Bíró Szilvia - Székely Zoltán: Arrabona - Múzeumi Közlemények 49/1. Tanulmányok T. Szőnyi Eszter emlékére (Győr, 2011)
Tóth Endre: Die ara Augustorum von Pannonien und Pannonia Superior
TÓTH ENDRE DIE ARA AUGUSTORUM VON PANNONIEN UND PANNONIA SUPERIOR tungen, Inschriften und Angaben der Provinzgeschichte die Errichtungszeit annähern. Die Brandgräber aus den 1-2. Jahrhunderten bestimmen das Stadtgebiet der früheren Kaiserzeit in Savaria. (Buócz 1967; Tóth 1971; Tóth 1998, 51-52.) Es kommen keine Gräber auf dem Gebiet des Kultzentrums, westlich von der Stadt zum Vorschein. Es kann kaum ein Zufall sein, dass es Bestattungen nur westlich und nordwesdich erfolgen, auf einem stadtgrossen Gebiet jedoch nicht. (Bíró 2004) Da es unwahrscheinlich ist, dass man erst im 2. Jahrhundert in der westlichen Begräbnisstätte angefangen hätte, zu begraben, und dem Provinzialforum ausgeweicht hätte, kann man denken, dass die Stelle des Forums schon bei der Stadtgründung oder kurz nachher bestimmt wurde. So konnte man dort nicht bestatten. Die Organisierung des Kultzentrums und die Aufstellung des provinzialen Landtages (die Organisierung der beiden ist nicht unbedingt zur gleichen Zeit geschehen) können wahrscheinlich mit der Urbanisationspolitik der Flavierkaiser und der Umgestaltung der pannonischen Civitas-Organisation in Zusammenhang gebracht werden. Zu dieser Zeit wurden ein Municipium Andautonia (Scitarjevo, Kroatien) Neviodunum (Municipium Latobicorum, Krsko-Durnovo, Slovenien) und Scarbantia. Sirmium und Siscia wurden Colonia. Alle Siedlungen liegen bis auf Sirmium in der späteren Provinz Superior. Was ihre Wirkung anbelangt, sind die Stadtgründungen in der Flavierzeit nicht unbedeutender, als die in der Hadrianus-Zeit (die Colonia von Mursa, 5 oder 6 Munizipien sind bekannt: Carnuntum, Aquincum, Mogetianae, Municipium Iasorum, Salla). Die Kontrolle der Civitas wurde gleichfalls in der Flavierzeit aus dem Wirkungskreis des Militärs hinausgelangen. Die früher unter militärischen Führung stehenden Urstämme sind unter die Lenkung von bürgerlichen principes gelangen. (Alföldi 1936, 21-24.; Mócsy 1957, 488-498.; Mócsy 1974, 69-70.; Kovács 2005, 125.) Die Munizipalisierung schaffte die Bedingungen zur Gründung des provinzialen Landtages in der Flavierzeit.7 Zur Datierung der Ausbau des Provinzialforums können zwei im Jahre 82 n. Chr. aufgestellte Domitianus-Inschrifte wichtig sein, die die Titulatur und den Namen des Kaisers in Nominativus enthalten. (Hörster 2001, 400-401.) Einer der Inschrifte (LapidSav Nr. 3.) war ab 1726 auf dem Hof der mittelalterlichen Bischofsburg aufbewahrt. Er konnte irgendwoher aus der Stadt hingeliefert werden, denn einige Inschrifte wurden dort zusammengesammelt. Der andere heile, aber in zwei Teile gebrochene Inschrift mit dem gleichen Text war neben dem Südtor des mittelalterlichen Szombathely in der Körmendi Strasse in die Stadtmauer eingemauert. (LapidSav Nr. 2.) Jedoch wurden die Stadtmauer erst am Anfang des 17. Jahrhunderts, und das in Frage stehende Stadttor 1661 erbaut, als man die Stadtmauer nach Süden weitergebracht hat. Der Inschrift ist wahrscheinlich in der Mitte des 17. Jahrhunderts, vielleicht eben bei der Bau der Stadtmauer, aus der Nähe zum Vorschein gekommen. Hätte man ihn irgendwo anders gefunden, wäre er in ein anderes Stadttor eingemauert oder in die Bischofsburg gebracht worden. Da die Mauer der Colonia während der Herrschaft von Domitianus noch nicht erbaut wurden, konnten die Inschrifte nicht zu den Toren gefertigt werden. Der ver-363