Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Ttigkeit des Münzamtes von Viminacium. p. 287–301.
1989, 536) bis Aquileia und Opitergium vorstießen. Die Kraftquellen des Staates waren in diesen Jahren dermaßen erschöpft, daß Mark Aurel sich gezwungen sah, die Wertgegenstände des kaiserlichen Hofes zu versteigern: et, ne prouincialibus esset molestus, auctione<m> rerum aulicarum, ut diximus, fecit in foro diui Traiani, in qua praeter uestes et pocula et uasa aurea etiam signa cum tabulis magnorum artißcum uendidit (SHA, u. Marci, 21, 9). Die Finanzen des Imperium konnten auch nach 180, nach dem endgültigen Abschluß der Markomannenkriege, nicht ins Gleichgewicht gebracht werden: Die aberwitzigen Verschwendungen des Commodus überstiegen jederzeit die Einkünfte: congiarum dédit populo singulis denarios septingenos uicenos quinos, circa alios omnes parcissimus fuit, quod luxuriae sumptibus <a>erarium minieret (SHA,, u. Comm., 16, 8). Als er am letzten Tag des Jahre 192 umgebracht wurde, hinterließ er eine leere Staatskasse (SHA, u. Pert., 7, 6). Der Bürgerkrieg schuf abermals außergewöhnliche Verhältnisse. Die um den kaiserlichen Thron rivalisierenden Prätendenten mußten einerseits ihre großen Armeen versorgen, den Nachschub an Rüstung, Kleidung und Proviant zuweilen über Tausenden von Kilometern sichern, anderseits die Treue und Kampflust ihrer Soldaten mit immer weiteren donativa stärken. Septimius Severus, als ihn seine Truppen in Carnuntum zum Kaiser proklamierten, schenkte jedem seiner Soldaten tausend sestertii, quod nemo unquam principum militibus dedit (SHA, u. Seueri, 5, 2). Zwei Monate später, nach dem Einmarsch des Severus in Rom, erhielten seine Soldaten ein noch größeres donativum (SHA, u. Seueri, 7, 6). In der História Augusta werden außerdem beachtliche Belohnungen aus der Zeit des Partherkrieges erwähnt (SHA, u. Seueri, 16, 5), wiewohl mit Gewißheit anzunehmen ist, daß Severus sich für die entscheidenden Siege über die Rivalen ebenso spendabel zeigte wie bei der Erhebung von Caracalla zum caesar. Die immensen Ausgaben des Bürgerkrieges wurden zum Teil aus den enteigneten Vermögen der Abhänger des Didius Iulianus, Pescennius Niger und Clodius Albinus sowie aus den Geldbußen ersetzt, die den gegnerisch engagierten Städten auferlegt wurden. Die Aufrechterhaltung der militärischen Monarchie bedeutetet aber auch weiterhin für den Staat eine weit schwerere Belastung als die Regierung der Antonini. Der Senat und die alte provinzielle Aristokratie verweigerten Septimius Severus ihre Unterstützung, dieser war also zu immer weiteren Begünstigungen gezwungen, um sich die Unterstützung des Militärs und dadurch die Macht zu sichern. Bedeutungsvoller als die verschiedenen Zuwendungen war die erhebliche Erhöhung des Soldes (SHA, u. Seueri, 17, 1), wodurch der Staatshaushalt mit einer Mehrausgabe von rund 200 Millionen sestertii belastet wurde. Auch der Sicherheitsdienst und der Staatsapparat wurden wesentlich ausgeweitet. Die Zahl der procuratores vom Ritterstand, unter Augustus 23 (PFLAUM 1974, 9), stieg bis zu dieser Zeit auf 173 an (ibid., 38), und allein ihr Kostenaufwand nahm von 4 auf 20,5 Millionen sestertii zu (PEKÁRY 1979, 120). Neben dem Militär betraf die kaiserliche Gunst vor allem jene Volksklassen, denen der Großteil der Soldaten entstammte: die Bauernschaft und das städtische Proletariat, so wurde u.a. die unter Commodus abgeschaffte alimenta wieder eingeführt (ROSTOVTZEFF 1957, 405). Diese kostspieligen Begünstigungen fielen zeitlich mit einem allgemeinen Rückgang des Wirtschaftslebens und einer fortlaufenden Verminderung der Staatseinkünfte zusammen. Die Knappheit an Arbeitskräften wurde nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Gewerbe und dem Bergbau eine allgemeine Erscheinung und trug ebenso zum Rückfall der Produktion bei wie der Verfall des Handels, die Verkümmerung oder gar Einstellung der einst blühenden Werkstätten. Unter Septimius Severus waren diese Erscheinungen noch nicht überall in gleichem Maße wahrnehmbar. In den relativ rückständigen militärischen Provinzen, wo neben der Armee auch die bäuerlichen Massen die kaiserlichen Begünstigungen in erhöhtem Maße genießen konnten, z.B. in Pannonién und im Donaugebiet ganz allgemein, ferner in Africa und Syrien, Günstlinge der kaiserlichen Familie, entwickelte sich eine Prosperität, vergleichbar mit der der antoninischen Ära oder diese sogar übertreffend. Hingegen in anderen Regionen, so in Italien, in den reichen Städten von Asia oder in Gallien, war der Rückfall offensichtlich und die Unzufriedenheit nahm ständig zu (ibid., 411). Unter Caracalla, dem sowohl die Strenge wie auch das Maßhalten seines Vaters fehlte, verschlimmerte sich die langsam heranreifende Krise in beschleunigtem Tempo. Um auf die Treue seiner Soldaten unbedingt rechnen zu können - so im Jahre 211, anläßlich seines Zerwürnisses mit Geta (Fitz 1977, 545-552) -, erhöhte er abermals ihren Sold, von 500 auf 750 Denar, was eine jährliche Mehrausgabe von 400 Millionen sestertii ergab (Dio, LXXVIII, 36, 3; Birley 1981, 43). Im Verlauf seiner kurzen Regierungszeit zog er zunächst nach Gallien, sodann gegen die Parther. Sehr bald blieb von den Geldern, die unter seinem Vater in die Staatskasse einflössen, nichts mehr übrig und so versuchte er, die angestiegenen Kosten und Kriegsausgaben mit neuen, vor allem den reichen Klassen auferlegten Steuern und Gebühren (aurum coronarium) zu decken (ROSTOVTZEFF, 957, 417). Dadurch konnten aber die Mängel nicht behoben werden und so kam es zur Intensivierung der Münzprägung. Schon allein das Erscheinen von mehr Geld bedeutete dem rückgängigen Wirtschaftsleben einen geführlichen Abhang, und erst recht, als mit der Prägung von mehr Geld auch eine empfindliche Geldentwertung einherging. Unglücklicher Weise waren einige der Goldund Silbergruben um diese Zeit bereits erschöpft, ohne daß neue eröffnet worden wären (ibid., 413). Mit anderen Worten: Aus einer abnehmenden Menge von Gold und Silber mußte mehr Geld geprägt werden als vorher. Die 289