handgeformte Töpfe mit eingekerbtem Rand sowie ein Knochenplättchenfragment mit Punktkreisverzierung (Detail des Überzugs einer Köcheröffnung?) zur Verfügung. Die typologischen Eigenheiten der Keramik verweisen auf sichere Weise auf die spätawarische Zeit. Lébény-Bille-domb Die Struktur der auf dem mittleren und nordöstlichen Teil des Bille-Hügels freigelegten Siedlung aus dem 8. und/oder 9. Jh. weicht in großem Maße von der oben vorgestellten Siedlung auf dem Kaszäs-Hügel ab. Völlig fehlt das Grabensystem zur Abzeichnung von Haus- oder Pferchstandorten, doch gab es viele Grubenhäuser. Ähnlich den Wohngruben auf dem Kaszäs-Hügel trug ein auf je zwei Gabelpfeilern ruhender Binderbalken das Dachgerüst, und die Herdstelle war ebenfalls aus Steinplatten errichtet. Auch nach vorsichtigster Schätzung wurden auf dem Bille 5 Grubenhäuser aus dem 8-9. Jh. freigelegt und dokumentiert. (Festlegung genauer Zahlenangabe ist vorerst nicht möglich, weil das Fundmaterial noch nicht verarbeitet ist, wodurch auch die ausführliche Analyse der Zeitordnung erschwert wird.) Auf dem Bille kamen ähnlich wie auf dem Kaszás runde Speichergruben, bzw. - viel weniger - längliche, „grabgrubenförmige” Gruben vor. Auch hier kamen aus der Einfüllung der Objekte größtenteils Gefäßfragmente zum Vorschein. Auch hier sind bei der Keramik handgeformte bzw. scheibengetöpferte Stücke nachweisbar. Auf Grund der typologischen Eigenheiten der Keramik muss im Falle Bille- Hügel mit größerer Betonung die Möglichkeit der Datierung auf das 9. Jh. angenommen werden. 241

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