Arrabona - Múzeumi közlemények 45/1. (Győr, 2007)

Tanulmányok - Szőnyi Eszter: Győr-belvárosi ásatások

ARRABONA 2007.45/1. TANULMÁNYOK GYOR-INNENSTÄDTISCHE AUSGRABUNGEN Nach einer kurzen Zusammenfassung der archäologischen Tätigkeit in der győrer Innenstadt möch­ten wir durch Schilderung der neueren Freilegungen dem Leser ein Bild von unseren neuesten Ergeb­nissen vermitteln. Gemäss dem 1997 in Kraft getretenen Gesetz für den Schutz des Kulturerbes sind archäologische Ar­beiten bei Bauaktivitäten - und bei jeder 30 cm tieferen Erdarbeiten - Pflicht. Diese erstreckten sich auf, abgestimmt auf die Art und Ort der Erdarbeiten, archäologiche Aufsicht, Stichfreilegungen, ge­samtflächige vorbeugende Erschliessungen. Ziel war es, die Aufbewahrung des noch auffindbaren ar­chäologischen Erbes, und im Falle seiner Zerstörung die möglichts vollständige Dokumentation. In der Studie werden die Ausgrabungen, bzw. Beobachtungen in topographischer Reihenfolge von Nord nach Süd und von West nach Ost auf dem von Raab, Moschoner Donau (bis zur Széchenyi Brücke) und der Landstrasse 14 und der Bahnlinie umschlossenen Gebiet, auf dem Areal der Innernstadt im weiteren Sinne, bekannt gegeben. Die 18 Ausgrabungen vertreten verschiedene Epochen. Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass überall mehrschichtige Siedlungsspuren, mancherorts Bestattungen gefunden wurden. Der erste authentisch dokumentierte urzeitliche Fund, eine spätbronzezeitliche Grube gilt als Ku­riosum. Aus der Römerzeit bedeutet ein kleiner Teilabschnitt eines spätrömischen Grabens des Auxiliar­Lager (castellum) eine Neuigkeit. Die 3,5 m dicke Schichtenreihe der bürgerlichen Siedlung (vicus) ist am besten am Ausgrabungsort am Széchenyi Platz zu beobachten. Hier wurden aus Holz konstruierte Gebäude aus dem 1., und eine aus Steingebäuden bestehende geschlossene Hausreihe aus dem 2-3. Jh. freigelegt. Die Grosszahl erschlossener römischer Brunnen ist ein Beweis für das Fehlen der öffentli­chen Wasserversorgung in der Siedlung. Die Besiedlung im 4. Jh. wird durch einige Gegenstände und viele Münzenfunde belegt. Ausser am Széchenyi Platz wurden noch Reste des vicus in der Bástya und Rákóczi Strasse gefunden. Die weiter entfernten Siedlungsreste - Szt. István Strasse - sind vermutlich kein Beweis für eine geschlossene Bebauung. Römische Gräber wurden im östlichen (Rákóczi Strasse 34-36) und südlichen Teil der Innenstadt (Szt. István Strasse) gefunden. Die Zeit der Völkerwanderung wird im Beitrag duch das hunnenzeitliche Gräberfeld am Széche­nyi Platz repräsentiert. Bedeutendster Erfolg der späteren Epoche des Mittelalters stellt ein Wohnhaus der Árpádenzeit mit einem Steinofen am Széchenyi Platz dar, dessen Bau der Errichtung des Marktplatzes (1271) vor­ausging. Die Schichtreihen unter dem Haus Rákóczi Strasse 18 und gelegentlich aufgefundene Öfen oder Gruben - die von den späteren Bauarbeiten verschont geblieben sind - bezeugen die Besiedlung unterhalb der Burg in der Árpádenzeit. Funde aus der Anjou- und Zsigmond-Zeit wurden am Széchényi Platz gefunden. Auf Teile der Franziskanerkirche und Kloster stiess man in der Rákóczi Strasse 36. Spu­ren des Frühmittelalters und aus dem 15-16 Jh. zeigen sich auch in der Bástya Strasse. Ein Relikt aus der Türkenzeit ist der etwas früher errichtete und in dieser Zeit als Gefängnis funk­tionierende Keller (das „türkische Gefängnis") am Széchenyi Platz. Baureste der mit italienischen Eck­türmen bestückte Festung des 16-17. Jh-s wurden an der nördlichen und östlichen Seite an mehreren Stellen beobachtet und freigelegt, ebenso konnten Abschnitte des Burggrabens und an der südlichen Seite auch Teile der vorgelagerten Befestigungsanlagen bearbeitet werden. Resümierend kann festgehalten werden, dass sich die über die győrer Innenstadt gewonnenen ar­chäologischen Erkenntnisse in den letzten 10 Jahren bedeutend erweitert haben. 148

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