Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Kabakeieva, G.: Römische glasierte Keramik aus Ulpia Oescus. p. 273–279.

und auf der Innen- und Außenseite aufgetragen war. Höchstwahrscheinlich war dieses Gefäß ein großer Krater, wie sie auch in Butovo und Pavlikeni hergestellt wurden (SULTOV, 1985, 75-76; KABAKCIEVA - VLADKOVA ­SULTOVA, 1988, 28-32). Der Unterschied zwischen diesem und den Gefäßen von den großen Keramikzentren bei Nicopolis ad Istrum besteht in der Art der Ausarbeitung. Der hier vorgestellte glasierte Krater wurde in einer Formschüssel gefertigt. Die Ornamente seiner Reliefverzierung sind eine Weinrebe ohne Blätter und darunter, auf der steilen Gefäßwand, ein "Wellenhakenband". Beide Motive sind sehr gut bekannt und in der hellenistischen und oströmischen Kunst weit verbreitet (SCHÄFER, 1968, 59-60; HOCHULI - GYSEL, 1977, 82, 90). Parallelen dieses Gefäßes sind nicht bekannt. Nach der Qualität des Tones und der Glasur kann man dieses Gefäß der lokalen Produktion in Mösien zurechnen. Mehr Information für die Datierung bringen die stratigraphischen Beobachtungen. Die Kleinfunde und Münzen, mit welchen zusammen das Bruchstück dieses glasierten Gefäßes gefunden worden ist, sind in das 2. Jh. bis 1. Hälfte des 3. Jh. datiert. Vermutlich ist es die Imitation eines Metallgefäßes und wurde bei römischen religiösen Ritualen benutzt. 2. Dünnwandige glasierte Keramik (Abb. 1. 2-4). Als selbständige Gruppe können die Fragmente von dünnwandigen glasierten Gefäßen angesehen werden, die mit grasgrüner Glasur bedeckt sind. Sie sind aus sehr feinem weißlichen Ton gearbeitet. Die grüne Glasur ist in einer dünnen Schicht auf beiden Seiten aufgetragen. Die hohe Qualität dieser Glasur zeigt ihr Glanz. Die Kleingefäße (Abb. 1. 2-3) sind der Form nach Skyphoi mit zylindrisch-sphärischem Körper. Auf den erhaltenen kleinen Wandbruchstücken des ersten Gefäßes finden sich feine Rädchenmuster, beim zweiten sind es flache Kanneluren. In Form und Dekor erinnern dieser Gefäßen an die "norditalische dünnwandige Ware" aus dem 1. Jh. n. Chr., doch ist es möglich, daß sie mit dieser Keramikart keine direkte Verbindung hatten und Nachahmungen der Metallskyphoi sind. Nicht nur die Formen, sondern auch die Verzierung aus Rädchenmuster und eingeritzten senkrechten Linien sind bei der römischen rotüberzogenen Keramik aus Niedermösien und Thrakien sehr häufig verwendet worden (SULTOV, 1985, 77; KABAKCIEVA ­VLADKOVA - SULTOVA 1988, 20-23). Die glasierten dünnwandigen Gefäße sind feiner als die Keramik mit rotem Überzug. Diese gute Qualität kann man dem Können der Töpfer der glasierten Keramik zuschreiben. Parallelen zu den dünnwnadigen Gefäßen mit grüner Glasur findet man in Pannonién und Dakien nicht. Aufschlußreicher ist das dritte Gefäß dieser Gruppe (Abb. 1. 4). Von ihm sind zwei kleine Bruchstücke des profilierten Mündungsrandes erhalten. (D. 12 cm). Nach der Form und dem Ton steht dieses Gefäß einer dünnwandigen kleinen Kanne aus Carnuntum sehr nahe (GRÜNEWALD, 1979, 45, Taf. 30, 7). Beide Gefäße sind aus feinem weißlichen Ton, wie auch die übrige: glasierte römische Keramik aus Ulpia Oescus. Diese Tonqualität ist in Pannonién, Ober- und Niedermösien und Dakien verbreitet. Sie entwickelt sich vermutlich auf der Basis spätlatenzeitlicher Traditionen im gesamten Raum der mittleren und der unteren Donau. Mit oder ohne rotem Überzug wurde sie bis zum Ende des 3. Jh. produziert. Aus solchem Ton sind die Gefäße der römischen Gruppe "Rotbemalte Keramik" ausgearbeitet. Die ähnliche Tonqualität der Gefäße mit grüner Glasur läßt annehmen, daß diese nicht nur gleichzeitig fest, sondern auch in ein und derselben Töpferwerkstatt hergestellt wurden. Solche fein ausgearbeitete glasierte Keramik ist auch aus den römischen Städte: Ratiaria und Novae an der unteren Donau bekannt (unpublizierte Funde). Aufgrund der glasierten Gefäßen aus diesen drei großen Städten in Ober- und Niedermösien muß die Herkunft dieser Keramik irgendwo in diesem Gebiet gesucht werden. Die nördlich der unteren Donau verbreitete römische Keramik mit Glasuren in grüner oder grünbrauner Farbe und die aus Pannonién unterscheiden sich nicht nur nach dem Ton, sondern auch nach den Formen von der in Oescus gefundenen (Gudea, 1990, 155-169; Barkóczi, 1992, 24-27). Weit entfernt vom unteren Donauraum findet man Ähnlichkeit zwischen der Feinheit und der weißlichen Farbe des Tones glasierter Keramik und dem sogennanten "Pfeifenton", aus welchem von weströmischen Töpfermeistern Statuetten und Gefäße hergestellt wurden. Diese Tonart fand breite Anwendung in der Erzeugung der glasierten Keramik in den Kölner Töpferwerkstätten des 2. Jh. (La Baume, 1967, 53-54). Als Beispiele für diesen Ton und die grüne Glasur können einige Gefäße im Römisch-Germanischen Museum Köln (Inv. Nr. 3520: Inv. Nr. N7969 und Inv. Nr. 36,28) erwähnt werden. Diese Funde, wie auch die nicht gut ausgearbeiteten Gefäße aus weißlichem feinen Ton aus Oescus führen zu der Frage der Herkunft der glasierten Keramik des 2. und der 1. Hälfte des 3. Jh. in Moesien. 3. Römische Keramik mit gelber Glasur (Abb. 1. 5­3.11). Zu dieser Gruppe gehören vielfältige Formen: Teller, Schälchen, Gefäße mit zwei Henkeln, eine Kanne (?). Der Ton ist in seiner Feinheit, Festigkeit und Farbe sehr ähnlich dem der weiter oben beschriebenen Gefäße mit grüner Glasur. Die Glasur ist auf der Innen- und Außenseite aufgetragen und von zitronengelber bis hellgelber Farbe. Die hohe Qualität dieser Glasur zeigt ihr Glanz. Das kleine halbkugelige Schälchen (Abb. 1. 5) mit kannelierter Außenseite konnten wir nach seinen Fragmenten rekonstruieren. Sie wurden in der Lehmschicht unten dem spätrömischen Bad im Südostteil der römischen Stadt gefunden (Sektor CXXXV, Grabungen 1992). Von dort kommen auch die Bruchstücke der flachen glasierten Teller dieser Gruppe. 274

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