Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)
Takács Miklós: Avarkori települések Lébény határában
Bei der Freilegung zweier awarischer Niederlassungen in der Umgebung von Lébény konnten solche Objekttypen beobachtet werden, wie sie schon seit 1960 bei anderen awarischen Siedlungsgrabungen freigelegt worden waren. Der einzige, etwas seltenere Siedlungserscheinungstyp ist die an den Ecken abgerundete, rechteckige, „grabgrubenförmige” Eingrabung. Die Grabungen von Miklós Béla Szőke in der Umgebung von Nagykanizsa haben bewiesen, dass auch solche Gruben nicht charakteristisch für die Umgebung von Lébény oder im weiteren Sinn für den Süden der Kleinen Tiefebene seien. Wegen der ausgebrannten Seitenwände der rechteckigen Gruben an beiden Fundorten ist eine andere Interpretierung zu formulieren als im Falle der Formparallelen im Komitat Zala. Die Freilegung auf Kaszás- und Bille-domb bedeuten einen enormen Fortschritt in der Awarenforschung im Karpatenbecken. Diese beiden Fundrettungen sind nämlich infolge ihrer großen Ausdehnung geeignet, die Anordnung oben beschriebener Siedlungserscheinungen, d. h. die Struktur der Siedlung zu analysieren. Die noch andauernde ausführliche Auswertung des Materials ist in der Siedlungsforschung der Kleinen Tiefebene — in größeren Schritten gedacht — auch anderer Teile des einstigen Awarischen Kaganats behilflich. 242