Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Daróczi Szabó László et al.: Csontok és magvak. A természettudományos vizsgálatok eredményei

Wie schon früher erwähnt, der herausragendste Fund der Ausgrabung auf dem Betriebsgelände der Waggonfabrik, das Beinbeschlagskästchen, war aus einer mit Brettern ausge­kleideten Erdmiete geborgen. Anhand der xylotomischen Analyse, wurde die Bretterauskleidung der Grube auch aus einer Fichtenart gezimmert, der Zustand der Holzüberreste lassen allerdings eine nähere Bestimmung nicht zu (nachdem hier um den einzigen nicht verkohlten pflanzlichen Rest des mittel­alterlichen Fundortes handelt, kann sein Fortbestand auch dem Glück zugeschrieben werden!). Die Zuschüttung der 218. Grube gab einen fasst unversehrten Kochkessel frei. Die Durchsuchung der sich in ihm befindenden Erde lieferte wenig, aus botanischer Sicht jedoch höchst span­nende Funde: Im Kochkessel befand sich irgendein Neben­produkt des Kochens, d. h. Samen {Apfel und Traube) und die langfaserigen lavendelähnlichen Blätter irgendeiner Gewürzpflanze ("Würzmittel"). Die Pflanzenreste bekamen vom Kochvorgang eine rötliche Verfärbung ab. Vielleicht wurde hier ein mit Gewürzen (und gewiss mit Honig) aromatisierter Sirup, Marme­lade (Liktarium) zubereitet, nach dessen Durchsiebung blieben wohl die Fruchttsamen übrig. Zu dergleichen archäologischen Periode gehört das Haus 234-235., wo wir auf eine grosse Menge verkohlter Samen gestossen sind, welche sich sehr wohl in einem Haufen befanden, aber nicht auf dem Boden, sondern sie mochten aus einer von oben abgestürzten Schicht dahingelangt sein, wo man vermutlich Getreide lagerte. Das Fundmaterial (mehr als 135.000 St. Samen, bzw. Samenfragmente!) wird von den Getreideüberresten beherrscht, unter denen ist der Anteü des Saat-, anders genannt der desgewöhnlichen Weizens enorm hoch. Innerhalb des Weizens sind zwei Haupttypen zu unterscheiden. Die untersuchte Menge beinhaltete zehnmal soviel am „rundlichen”, als am „länglichen Typ”. Unseres Erachtens verbergen sich hinter den zwei Typen Varainten (Varietas), mit deren Hilfe wir auf die bisher unerschlossenen Perspek­tiven des Weizenanbaus in der Arpädenzeit schliessen können. Der ursprüngliche Weizenbestand des Karphatenbeckens besteht übrigens auch aus solchen rundlichen Tot kornweizen {var. erythrospermum), während die länglichen, weissen Körner {var. lutescens) eher auf westliche Beziehungen hinweisen. Einen wesentlichen Anteil im untersuchten Material bildete der Roggen, einen be­scheideneren die zweireihige Gerste und der Futterhafer. 125

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