Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)

Schäfte von mehrteiligen Altären erhalten (Marinescu 1982, A 25, A 28, Taf. 21; A 37 mit Porträtbüste, Taf. 22.). In Noricum ist mit dem Grabmal des Vindonius in Sempeter (Klemenc u.a. 1972, 14, Taf. vor S. 13.) ein mehrteiliges, monumentales Altargrab erhalten. Mit dem hohen, als Urnenkasten verwendeten Sockel entspricht es den aus der Umgebung von Rom beschriebenen Bei­spielen. Der Altar mit Polstern hat keine Bekrönung. Besonders häufig (18 Exemplare) treten in Noricum die Rundmedaillons auf, denen 15 pyramidenförmige Bekrö­nungen gegenüberstehen (Kremer 1992, Kat.Nr. 12-29, Taf. 2, 3. Kat.Nr. 43-57, 4, 8-10.). Weitere 27 Schaft­blöcke (Kremer 1992, Kat.Nr. 59-85, Taf. 11-13.) be­weisen, daß die Form des Grabaltars in Noricum häufig vertreten war, wobei vor allem der Fundreichtum der südlichen Landesteile in unmittelbarer Nachbarschaft zu Italien ins Gewicht fallen dürfte. Vier separat gearbeitete Altaraufsätze mit Polstern ohne Bekrönung sind zu verzeichnen (Kremer 1992, 14 f, Nr. 6, Taf. 1.1, Nr. 7.). Weitere drei Aufsätze mit Polstern bzw. Akroteren und zu ergänzenden Bekrönungen (Kremer 1992, Nr. 38-41, Taf. 6,2, 7.) sind gemeinsam mit dem Gesims gearbeitet. Insgesamt stammen aus Noricum also acht getrennt gear­beitete Aufsätze von Grabaltären, neben denen die neun Aufsätze aus Gorsium und Aquincum nicht schlecht abschneiden. Die aus Carnuntum bekannten Grabaltäre werden in das 1. und 2. Jh. datiert (Hampel 1907, 291, Abb. 1: 1. H. 2. Jh.; Vorbeck 1980, 18, Nr. 66; 25, Nr. 94; 36 f, Nr. 140; Kremer 1998, 91: frühestens in den 40er Jahren des 2. Jhs.). In den zentralen Provinzen des Reiches ver­schwanden die Grabaltäre bereits im 2. Jh. n. Chr. aus den Nekropolen (Hesberg 1992, 181.). Es ist allerdings damit zu rechnen, daß die Altarteile ohne typische Inschriftteile bisher nicht erkannt wurden und eine längere Benützungs­zeit in den Provinzen wahrscheinlich ist. Ein datierender Anhaltspunkt für die Altaraufsätze aus Aquincum ist der Zeitpunkt der Errichtung des spätrömischen Legions­lagers, dessen Anlage in konstantinische Zeit datiert wird 8 . Die Grabaltäre dürften wenigstens 20 Jahre in ihrer Funktion als Grabdenkmal gestanden haben, da ganz neue Gräber sicher nicht abgeräumt wurden. Andererseits müssen im 3. Jh. noch Grabaltäre in Verwendung gewesen sein, da ihre Einzelteile gewiß nicht 150 Jahre oder länger unbenutzt herum lagen. Hier ist also eine späte Entstehungszeit der Grabaltäre bis zum Anfang des 4. Jhs. denkbar. In Gorsium könnten nach dieser Rechenregel Teile von Grabdenkmälern in der Stadtmauer Verwen­dung gefunden haben, die bis zur Mitte des 3. Jhs. entstanden waren. Der Unterschied zu Aquincum liegt hier vielleicht in den drei Jahrzehnten, die in Gorsium zwischen dem Roxolaneneinfall und der allmählichen Póczy 1976b, 16; Facsády 1976; Parragi 1976, 139: Datierung vorwiegend aufgrund der hufeisenförmigen Türme und ihrer Parallelen am Donaulimes; Póczy 1977b; Póczy u.a. 1986; Póczy 1990,697. Erholung und Erneuerung der Bautätigkeit lagen, während sich die Hauptstadt vielleicht rascher erholte. 1.12 Fragmente von nicht näher bestimmbaren Grabdenkmälern Die folgenden Relieffragmente können sowohl von Grabstelen als auch von Grabbaubestandteilen stammen. 41 Relieffragment mit Schulterpartie B:21,H:23,T: 10. Das Stück stellt die rechte Schulter einer mit einem Mantel bekleideten Figur dar. (Abb. 51) 27 Fragment einer Nischenplatte L:59, H:46,T: 18. Das Stück stellt ein leeres Fragment einer Reliefplatte dar. Die fein bearbeitete eingezogene Bildfläche läuft zu einer erhabenen, bis zu 15 cm breiten Randzone hin aus. (Abb. 51) Es könnte sich bei den beiden Stücken um ein Fragment einer Porträtdarstellung bzw. Reliefnische einer Grabstele, aber auch einer Grabädicula handeln. 93 Relieffragment mit Wagenfahrt L:55,H:51,T:24. Das Relief zeigt zwei achtspeichige Räder eines nach links fahrenden Wagens. Ein Teil des Hinterrades und der Wagenkasten sind abgebrochen. Am linken Bildrand erkennt man parallele Linien eines Kleidungsstückes, vermutlich Knie und Hände des Kutschers, und die angespannten Zügel. Auch das Hinterteil eines Pferdes (Schwanz?) ist erkennbar. Unterhalb des Wagens verläuft eine Ranke mit feinen, sich teilweise einrollenden Blättern. Das Relief ist sehr kleinteilig und detailreich, die Oberfläche sehr fein geglättet. (Abb. 51; Ta/. XLI) Wagenfahrtszenen kommen sowohl auf Grabstelen wie auch auf kleineren Reliefplatten von Grabädiculen, z. B. im Sockelbereich vor. Bei Reliefplatten von Grabbauten wird außer der Wagenfahrt kein anderes Ornament verwendet (SÁGI 1945^46: Zweckbestimmung der Stücke meist nicht erkennbar; lntercisa 1953, 209, Nr. 178, 179, 180, Taf. 61; Ertel-Palágyi-Redő 1999, 83, Nr. 111, Taf. 20; 88, Nr. 124, Taf. 22, 152.). Aufgrund der unter die Szene gesetzten Ranke dürfte das vorliegende Fragment von einer Grabstele stammen. Die Darstellung der Wagenfahrt (ins Jenseits) wird mit Hügelgräbern und Wagenbestattungen der einheimischen Bevölkerung in Verbindung gebracht (Soproni 1991.). 2. SONSTIGE ARCHITEKTURTEILE: GESIMSPLATTEN Bei dieser Gruppe von Fragmenten gilt ebenfalls die bereits früher angedeutete Unscharfe des Begriffes Gesimse. Die im folgenden aufgezählten Fragmente 32

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