Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Ttigkeit des Münzamtes von Viminacium. p. 287–301.

Alba Regia, XXV, 1994 J. FITZ DIE TÄTIGKEIT DES MÜNZAMTES VON VTNIMACIUM Die Mittes des 3. Jahrhunderts - von der zweiten Regierungshälfte des Philippus bis zum Sturz des Regalianus, d.h. die Jahre 247-260 - stellt in der Geschichte der römischen Donauprovinzen ein Sonder­kapitel dar. In diesen anderthalb Jahrzehnten der all­gemeinen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Krise lebten die strategischen Schwerpunkte des Imperium - Orient, Donaugebiet, westliche Provinzen ­über kürzere oder längere Zeit ihr eigenes Leben, sorgten in Selbstüberlassenheit für den Schutz ihrer Grenzen, und auch in ihrer wirtschaftlichfinanziellen Versorgung zeigten sich eigenartige Wesenszüge. Im Donaugebiet war es das Münzamt von Viminacium, welches die Ent­wicklung des Wirtschaftslebens maßgeblich bestimmte. Politische und militärische Vorgeschichte Das im 2.Jh. entstandene römische Verteidigungs­system stellte überall entlang der äußerst langen Grenzen die erforderliche Überlegenheit der römischen Waffen den stärkeren oder schwächeren Barbaren außerhalb des Limes entgegen - im Orient der Macht der Parther und Perser. Dieses System beruhte auf der Voraussetzung unveränderlicher auswärtiger Kräfte und geriet jedesmal in eine schwierige Situation, wenn es an irgendeiner Front den Kampf gegen größere Kräfte aufzunehmen hatte als üblich. Die großen orientalischen Kriege konnten nur mit Truppen ausgefochten werden, die aus dem Westen abgezogen wurden. Durch diese Praxis wurde vorüber­gehend die Verteidigung sämtlicher Fronten geschwächt, denn gerade jene militäritische Kraft wurde anderswo in Anspruch genommen, die am betreffenden Grenzabschnitt die römische Überlegenheit sichern sollte. Im Falle einer weiteren Schwächung der entlang der Grenzen eingesetzten Streitkräfte wäre die Verteidigung des Limes illusorisch geworden. Infolge dieses Umstandes war es für das Römerreich ein Ding der Unmöglichkeit, gleichzeitig einen Zweifrontenkrieg zu führen - soweit dies von ihm abhing. Solange unter Mark Aurel und Lucius Verus der Krieg gegen die Parther dauerte, mußten die örtlichen Fürhungsspitzen bis zur Rückkehr der in den Orient versetzten Truppen den bevorstehenden Ausbruch des Markomannenkrieges tunlichst aufschieben: dum Parthicum bellum geritur, natum est Marcomannicum, quod diu eorum, qui aderant, arte suspensum est, utfinito iam orientali hello Marcomannicum agi posset (SHA, v. Marci, 12, 13). Die schwere Krise des 3. Jh. rührte gerade von dem unglücklichen Umstand her, daß das Imperium seit Severus Alexander gleichzeitig an drei Fronten mit dem Angriff so starker Gegner konfrontiert war, daß es seiner ganzen Kraft bedürft hätte, um auch nur einen von ihnen zu besiegen. Zur selben Zeit, da die Lage des Donaugebietes durch die zur unteren Donau vordringenden Goten für Jahrzehnte kritisch wurde, stellte im Orient die eine neue Blütezeit erlebende, aggressive persische Großmacht die Herrschaft und den Einfluß Roms in Frage, nicht nur im abwechselnd besetzten Mesopotamien, sondern auch in den traditionellen römische Provinzen; gleichzeitig mußten sich die römischen Truppen am Rhein gegen verheerende Angriffe der Germanen behaupten. Anfangs erschienen die Kaiser - Severus Alexander, Maximinus Thrax, Gordianus III. ­mit ihrem Expeditionsheer abwechselnd im Orient, im Donaugebiet bzw. am Rhein, ohne auch nur an einer einzigen Front mit einem Entscheidungssieg Frieden schaffen zu können. In der zweiten Hälfte der 40er Jahre erwies sich der herkömmliche Grenzschutz bereits als unwirksam, in Abwesenheit der kaiserlichen Armee mußte die Verteidigung der meistgefährdeten Front­abschnitte in anderer Form bewerkstelligt werden. Trotz der vervielfachten Gefahr versuchte Rom nicht, durch die Vermehrung der Legionen Herr über die Schwierigkeiten zu werden, woran offenbar auch finanzielle Schwierig­keiten mitwirkten. So blieb nur die eine Lösung, mit der Verteidigung die großen Armeegruppen - die orien­287

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