Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Kabakeieva, G.: Römische glasierte Keramik aus Ulpia Oescus. p. 273–279.
Der Mündungsrand dieses Schälchens ist leicht nach außen gebogen (D. 10 cm) und sein Boden schließt sich an einen niedrigen Standring an. Die Kanneluren der Außenseite sind ähnlich denen des grünglasierten Skyphos (Abb. 1. 3). Die hellgelbe Glasur ist stellenweise stark abgeblättert. Sowohl die Form als auch die Verzierung der kleinen feinen Schale zeigen, daß sie ein Metallgefäß imitiert. Die andere schon bekannte Schale mit gelber Glasur von Oescus (Abb. 1. 6) ist flacher und hat größere Abmessungen (D. 18 cm). Das erhaltene Fragment stammt vom oberen Teil des Gefäßes. Sein Mündungsrand ist leicht nach außen gebogen und der Körper hat halbkugelige Form, stark plattgedrückt. Die Glasur, die beide Seiten bedeckt, ist gelb. Auf der Außenseite kann man die Spur eines Tropfens von honiggelber Farbe bemerken. Das Gefäß ist auf der Töpferscheibe gefertigt, und im oberen Teil mit dem Motiv der "stilisierten Kornähre" dekoriert worden. Die Qualität der Ausarbeitung dieser Schale weist gewisse Merkmale der Produktion der lokalen Töpferei auf. Genaue Parallelen dieses Gefäßes in der glasierten Variante sind aus Nieder- und Obermösien, Thrakien, Dakien und Pannonién nicht bekannt. Der Form nach steht diese Schale indessen den rotüberzogenen Gefäßen vom Typ 6 von Niedermösien nahe (SULTOV, 1985, 67, Tab. XXX, 3-4), welche im 2.-3. Jh. hergestellt worden sind. Die beiden glasierten Teller (Abb. 2. 7-8), Imitationen der Sigillata-Form Curie 15 und dem Typ 5 und Typ 10 der rotüberzogenen Keramik aus Mösien und Thrakien entsprechend (SULTOV, 1985, 64; KABAKCIEVA, 1983, 7), wurden unter dem spätrömischen Bad (Sektor CXXXV) entdeckt. Sie gehören zu einem Typ flacher Teller mit schleifenförmigen Griffen (D. 24 und 26 cm). Die Glasur ist von guter Qualität, hellgelb in der Farbe. Bei dem Teller (Abb. 2. 7) ist diese Farbe etwas dunkler, d.h. bis gelbbraun in jeder Oberflächen Vertiefung. Als Parallelen dieser Form in der glasierten Variante können zwei Gefäße, eines aus Mursa in Südpannonien (BRUKNER 1981, 34, T. 71,24) und ein anderes aus Zlatna in Dakien (Gudea 1990, 158, Taf. IV, 1) angeführt werden. Sie sind aber aus ziegelrotem Ton ausgearbeitet und mit dunkelgrüner Glasur bedeckt, was einerseits zeigt, daß im ganzen Gebiet der mittleren und unteren Donau diese Form von Tellern verbreitet war und zweitens, daß die hier erwähnten glasierten Gefäßen von Oescus, Mursa und Zlatna in verschiedenen Töpfereien produziert worden sind. Zu der Gefäßgruppe mit gelber Glasur gehören auch die fragmentierten Gefäße mit zwei Henkeln (Abb. 2. 9 und Abb. 3. 10). Sie stellen der Form nach mittelgroße Töpfe mit steilem Mündungsrand dar (D. 13 und 18 cm). Auf dem niedrigen Standring des Bodens erhebt sich ein länglicher sphärischer Körper. Jedes dieser Gefäße hat zwei nicht breit gerippte Bandhenkel. Der Ton ist der gleiche wie bei allen übrigen glasierten Gefäßen aus Oescus. Die Farbe der Glasur ist zitronengelb und auf beiden Seiten aufgetragen. In rotüberzogener Keramik entsprechen diese doppelhenkeligen Gefäße dem Typ 3 von Niedermösien und Typ 4 von Pannonién (SULTOV, 1985, 76, T. XXXVI, 1: BRUKNER, 1981, 41). Auf dem Boden des Gefäßes (Abb. 2, 9) ist ein Klümpchen von Glasur zu bemerken, das eine Verdichtung in kupferner Farbe darstellt, ähnlich wie bei dem Schälchen (Abb. 1, 6). Die vergleichbaren Gefäße der rotüberzogenen Keramik sind häufig verziert, weil sie wahrscheinlich eine spezielle Verwendung bei der Praxis der Kultrituale hatten. Bei den glasierten Exemplaren von Oescus ist die Verzierung ziemlich vereinfacht - nur geritzte Linien auf der Lippe oder ein Rillenband auf den Wänden. Hier spielt vermutlich die Glasur mit zitronengelber Farbe auch die Rolle der Verzierung. Die Bruchstücke von Gefäßen mit zwei Henkeln wurden an beiden Fundstellen glasierter römischen Keramik in Oescus gefunden. Das zeigt, daß die Herstellung der letztangeführten Ware und der der zweiten Gruppe mit grüner Glasur gleichzeitig ist. Außerdem wurden bei den Grabungen in Oescus auch Fragmente von Gefäßen festgestellt, die aus dem oben beschriebenen Ton gearbeitet sind, aber weder mit einer Glasur noch einem roten Überzug bedeckt sind. Alles das, wie auch die Defekte der Glasur auf einigen der hier betrachteten Gefäßen, z.B. jenen von Abb. 1. 6 und Abb. 2. 9 tragen zu ihrer Identifizierung als Produktion einer lokalen Töpferei bei. Bei den glasierten Gefäßen aus dem 2. und der 1. Hälfte des 3. Jh. dürfen keine massenhaften Funde erwartet werden, denn ihre Herstellung war weit teurer als die der übrigen Keramik von anderen lokalen Töpferwerkstätten. Sie waren warscheinlich Luxusware, die oft Metallgefäßen imitierten und manchmal als Kultgeschirr verwenden worden sind. Nach stratigraphischen Beobachtungen und der Datierung der Kleinfunde, mit welchen zusammen die glasierte Gefäße in Oescus gefunden wurden, können wir auf ihre Erzeugung in der Periode vom 2. Jh. bis in severische Zeit schließen. Für das Problem der Verbreitung der glasierten Keramik des 2.-3. Jh. haben auch die chemische Analysen römischer Glasur nicht viele neue Ergebnisse geliefert (Pernicka 1979). Die Diskussion über ihre Herstellung in den Provinzen bleibt noch offen und besonders die im 2.3. Jh., weshalb jedes neu publizierte Stück unsere Kenntnisse darüber erweitert können wird. Die Frage der Verbindung zwischen der hier vorgestellten glasierten Keramik und jener der spätrömischen Zeit kann man als eine für ihre Entwicklung wichtige ansehen. Die Funde von Oescus zeigen, daß es mit der in großen Mengen produzierten spätrömischen glasierten Keramik des 4.-5. Jh. keine direkte Verbindung gibt. Die letztere ist eine deutlich abgesonderte Gruppe, sowohl nach der Ausarbeitung der Gefäße, als auch nach der Beschaffenheit und Farbe der verwendeten Glasuren. Sie kann nicht als unmittelbare 275