Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Ttigkeit des Münzamtes von Viminacium. p. 287–301.
talische, die danubische und die rheinisch-britannische zu beauftragen. Früher wurden die kräfte dieser Armeegruppen meist nur zur Zeit von Bürgerkriegen - so 68/69, 193-197-vereint. In dieser militärischen Umgestaltung wurde Pannonién eine besonders wichtige Rolle zuteil. Nicht in der Verteidigung der eigenen Grenzen - die durch die Invasion und den Vorstoß der Goten fortgerissenen Völker bestürmten Dakien und Niedermösien -, sondern in der Organisierung des gemeinsamen Kampfes. Eine Umorganisierung anderer Zielsetzung und scheinbar lokaler Bedeutung legte dazu die Grundlagen. Die in den Markomannenkriegen erschöpften Nachbarvölker bereiteten den Grenztruppen Jahrzehnte hindurch keine besonderen Schwierigkeiten. Die in Oberpannonien stationierenden drei Legionen stellten, nach der Teilung von Syrien und Britannien, die stärkste provinzielle Armee dar, überdimensioniert an diesem Frontabschnitt, zugleich Trägerin unabsehbarer Risiken: im Falle einer usurpatio - dafür war 193 ein warnendes Beispiel konnte sie praktisch ohne Widerstand das Reichszentrum, Italien und Rom, in Besitz nehmen, zumal sie diesen näher war als jede andere provinzielle Armee. Bevor Caracalla 214 gegen die Parther aufmarschiert wäre, unterstellte er die Legion von Brigetio dem Statthalter von Niederpannonien. Möglicherweise ließ er sich dabei durch kluge Voraussicht lenken, doch ist es nicht unmöglich, daß ihn die an den Grenzen entstandene neue Lage zur Umgruppierung der Streitkräfte bewogen hatte. Obwohl durch die Reorganisierung kein einziger Verband von seinem Garnisonsort versetzt, sondern nur die Grenzlinie zwischen den beiden Provinzen weiter westwärts gezogen wurde (Fitz 1978, 71-86), waren die Maßnahmen in bezug auf das Donaugebiet von ausschlaggebender Bedeutung. Es wurde dadurch nich nur die in Richtung der Markomannen weniger in Anspruch genommene, in Richtung Italien jedoch unverändert wirkende Streitkraft herabgesetzt, sondern auch demilitärische Schwerpunkt verlagerte sich nach Pannónia Inferior. Bislang war im mittleren Donauraum die mit drei Legionen ausgestattete Provinz Oberpannonien tonangebend, der niederpannonische Statthalter niedrigeren Ranges richtete sich nach seinen respektableren Nachbarn. Jetzt wurde die oberpannonische Limes-Strecke auf die Linie Vindobona - Ad Statuas abgekürzt, mit der Aufgabe, die bedeutungslos gewordenen Markomannen zu überwachen. Pannónia inferior hingegen - gestärkt neben der legio i Adiutrix auch mit zahlreichen Auxiliärtruppen übernahm neben der Sarmatenfront auch die Verteidigung der früheren quadischen Front. Von den Grenzvölkern, die die Nachwuchsbasis der Armee bedeuteten, blieben nur mehr die Boii in Oberpannonien, während die Söhne der drei anderen Stäme in die Verbände von Niederpannonien eingemustert wurden. Mit der Reorganisierung verlagerte sich der militärische Schwerpunkt von der Linie der Bernsteinstraße auf die Sarmatenfront, die sich vom Donauknie bis zur Savamündung erstreckte. Das bedeutete in einer Periode, da ins Karpatenbecken immer weitere Völker eindrangen, daß die pannonischen Verbände in der Zurückdrängung des Feindes vor allem in den dakischen und obermoesischen Truppen ihre Waffenbrüder fanden. Die gemeinsame Verteidigung und das gegenseitige Angewiesensein schufen im zweiten Drittel des 3.Jh. jene illyrische Gedankenwelt, die mit ihren positiven und negativen Wesenszügen über lange Zeit sowohl in der Aufhaltung der barbarischen Angriffe wie auch in der zerrütteten Machtstellung des Imperium eine besondere Bedeutung erlangte. Bedenken wir, daß die entlang der Front von Noricum bis zum Donaudelta lebenden Völker weder durch gemeinsame Traditionen, noch durch politische oder wirtschaftliche Interessen miteinander verbunden waren, daß ferner die einzelnen Provinzen sich in bezug auf de Romanisation sowie auf ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsstand ganz erheblich voneinander unterschieden, so können wir die zusammenhaltende Kraft des gemeinsamen Kampfes in ihrer vollen Größe ermessen. Dieser Prozeß wäre ohne der von Caracalla veranlaßten Reorganiserung wesentlich kraftloser geworden, die oberpannonische Anziehungskraft und Präponderanz hätten ganz Pannonién zum äußeren Beobachter der Ereignisse degradiert (FlTZ 1982, 53-56). Entwicklung der Wirtschaftskrise Beschränkt waren nicht nur die militärischen Möglichkeiten des Imperium, sondern auch seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die ohne größere Erschütterungen vor sich gehende gleichmäßige Entwicklung, die bis zum Tod des Antoninus Pius anhielt, hing von der weisen Mäßigung der Regierung, frei jeder Verschwendung, von der Erhaltung des Geldwertes, von der mit dem wachsenden Wohlstand sukzessive zunehmenden Produktion und Handelstätigkeit, und nicht zuletzt vom Fehlen der anhaltenden, großen Kriege ab. Die Wende, die schließlich zur schweren Wirtschaftskrise des 3. Jh. führte, setzte unter Mark Aurel ein. Zunächst nahm der Krieg gegen die Parther die Kräfte des Reiches in Anspruch und verbrauchte seine Vorräte; die aus dem Osten eingeschleppte Pest dezimierte nicht nur die Armee, sondern wirkte lähmend auch auf das Wirtschaftsleben. Die ersten Schlachten der Markomannenkriege wurden bereits ausgefochten, als die Garnisonen des Donaugebietes aus dem Orient noch nicht zurückgekehrt waren. In den 13 Kriegsjahren bedurfte es der ganzen Kraft des Imperium, um die Schwierigkeiten meistern und der gegnerischen Allianz der Barbaren den Frieden aufzwingen zu können. In den ersten Jahren wurde Rom überall in die Defensive gedrängt, blühende Städte und Villenwirtschaften fielen überall den einfallenden Barbaren zum Opfer, die im Jahre 169 (Fitz 288