Arrabona - Múzeumi közlemények 8. (Győr, 1966)
Gabler D.: Vorbericht über die Freilegung des römischen Militärlagers von Barátföldpuszta im Jahre 1964–65
Erscheinen der cohors anschließen, demnach gehört der Bau des castrums in die hadrianische Zeit. Der Grundriß und einige baugeschichtiiche Eigenheiten (z. B. die Stärke der Mauern, Grundriß und Maße des Torturmes) entsprechen dieser Datierung. In der lehmverfestigten Kieselschichte der via sagularis und auch in der Erdschanze an der Innenseite der Lagermauer fanden wir Antoninus-zeitliche, und einer etwas späteren Zeit angehörende Rheinzaberner-Sigillaten, so daß — unserer Meinung nach — der Bau der via sagularis und eines Teils der Befestigungswerke auf die antoninische-Epoche gesetzt werden könnte. Die Datierung des halbkreisförmigen Turmes an der N-Ecke der Umfassungsmauer bereitet das meiste Kopfzerbrechen. Die Analogien lassen abnehmen, daß er am Ende des 2. oder zu Beginn des 3. Jahrhunderts an die Lagermauer angebaut worden war. Diese Annahme wird durch den gestempelten Ziegel der cohors III. Alpinorum, den wir außerhalb der Mauer in der Schuttmasse fanden, bekräftigt. Als das Lager gebaut wurde, stand die cohors noch in Dalmatien, somit kann ihre Bautätigkeit nur in der folgenden Bauperiode — beim Umbau des Lagers — in Frage kommen. Der fächerförmige Eckturm und der vorspringende Seitenturm wurden wahrscheinlich gleichzeitig gebaut. Die stratigraphischen Angaben sprechen dafür, daß der Bau nach der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts erstellt wurde, während wir auf Grund der Analogien dazu reigen, den Bau auf die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts, möglicherweise auf die Zeit des Constantinus zu setzen. Während der Ausgrabungen hatten wir nirgends Spuren eines Pfahllagers entdeckt. Manchenortes waren aber Funde, bzw. Bauobjekte ans Licht gekommen, die aus einer, dem Bau des Lagers vorangegangen Zeit stammen mochten. Auf der principailis dextra-Seite waren wir auf eine Mauer gestoßen, die später in die Lagermauer eingebaut wurde. Unter dem dazugehörigen Fußboden fanden sich Ziegel mit Stempel LEG XV APOLI, die das Bauwerk auf die Regierungszeit Traianus' datieren. Unter dem zum Bau gehörenden Fußboden entdeckten wir einen Kalkboden, den eine Drag. 33 Sigillata datiert. In Pannonién ist dieser Sigillata-Typ seit Domitianus bekannt. Demnach hatten wir auf dem Lagergelände sechs römische Bauperioden ermitteln können: I. Ein kleiner Bau mit einem Kalkboden aus der Zeit Domitianus-Traianus. II. Die Erneuerung des Kalkbodens unter Traianus, möglicherweise unter Hadrianus. III. Der unter Hadrianus begonnene und in den Antoninischen Zeit beendete Bau der Lagerma,uern, der Tore, der inneren quadratischen Ecktürme. IV. Der Ausbau der via sagularis im Zeitraum zwischen Antoninus Pius und Commodus. V. Der Bau der halbkreisförmigen Ecktürme und die Erweiterung der inneren Ecktürme wurde wahrscheinlich bereits in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts beendet. VI. In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts — wahrscheinlich unter Constantinus •— wurden im Lager fächerförmige Ecktürme und hufeisenförmige Seitentürme errichtet. Während des 2. Jahrhunderts stand die cohors II. Alpinorum im Lager, die eine Zeit lang — wie es durch die gestempelten Ziegel belegt ist — von der cohors IUI Voluntariorum abgelöst wurde. Diese cohors wird in den Diplomen von Tótvázsony (138) und Ászár (148) an Stelle der cohors II Alpinorum genannt. Bis dahin war der Forschung ihre Garnison nicht bekannt. 154 erscheint wiederum die alpine cohors in Quadrata; ihr folgt dann im. 3. Jahrhundert die cohors III Alpinorum. Möglicherweise hatte diese Einheit die halbkreisförmigen vorspringenden Ecktürme gebaut. Im 4. Jahrhundert stationierten die équités Mauri in Quadrata. D. Gabler 98