Bíró Szilvia - Székely Zoltán: Arrabona - Múzeumi Közlemények 49/1. Tanulmányok T. Szőnyi Eszter emlékére (Győr, 2011)
Tóth Endre: Die ara Augustorum von Pannonien und Pannonia Superior
ARRABONA 2011.49/1. TANULMÁNYOK Die auf den Kaiserkult bezogene Inschrifte und Fragmente von sakralen Marmorund Bronzestatuen sind auf dem Gebiet zwischen den Hügeln auf dem westlichen Teil von Szombathely und dem Bach Perint zum Vorschein gekommen. Es stand ein etwa 500 X 300 m2 grosses, ungefähr viereckiges Gebiet in ostwestlicher Richtung zur Verfügung des provinzialen Forums. Das Ausmass zeigt die Grösse des für die Festlichkeiten geeigneten Gebiets. Das bedeutet natürlich nicht, dass man das ganze Gebiet für das Forum und die Bauwerke in Anspruch genommen hätte. Das aber schon, dass das Gebiet für die Ausmärsche und Feierlichkeiten breit war. Man hat auch die in die Seite des Hügelzuges eingeschnittene halbkreisförmige Vertiefung am westlichen Rande dieses Gebietes schon lange bemerkt. (CIL III 10 909=RIUI 10=Seind. 19, LapidSav 90.) In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die cavea Überreste des Theaters noch zu sehen. Das Theater ist das unausbleibliche Ort der Festspiele des Kaiserkultes. Daneben stand ein Nemesis-Sanktuarium: hier hat man den vom Oberpriester und Duumvir von Siscia, Valerius Valerianus gestellten grossen Marmoraltar (Fettich 1923, 51.) gefunden. Östlich von den Hügeln ist etwa 500 m lang keine Spur von Bauwerken. Das breite Gebiet war zur Sammlung und zum Ausmarsch geeignet. Auf dem heute noch nicht feststellbaren Teil des provinzialen Forums stand die ara Augustorum. Der Ostrand des Forums zog sich unter den heutigen Dózsa und Körmendi Strassen. In der Achse der heutigen Fahrbahn hat man anlässlich einer Rohrleitung eine Reihe von Pfeilern gefunden, die sich 280 m lang in nordsüdlichen Richtung zog. Die Pfeiler mit einer Gründung von 1,5 x 1,5 stehen 350 cm weit voneinander: es sind insgesamt 39 Pfleiler zum Vorschein gekommen. Diese geben die nordsüdliche Grösse des Forums an. Wir wissen nicht, was für ein Gebäude zur Pfeilerreihe gehörte. Es kann vielleicht ein Teil eines Porticus gewesen sein. Es sind dicke Grundmauer östlich von der Pfeilerreihe bis zum Bach Perint unter der Erde zu finden, deren Grundrißdetaile erst unlängst bekannt wurden. Aus der Dicke der Mauer — man hat keine in dieser Dicke in der Stadt selbst gefunden — folgt, dass sie zu öffentlichen Gebäuden gehörten. Heute kann man noch nicht wissen, ob diese Gebäudenreste zum provinzialen Forum oder zur lanciarii Festung vom 4. Jahrhundert gehörten.5 Das Gebiet zwischen dem Bach Perint und den Hügeln ist der Fundort von zahlreichen Andenken, die mit der Glaubenswelt verbunden werden können. Ausser den Scarbantia- und Siscia-Inschriften sind ein Altar, ein Iuppiteraltar (I.O.M.C.), ein Nemesisaltar (Tafel Nr. 2.), eine Fortunastatue (Steind. 221.), ein Hercules-Amor-Relief in der Nähe des Theaters (Tóth 2001b), ein Herculestorso (Steind. nr. 219, Bild. 178.), ein Silvanusrelief mit Inschrift (LapidSavNr. 92.), ein Priapusrelief (Steind. nr. 83.), die „Gladiator”-Statue (Tóth 2001b), ein Kaiserkopf mit Lobeerkranz (Tóth 2001b) und die Fragmente der Statuengruppe Juppiter Dolichenus zum Vorschein gekommen. Ausser den Steinplastiken hat man zahlreiche Kleinbronzestatuen und Fragmente auf diesem Gebiet gefunden.6 4. Über den Zeitpunkt der Gründung des Altars und der Institution des Kaiserkultes haben wir keine Angaben. Jedoch kann man aus einigen topografischen Beobach362