Arrabona - Múzeumi közlemények 8. (Győr, 1966)

Gabler D.: Vorbericht über die Freilegung des römischen Militärlagers von Barátföldpuszta im Jahre 1964–65

ausgehoben. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts hat.e man im Torturm vermutlich einen Scnatz verborgen, denn es waren — ganz nahe der ü*rdoDeriiache — drei Goldmünzen zutagegeiiommen, zwei Münzen 'l heodOÉLUS 3 n., e±ne von vaienünianus In. An der decumaina-Seite, etwa 10 m von der Ecke entfernt, entdeckten wir die Grundmauern eines hufeisenförmigen Seitenturmes, dessen Fundamentsteine größten­teils gleichfalls verschleppt worden waren. Wir konnten den Grundriß nur mit Hilfe des bogenförmigen Fundaimentgrabens feststellen. Der Turm ragte ungefähr 6 m weit über der Lagermauer vor. Er war nicht regelrecht halbkreisförmig, denn an der Anschlußstelle ragten die Mauern beinahe gerade — etwa 2 m weit — vor und erst dann folgte der halbkreisförmige, ebenmäßige Bogen. Die größte Breite des Turmes betrug etwa 10 m, die Mauern waren durchschnittlich 95 cm stark. Die Technik der Mauerung und auch die Fundamenttiefe unterschieden sich von der Bauart der Lager­mauer, demnach gehört der Seitenturm einer späteren Bauperiode an, als das Lager. Im Turminneren fanden sich die Ziegelsäulen des hypocaustum. Das Bodenniveau, auf dem sie gestanden hatten, bedeckte eine dünne weiße Kalkschichte. Wahrschein­lich wurden an der decumana-Seite vier Seitentürme dazugebaut, ja, sogar an der principalis-Seite stand ein Turm dieser Art, wie es die ausgehobene Mauer, die wir mit dem 9. Graben durchschnitten, erkennen läßt. Ein großer Teil der N-Ecke des Lagers ist bereits aufgedeckt. Dort waren wir außerhalb der Umfassungsmauer — auf die Innenwände eines Turmes gestoßen. Der Grundriß des Turminneren war ein unregelmäßiges Viereck; im Gegensatz zur öst­lichen rechtwinkeligen Ecke war nämlich die Südecke stumpfwinkelig. Die Längsachse betrug 580 cm, die größte Breite 580 cm, die kleinste 250 cm. Der kleine Graben zwi­schen den Mauerabschnitten an der Südecke des Turmes, die Tiefe des Fundaments, das Bindemittel u. a. in. weisen darauf hin, daß die Mauern nicht um die gleiche Zeit entstanden. Die Ost- und Südmauer und die Lagermauer gehören der gleichen Bauperiode an, die westliche staimmt aus einer späteren Zeit. Der Turm, der gleich­zeitig mit der Lagermauer gebaut worden war, hatte ursprünglich wahrscheinlich einen regelmäßigen quadratischen Grundriß. Bei einem späteren Umbau wurde aber die Westmauer — um den Raum zu vergrößern — verlegt. Gleichzeitig hatte man wahrscheinlich auch das Fußbodenniveau des Turmes erhöht, wie es die mehrschichtigen Kalkbodenreste in der NO-Ecke bezeugen. Vor der Ecke des Lagers stand ein halbkreisförmig vorspringender Eckturm, mit einem Radius von 360—380 cm, die Dicke der Mauer betrug 155 cm. Die zwischen der Lager­und Turmmauer entstandene Spalte läßt vermuten, daß der Turm erst später an die Lagermauer angebaut wurde. Wjahrscheinlich hatte man gleichzeitig auch die innere Weite des Turmes durch den Umbau der westlichen Mauer vergrößert. Dieser runde Turm entspricht nicht '— wie es durch Analogien bezeugt ist — den im 4. Jahrhun­dert gebauten Ecktürmen, die als Abwandlungen der fächerförmigen Turmbauten gel­ten können. Auf die Grundmauern des halbkreisförmigen Eckturmes wurde ein fächerförmiger Eckturm mit 150 cm dicken Mauern gebaut, der sowohl in der Technik, der Mauerung, Zusammensetzung des Mörtels, und auch die Tiefe des Fun­daments betreffend, mit dem Seitenturm übereinstimmt. Es gelang uns nicht, den äußeren Bogen des Fächers zu durchschneiden, obwohl wir uns mehr als 8 m weit vom Mauerrand des halbkreisförmigen Seitenturmes entfernt hatten. Das Schichten­bild läßt daran denken, daß der breite Bogen des Fächers auf die frühere Turmmauer, bzw. davor gebaut worden war. Eine genaue Klarstellung des Grundrisses ist aber erst nach der Fortsetzung unserer Arbeit zu erwarten. Von den Bauwerken auf dem Lagergelände hatten wir die Ecke eines kleinen Gebäudes mit einem Terrazzofußboden und anscheinend einem porticus, die Reste eines kleinen Hauses mit Zentralheizung, und eine Mauer, deren Bestimmung zur Zeit nicht erkennbar ist, angetroffen. Noch ist der Grundriß der sichtbar gemachten Gebäudereste und ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bauperiode nicht geklärt. Die im Laufe der Ausgrabungen gehobenen Münzen reichen zur Datierung des Lagers nicht aus, denn es handelt sich vornehmlich um Streufunden oder um solche, die unmittelbar unter der Erdoberfläche lagen. Demgegenüber aber bieten außer den stratigraphischen Angaben die Keramikfunde und die gestempelten Ziegel sichere Anhaltspunkte für die Zeitbestimmung. Anläßlich der Kováts'isehen Ausgrabungen war ein gestempelter Ziegel der coh. II. Alpinorum zutagegekommen. Die cohors stellte — den Diplomen gemäß — im Laufe des 2. Jahrhunderts fast ununterbrochen die Besatzung von Quadrata. Das Diplom von Tokod aus dem Jahr 110 erwähnt die cohors noch unter den militärischen Einheiten Pannónia Inferiors, während sie 133 schon in Pannónia Superior genannt wird. Den Bau des Lagers können wir dem 7 Arrabona 97

Next

/
Oldalképek
Tartalom