Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)

ebenen Oberflächen anzunehmen. Eine Verdübelung von Aufsatz und Bekrönung war nicht unbedingt nötig, da die Teile aufgrund ihres hohen Eigengewichtes und des Reibungswiderstandes ohnehin in ihrer Position ver­blieben. Auch bei dem Exemplar aus Gorsium fehlt das Dübelloch, das in der Mittelachse zumindest teilweise erhalten sein müßte. Seit der frühen Kaiserzeit finden auf Grabaltären pyramidenförmige Bekrönungen mit Pinienzapfen oder Kapitellen Verwendung (Altmann 1905, 28.). Im Grab­bezirk der Julier in Aquileia stand ein kleinerer Altar auf einem glatten Sockel, ein pyramidenförmiger Aufsatz mit Kapitell und Pinienzapfen lag daneben (Brusin 1941, 29 ff, Abb. 15, 19.). Seine Frontseite wird von einem Relief mit zwei verschlungenen Delphinen eingenommen. In der Mittelachse des Kapitells erscheint ein Medusenhaupt, das Kapitell wird von einem Zapfen mit großen Blattschuppen bekrönt. Die Seitenflächen sind mit einem Kantharos geschmückt, aus dem ein Akanthuskelch aufwächst. Ähnliche Bekrönungselemente ohne Relief­schmuck, nur mit einem Zapfen als Abschluß fanden sich mehrfach im Grabbezirk der Curier in Aquiliea (Brusin 1941, Abb. 17.). Bemerkenswert sind auch die reich geschmückten pyramidalen Aufsätze von Grabdenk­mälern in Südpannonien (Dautova-Rusevljan 1983, 74, Taf. 11.). Neben Delphinen finden hier auch aus Kantharoi wachsende Weinranken Verwendung. Eine Reihe von Rundmedaillons im Lapidarium des Aquincum-Museums weisen darauf hin, daß diese Form von Aufsätzen auf Grabaltären auch in Pannonién häufig vertreten war 6 . Vor allem Stücke mit schmalen Fußteilen kommen für die Aufstellung auf Grabaltären in Frage. Bei zwei Stücken im Säulenlapidarium des Aquincum­Museum ist dieser Fußzapfen erhalten 7 . Nach ausführ­lichen Diskussionen über die Aufstellung der Rundme­daillons (Schober 1923, 144 ff, 180 ff, 209 ff; Pochmarski 1991, 125 f; Harl 1991, 32 ff; Kremer 1992, 20 ff; Ertel 1996, 90 f.) scheint nun ihre vielleicht nicht ausschließ­liche, aber unbezweifelbare konstruktive Verbindung mit Grabaltären, die von vielen Autoren schon länger ange­nommen worden war (Nagy 1971, 140.), neuerlich außer Streit zu stehen. Der Altarschaft 91 ist aufgrund seiner Inschrift eindeutig als Grabaltar zu definieren. Ein vergleichbares Stück gibt es in Aquincum nicht. Dort beruht die Interpretation der beiden bekannten Schäfte auf der Art des Reliefschmucks, zwei geflügelten Genien in einem 6 Portrait eines Beneficiarius mit Pilum: Hampel 1891, Taf. V, 1-2; Schober 1923, Nr. 351, Abb. 176; Nagy 1971, 119, Abb. 28. Vom nördlichen Gräberfeld der Zivilstadt Raktárrét stammt ein zweites fragmentarisches Medaillon mit dem Porträt eines Ehepaares: Hampel 1891, 68, Taf. V, 2; Medaillon o. Inv.Nr. mit geschwungenem Rand und Porträt eines Ehepaares mit Kind: Erdélyi 1974, 56 ff, Abb. 59. Inv.Nr. 64.11.114, Porträt eines Mannes mit Schriftrolle: Kuzsinszky 1908, 83, Abb. 9; Erdélyi 1974, 56 ff, Abb. 57; Németh 1999, 18, Nr. 27; Inv.Nr. 64.11.108, Porträt eines Ehepaares: Schober 1923, Nr. 350, Abb. 175; Erdélyi 1974, 56 ff, Abb. 58; Németh 1999, 18, Nr. 28. Fall (Kuzsinszky 1906, 42 f, Nr. 5.) und einem Porträtmedaillon im zweiten Fall (Ertel, Grabbauten; Ertel, Grabaltäre; vorher unpubliziert.). Grabaltäre mit trauernden Genien auf den Nebenseiten des Schaftes sind aus Noricum bekannt (Ertel, Grabbauten; Kremer 1992, 48, Nr. 69, 70.). Der Grabaltar des C. Iulius Veranus aus Carnuntum konnte kürzlich von G. Kremer rekonstruiert werden (Kremer 1998.). Hier war die in der Mitte zerteilte Vorderseite des Schaftes mit der von einer Ranke umfaßten Inschrift erhalten. Das Stück ist auch mit dem Schaft des Grabaltars aus Gorsium vergleichbar. Ähnlich sind auch einige Stücke aus dem südlichen Teil von Pannonién, die teilweise aufwendig gestaltet sind. Von dem mehrteiligen Grabaltar des T. Cominius aus Sirmium (Schober 1923, 140 f, Nr. 323; Dautova-Rusevljan 1983, 72 f, Taf. 10,1.) vom Ende des 1. bzw. Beginn des 2. Jhs. ist nur der Schaft erhalten. Die Inschrift wird von einem Rankenband mit Rosetten, Vögeln und anderen Tieren umgeben, die Seitenflächen zeigen Reliefs mit der Darstellung von Attis. Auch von dem Grabaltar der Familie des T. Publicius aus Bassiana ist nur ein Teil des Schaftes erhalten (Dautova-Rusevljan 1983, 72, Taf. 10,2.). Inschrift und das Porträt des Ehepaars werden auch hier von einer einfacheren Ranke gerahmt. Ein dritter Grabaltar für den Tribunus militum der Legio I Italica C. Aponius Memnius Celeras (Dautova-Rusevljan 1983, 75, Taf. 13,2, irrtümlich als Votivaltar für die Dis Manibus bezeichnet.) aus Cibalae vom Ende des 2. bzw. vom Beginn des 3. Jhs. besteht aus einem Stück. Der hohe Aufsatz wird von monumentalen Palmettenakroteren verziert, zwischen denen ein Bäumchen wächst. Trotz der geringen Anzahl der Beispiele ist aus der qualitätvollen Ausführung der Stücke die größere Nähe zu den mittelmeerischen Kunstzentren fühlbar. L . Nagy beschrieb die Einfügung der Grabaltäre auf einem in Grabumfassungen eingefügten Fundament Nagy 1942, 480.). Grabaltäre könnten auch als zentrales Denkmal inmitten der Umfassung stehen. Geeignete Grundrisse zeigten z. B. die Grabanlage des Cives Agrippinenses am Aranyhegyi árok (wie auch eine 1992 freigelegte Grabumfassung an der Ladik u. in Budapest (Zsidi 1997a, Quadrant 92/11, 122 f, Abb. 2, 12.). Ähnlich ist die Situation in Carnuntum. Außer den alten Befunden von M. v. Groller an den Straßen nach Savaria und Aequi­noctium (Groller 1900; Groller 1903; Ertel 1997, 17 ff. Taf. 7,1, 7,3.) wurden vor dem Bau einer Umfahrungs­straße in den Jahren 1984-1986 weitere geeignete Grund­risse freigelegt. Die Grabbauten 1984/12 und 1984/15 an der Gräberstraße (Ertel u.a. 1999, 120 f, Taf. 93,3.) und die größere Grabumfassung 186 im Bereich des Gräberfeldes der Zivilstadt (Ertel u.a. 1999, 35, Taf. 16.) könnten mit Grabaltären in Verbindung gebracht werden. In der Provinz Dakien kommen Grabaltäre häufig vor. L. T. Marinescu nennt im Katalog 56 ganze Exemplare (Marinescu 1982, 161 ff). Die einteiligen Altäre scheinen hier ebenfalls häufig aufzutreten, aber es sind auch einige 31

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