Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Ttigkeit des Münzamtes von Viminacium. p. 287–301.

Elmer nahm Stellung für die letztere Meinung: Diese Gelder seien in einem mobilen Münzhaus geprägt worden, die sich irgendwo auf dem Balkan betätigt hätte, um die Armee im gotischen Krieg von Decius mit Geld zu versehen (1935, 21). Die Forschung, die sich in bezug auf Standort und Charakter der Prägestätte - ohne eingehende Unter­suchung der geschichtlichen und militärischen Lage, - zu keiner einheitlichen Ansicht durchringen konnte, stimmte bis auf A. Alföldi (1935/36, 66) darin überein, daß unter Decius und Trebonius Gallus eine Gruppe der Prägungen deutlich abgrenzbar und darin eine von Rom unabhängig tätige Münzanstalt zu sehen sei. Den Standort der mutmaßlichen Prägestätte der Decius-Gallus-Ära versuchten die genannten Forscher eher mit Hypothesen denn mit Beweisen zu bestimmen. Von der richtigen Feststellung ausgehend, wonach die Münzen der neuen Prägestätte eine beachtliche stilistische Verwandtschaft mit den Prägungen des römischen Münzamtes aufweisen, gelangte H. Mattingly zur Schlußfolgerung, daß die neue Präge in Italien, wahrscheinlich im nördlichen Teil, arbeitete, da eine weitere Entfernung die Abhängigkeit von Rom als unwahrscheinlich erscheinen ließe. Nun ist dies offenbar eine willkürliche und unbeweisbare Hypothese. Für die stilistische Verwandtschaft gibt es eine naheliegende Erklärung: in der neuen Prägestätte arbeiteten Meister aus Rom, deren Können und Praxis durch die Entfernung von Rom wohl kaum beeinflußt werden konnten. Für seine Argumentierung führte H. Mattingly auch ge­schichtliche Beweise an: Aemilian ließ in der neuen Münzanstalt kein Geld prägen, die frühesten Münzen des Valerian stammen aber von hier. Mediolanum, seines Erachtens der Standort der Prägestätte, befand sich während des Bürgerkrieges 253 im Besitz von Valerian. Diese Feststellung läßt sich mit keiner anderen Angabe bestätigen, ist aber auch gar nicht wahrscheinlich, wie dies im folgenden ausführlich begründet wir (Mattingly 1949,77). Laut G . Elmer ließ Decius für die Prägestätte an der Front die Münzpräger aus Rom kommen (1935, 21). Falls Decius die zur Versorgung der Donauarmee geprägten Gelder in seiner mobilen Prägestätte auf dem Balkan herstellen ließ, wären deren Münzen in größeren Mengen auf dem Aufmarschgebiet der Armee, in Niedermösien und Dakien, emittiert und in Umlauf gebracht wurden: vermutlich hätten wir sie hier in größeren Mengen finden müssen. Davon ist aber gar keine Rede, im Gegenteil: gerade in diesen beiden Provinzen der Donauregion ist der Anteil der aus der mutmaßlichen mobilen Prägestätte stammenden Münzen am niedrigsten. Nicht nur im Falle der "mobilen Prägestätte" ist der relative Anteil der aus der Prägestätte stammenden Münzen als ausschlaggebender Faktor anzusehen, sondern auch in bezug auf die kleineren Münzhäuser ganz allgemein, die zur Entlastung des zentralen Münzamtes der Stadt Rom errichtet wurden. Wenngleich sich die Rolle der Münzhäuser in der Geldversorgung des Imperium von Zeit zu Zeit geändert hat - im Notfall konnten größere Geldmengen auch in entlegene Gebiete betordert werden -, eine ausschlaggebende Funktion erfüllten sie dennoch in der Geldversorgung ihrer Umgebung. Vergleichen wir die Prozentzahlen des "von Mediolanum", "atelier secondaire" oder "mobile Prägestätte" genannten Münzamtes im Geldumlauf der einzelnen Provinzen, so erhalten wir folgende Angaben (FITZ 1978, 627): Decius ­Valerianus ­Gallus Gallienus Italia 0,00 % 0,98 % Raetia 2,42 % 32,00 % Germania Superior 12,03 % 8,09% Gallia 18,07% 4,43 % Hispánia 14,41 % 4,25 % Britannia 16,57% 5,54 % 14,46 % 4,78 % Noricum 14,47 % 29,78 % Pannónia Superior 13,34% 23,90 % Pannónia Inferior 28,60 % 25,22 % Moesia Superior 39,44 % 100,00% Dacia 26,18% 100,00% Moesia Inferior 0,08 % 0,00 % 30,70 % 34,83 % Falls die unter Decius und Trebonianus Gallus tätige Präge in Mediolanum arbeitete, spielte sie keinerlei Rolle in der Geldversorgung ihrer Umgebung, Nord-Italien und Raetien. Wie in Italien, fehlen die aus der Prägestätte bekannten Münzen auch in Niedermösien wo die sog. "mobile Präge" die Armee des Decius versorgt haben soll. Ungefähr ähnlich gestaltete sich der Anteil der Präge am Geldumlauf der westlichen Provinzen, von Noricum, Oberpannonien und Dakien und bewegte sich zwischen 12 und 18 Prozent: in diesem Ausmaß war die Präge an der Geldversorgung der europäischen Provinzen beteiligt. Einen etwa zweifachen Anteil finden wir in Niederpannonien und einen noch höheren in Obermösien - es obliegt keinem Zweifel, daß wir den Standort des Münzamtes im Umkreis dieser beiden Provinzen zu suchen haben. Unter Decius und Trebonianus Gallus stammten 30,70 Prozent der in Münzfunden der Donauregion enthaltenen Gelder aus diesem Münzamt, in den westlichen Provinzen dagegen nur 14,46 %. Während der Anteil hier unter Valerianus-Gellienus auf 4,78 % zurückfiel, ist in der Donauregion ein geringer Anstieg zu beobachten: ein Drittel der in Umlauf gebrachten Münzen wurden im neuen Münzamt geprägt. 292

Next

/
Oldalképek
Tartalom