Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)
Seitenfläche des Altarschaftes ist eine Ecke einer Reliefnische mit einem nicht deutbaren Reliefrest erhalten. (Abb. 50) Grabaltäre waren häufig wegen ihres größeren Formats aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Sockelprofil, Schaft, Kranzprofil, Aufsatz und Bekrönung waren als eigene Teile gearbeitet. Die Tendenz zur Vergrößerung und sogar Monumentalisierung ist vor allem bei Grabaltären zu beobachten, bei denen die Repräsentationsfunktion gegenüber der Opferfunktion des Denkmals Oberhand gewann. In Neumagen erreichten die Grabaltäre ca. 4 m Breite (Massow 1932, 37 f, Nr. 1, Abb. 19, Taf. 2 f.), in Köln ca. 2 m und mehr (Noelke 1996, 89, Nr. 43, Taf. 26,5.); solche monumentale Maße sind in Pannonién nicht nachzuweisen. Einzeln gearbeitete Altaraufsätze kommen relativ häufig vor. Ein separat gearbeiteter Aufsatz mit Akroteren von einem Grabaltar aus Brigetio wurde zusammen mit anderem Steinmaterial nach Nővé Zámky in der Slowakei verschleppt (Nővé Zámky 1998, 49 ff, Nr. 22, 23, Abb. 18, Taf. 7, 12, 13.). Der sehr gut gearbeitete Aufsatz mit Palmettenakroteren und einem Dübelloch vermutlich für eine pyramidenförmige Bekrönung war sicher nicht das einzige Stück seiner Art in den Gräberfeldern von Brigetio. Der Altaraufsatz 145 aus Gorsium findet auch eine Parallele in einem Fundkomplex von acht Altaraufsätzen mit seitlichen Polstern oder Akroteren im AquincumMuseum. Im Gegensatz zu dem Stück aus Gorsium weisen die Altaraufsätze aus Aquincum eine ungestaltete Sockelzone auf. Die Polster sind mit Blättern belegtoder glatt, alle Blattpolster werden in der Mitte von Schnurbändern unterteilt. Fünf der acht Altaraufsätze zeigen mit Rosetten geschmückte Polsterstirnen. Die Rosetten haben vier oder acht herzförmige, rundliche oder spitze Blätter, das Beispiel aus Gorsium weist dagegen sechs rundliche Blütenblätter auf. Die Vorderseite der Altaraufsätze war häufig mit Ranken geschmückt. Sie haben in der Regel, wie auch bei dem Stück aus Gorsium, ihren Ursprung an der Oberseite der Polsterstirnen, schwingen dann nach unten, um in der Mittelachse wieder aufzusteigen. Hier treffen sich die beiden Äste und rollen sich gegeneinander auf. Als zusätzliche Schmuckmotive treten hängende Blattbündel und Palmetten auf. Der Altaraufsatz aus Gorsium ist in der Mitte zerteilt, wie auch ein Exemplar aus Aquincum, an dem noch die Keillöcher des nicht beendeten Arbeitsvorgangs zu sehen sind. Das an der Bruchkante sichtbare Motiv dürfte eine Blüte darstellen. Einzigartig ist der schwebende Rankenschnörkel in dem freien Feld über der durchhängenden Ranke. Im Vergleich zu dem Dekor der Grabaltäre aus Köln, Neumagen und Italien sind die Altäre aus Gorsium und Aquincum einfach gestaltet. An den Pulvini von Grabaltären aus Köln schieben sich Blattschuppen oder Kränze verschiedenartigen Blattwerks übereinander; nicht nur die Mitte, sondern auch die Stirnscheiben können durch ein Schnurband abgetrennt sein, die Polsterstirnen werden außer von den häufigen Rosetten auch von Widderköpfen verziert (Noelke 1996, 85 f, Nr. 19, Taf. 25.4.). Andere figürliche Schmuckmotive der Polsterstirnen waren Gorgoneia 8 Massow 1932, Nr. 1, Abb. 19, Taf. 3; Nr. 167, 168, Abb. 61, 67, Taf. 19, 20.) und Ammonsmasken (Noelke 1996, 85, 87 ff, Nr. 21, Nr. 28-38, Taf. 26.4, 7.). In der Seitenansicht sind diese Pulvini aus Köln (Noelke 1996, 87 f, Nr. 28, Taf. 26.7.) und Neumagen (Massow 1932, Nr. 1, Abb. 19, Taf. 3; Nr. 2, Abb. 21, Taf. 3; Nr. 168, Abb. 61, 62, Taf. 21; Nr. 172, Abb. 71, Taf. 22; Nr. 173, Abb. 72, Taf. 22.) dagegen häufig zylindrisch gerade. Neben der Aufnahme von Inschrift und Reliefdarstellungen bestand die primäre Funktion aller Altäre darin, einen Opferplatz bereitzustellen. Bereits etruskische Grabaltäre besitzen einen ausgehöhlten Aufsatz, der einen viereckigen Opferraum umschließt (Altmann 1905, 13.). Auf den stadtrömischen Grabaltären sind schalenartige Vertiefungen auf der Oberfläche zur Aufnahme der Opferspenden häufig zu beobachten (Altmann 1905, 33.). Der Focus, die Stelle, an der das Opfer in Form von Weihrauch verbrannt bzw. Speisen oder Blumen (Toynbee 1971, 62 f; Böschung 1987, 38, 48.) geopfert wurden, wird meist von den seitlichen Polstern abgesetzt und an der Frontseite durch kleine Reliefgiebel (Toynbee 1971, 256; Noelke 1996, Nr. 1, 7, 8, Taf. 23, 13, Nr. 22, Taf. 26, 1.) oder Segmentgiebel (Toynbee 1997, 257, Abb. 83.) hervorgehoben. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Grabaltäre nicht von Altären mit anderer Zweckbestimmung (Frenz 1992, Abb. 48, 50-52, 53.). Einige Grabaltäre aus Neumagen zeigen eine vollkommen ebene Oberfläche, die von W. Massow mit darauf sitzenden Bekrönungen in Verbindung gebracht wurden (Massow 1932, 112 ff, Nr. 167, 168, 171, 172, 173.). Die Dübellöcher in den Oberflächen (Massow 1932, Abb. 66, 71, 72.) bestätigen diese Annahme. An einigen Grabaltären aus Neumagen wurden Dübellöcher zur Aufnahme eines Baldachins festgestellt, der das Totenopfer, in diesem Fall offensichtlich ein Brandopfer, schützen sollte (Massow 1932, 117, Nr. 168 a, Abb. 66; 121 f, Nr. 172 f, Abb. 71-73.). Auch in Rom wurden auf den Grabaltären Opferfeuer entzündet, die gelegentlich auf Reliefdarstellungen zu erkennen sind (Z. B. am Hateriergrabmal: Massow 1932, 121 f, Abb. 73; Toynbee 1971, 81, Abb. 17, 20 f. ). Grabaltäre konnten Kammern zur Aufnahme von Urnen besitzen (Altmann 1905, 32; Böschung 1987, 38; Brusin 1934^2, 199, Fig. 116; Brusin 1941, 18, 30, 44, Fig. 16, 25; Massow 1932, 112 ff). Auch auf der Oberseite von drei Exemplaren der Altaraufsätze aus Aquincum sind Dübellöcher mit schrägen Gußkanälen zu beobachten, in einem Fall ist noch der originale Bleiverguß erhalten, der einen Dübel von 2x2 cm Größe umschloß. Bei diesen Stücken steht außer Zweifel, daß nach oben ein weiteres Element folgte. Auch bei den anderen Aufsätzen ist dies aufgrund der großen, 30