Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Kabakeieva, G.: Römische glasierte Keramik aus Ulpia Oescus. p. 273–279.

Alba Regia, XXV, 1994 G. KABAKSŐIEVA RÖMISCHE GLASIERTE KERAMIK AUS ULPIA OESCUS Die antike glasierte Keramik aus Niedermösien und Thrakien ist immer noch nicht gut erforscht, besonders die aus der Zeit des Prinzipats. Die bekannten Funde von römischen glasierten Gefäßen aus den beiden Provinzen sind wenige. Eine gewiße Menge von römischer glasierter Keramik liegt aber unpubliziert in den Museen. Das einzige bisher veröffentlichte Gefäß mit Glasur aus dem 1.-3. Jh. ist eine hohe Kanne mit einem Henkel. Sie wurde zufällig in der Nähe der römischen Stadt Augusta Trajana (heute Stara Zagora) gefunden (Najdenova, 1969, 79-85). Die Glasur ist von gelbbrauner Farbe. Aus der Form des Gefäßes und der reichen plastischen Verzierung mit Darstellungen von Herakles, Silen, Satyr und dem Kopf einer Mänade geht deutlich hervor, das es eine römische Metallkanne kopiert. Nach Parallelen von anderen römischen Provinzen wird diese Kanne in die zweite Hälfte des 2. Jh. datiert. Als ihr Herkunftsgebiet gibt die Forscherin Kleinasien an, doch geben einige nicht sorgfältig gefertigte Elemente Grund zur Annahme, daß sie in irgendeiner Töpferei in Thrakien hergestellt wurde. Aus Thrakien kommt auch ein anderer publizierter Fund, der allerdings mit der Entwicklung der lokalen Produktion von glasierten Gefäßen und Gegenständen verbunden ist. Es handelt sich um einen Teil einer glasierten Votivtafel mit der Darstellung des Thrakischen Reitergottes. Sie wurde in südwestlichen Bulgarien im Tale der mittleren Struma entdeckt (Milőev, 1959, 68-73). Diese Votivtafel ist aus feinem ziegelroten Ton gearbeitet und ihre Oberseite ist mit grün-brauner Glasur bedeckt. Dieser für die lokale glasierte Ware sehr wichtige Fund wird in das 3.-4. Jh. datiert, doch kann diese Datierung aufgrund des heidnischen Charakters und einiger neuer Funde aus dem Gebiet der mittleren Struma auf das Ende des 3. Jh. präzisiert werden. Mit den angeführten Funden erschöpft sich die Übersicht der glasierten Keramik von Thrakien und Niedermösien aus der Periode vom 1.-3. Jh. Chronologisch kann man die römische glasierte Keramik in drei große Gruppen ordnen: I. Gruppe - frührömische glasierte Keramik IL Gruppe - römische glasierte Keramik des 2.-3. Jh. III. Gruppe - spätrömische glasierte Keramik. In der vorliegenden Arbeit werden die Funde der zweiten Gruppe aus der römischen Sradt Ulpia Oescus betrachtet. Die archäologischen Grabungen in der römischen Kolonie Ulpia Oescus bei Gigen, Bezirk Pleven, brachten in den letzten Jahren interessante Funde glasierter Gefäße aus der Römerzeit zutage. Im Vergleich mit anderen Gruppen römischer Keramik nehmen die glasierten Gefäße des 2.-3. Jh. weniger als 1 % ein. Die Bruchstücke römischer glasierter Keramik kommen bisher nur an zwei Fundstellen vor. Die erste ist ein Kanal der in der 1. Hälfte des 3. Jhs. aufgegebenen Hypokaustanlage im Nordostteil des Forums. Diese Datierung ergibt sich aus der dort gefundenen Keramik, den Kleinfunden und Münzen. Die andere Fundstelle der glasierten Keramik befindet sich in Südostteil der römischen Stadt. In den Schichten unter den Läden und dem spätrömischen Bad wurden nördlich von diesen verschiedene Formen grün­oder gelbglasierter Keramik gefunden. Nach der Farbe der Glasur und der Herstellungsweise können die römische glasierte Gefäße von Ulpia Oescus in folgende Gruppen gegliedert werden: 1) Gefäße, die in Formschüsseln modelliert sind, 2) dünnwandige glasierte Gefäße mit grüner Glasur und 3) Gefäße mit gelber Glasur. 1. In Formschüsseln modellierte glasierte Gefäße (Abb. 1. l).Zu dieser Gruppe kann nur ein Fragment eines kraterförmigen dickwandigen Gefäßes gezählt werden. Erhalten ist ein Teil der Mündung mit steilem Rand und Reliefverzierung auf der Außenseite (D. 25 cm). Der Ton ist hellgrau-weißlich, sekundär verbrannt, porös. Die Glasur ist durch den sekundären Brand fast völlig vernichtet, doch ist zu sehen, daß sie gelbliche Farbe hatte 273

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