Arrabona - Múzeumi közlemények 3. (Győr, 1961)

A. Lengyel: Geschehnisse der Jahre 1848/49 in Győr im Spiegel eines unbekannten Tagebuches

szívükbe vésték az Aradnál hóhér kézre került vértanúk emlékét. De voltak szép számmal olyan polgárok is, akiket a magyarság sorsdöntő óráiban is csak az átkozott profit érdekelte és a szabadság utolsó lángjának kialvása után bol­dogan tűzték ki házaikra a győzedelmes ellenfél lobogóját. — örömmámoruk azonban korántsem volt indokolt, mert a forradalom vívmányai a balsiker elle­nére is előkészítették a talajt a nemzeti függetlenség visszaszerzésére és további távlatokat nyitottak a belső társadalmi átalakulás helyes irányba való terelő­dése számára. Lengyel Alfréd * * * GESCHEHNISSE DER JAHRE 1848/49 IN GYŐR IM SPIEGEL EINES UNBEKANNTEN TAGEBUCHES Unlängst war ein Diarium zum Vorschein gekommen, dessen Autor allerdings im Dunkel der Namenlosigkeit verbleibt, der aber die lokalen Geschehnisse des Freiheitskampfes vom Standpunkt der reichen Krämerfamilien behandelte. Das Tage­buch ist — da sich in den einzelnen Situationsbildern die Einstellung der begüterten Klasse fremder Herkunft und ihre nur auf Spekulation beruhende Lebensauffassung wiederspiegelt, — auch als Quellenwert beachtenswert. Die Nachrichten von der französischen und italienischen Revolution beängstigten die vermögende Bürgerklasse; der Ausbruch der Wiener Revolution erfüllt sie mit Schrecken. Jedwede Bewegung ungarischerseits hielten sie für unvernünftig, obwohl es allgemein bekannt war, dass in den denkwürdigen Märztagen die Nation für ihre Selbständigkeit, das Volk aber für seine Freiheit zu den Waffen griff. In Győr leiteten Sándor Lukács und Dr. Pál Kovács die Organisation der patrio­tisch gesinnten Einwohnerschaft und der Schuljugend. Die Stadt hatte eine Bürger­wehr; aus den Reihen der regulären Truppen aber wurden Mitglieder für die National­garde geworben, die mit Hilfe von bewaffneten Patrouillen die innere Ordnung der Stadt und des Komitates sicherstellte. Nach der Sanktion des Gesetzes von 1848 waren die Strassen der Stadt voll jubelnder Menschen, während die um ihr Hab und Gut zitternden Bürger voller Bange dem nächsten Tag entgegensahen. Die Wiener Kamarilla konnte sich mit einer derartigen Entwicklung der Dinge keinesfalls abfinden. Ja noch mehr: im geheimen unternahm sie alles, um den Widerstand der ungarischen Nation niederzubrechen: es wurde eine militärische Aktion vorbereitet. Die Spannung wuchs ständig an, und die Aufwiegelung Kroatiens gegen Ungarn, und überhaupt die künstliche Zuspitzung der Nationalitätenfrage führten zu einem Ausbruch der Kämpfe in den südlichen Gebieten Ungarns. Jellasics, der Banus von Kroatien begann seine militärischen Aktionen den Wiener Vorschriften gemäss, sah sich aber nach dem Misserfolg von Pákozd gezwungen, sich gegen Győr zurück­zuziehen. Der Ausschuss der ungarischen Wehrmacht (Honvédelmi Bizottmány) traf die nötigen Vorkehrungen zur Verfolgung des eingedrungenen Feindes — in Győr trafen ständig neuere Formationen der Honvédarmee ein — da sah die österreichische Heerführung den Zeitpunkt gekommen, gegen die an der Leitha unschlüssig stehende ungarische Armee zum ersten Angriff überzugehen. Der Autor des Diariums bemerkt mit Schadenfreude, dass sich die Nationalgarde gezwungen sah, der Übermacht zu weichen. Nach der Abdankung des Feldmarschalleutnants Moga übernahm Görgey das Kommando der Truppen des oberen Donaulandes. Lajos Kossuth aber war mit unermüdlicher Arbeit bemüht, die Honvédbataillone durch Werbung aufzufüllen und die Aufrüstung derselben so reibungslos als nur möglich zu bewerkstelligen. All diese Kraftanstrengungen aber konnten die Ausführung der durch den Hof schon im vorhinein ausgearbeiteten strategischen Pläne nicht verhindern. Herzog von Win­140

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