Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 22. 1982-1983 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1985)

Közlemények – Mitteilungen - Forschungen in Gorsium in den Jahren 1981/82. p. 109–160. t. I–LIII. (Fitz Jenő, Bánki Zsuzsanna, Fülöp Gyula, Jungbert Béla)

KÖZLEMÉNYEK — MITTEILUNGEN Alba Regia, XXII, 1985 FORSCHUNGEN IN GORSIUM IN DEN JAHREN 1981/82 1. AUSGRABUNGEN Im 24. und 25. Jahr der FreilegungC 1 ) konzentrierten sich die Grabungen vor allem auf die Erforschung der Stadtmauern. Der größte Fortschritt konnte bei der nördlichen Stadtmauer verzeichnet werden, und zwar mit dem nach Norden (Brigetio) gehenden Tor und zwei Türmen. An der östlichen Seite wurde das — nach Aquincum gehende — Tor lokalisiert, welches den decumanus maximus abschließt. Aufgrund der vorjährigen Ergebnisse wurde die Erschließung des südöstlichen Eckturmes fortgesetzt und beendet. Ebenfalls von den Forschungen des Jahres 1980 ausgehend begann auch die Ausgrabung des süd­westlichen Eckturmes und wurde mit Ausnahme des west­lichen Bogens abgeschlossen. Auf dem Gelände innerhalb der Stadtmauern wurde eine kleinere ergänzende Grabung im östlichen Durchschnitt durchgeführt, wo neben dem mutmaß­lichen südlichen Graben des frühen Militäilagers, zwei frühen Wohnhäusern und einem ebenfalls frühen Brunnen weitere Gräber aus dem 6.—7. Jh. erschlossen wurden. Eine Arbeit von größerem Umfang ergab sich aus der Erschließung des fundreichen Kellers unter dem abgetragenen Gebäude Nr. XXXI, (wo wir ursprünglich ein Bad vermuteten (XL. Gebäude). Außerhalb der Stadmauern wurden auf dem Gelände des IL Militärlagers bescheidenere Fortschritte in der Ausgrabung des auf Mitte des 5. Jh. datierbaren Gräberfeldes sowie bei den Forschungen erzielt. Da die Grabungsergebnisse der Gräber­felder und des Lagers gar wenig auswertbar sind, werden wir sie im Laufe der Publizierung weiterer Erschließungen bekannt­geben. Nördlich der Stadtmauer wurde die Lokalisierung des amphitheatrum in Angriff genommen. 1. Die nördliche Stadtmauer Im Jahre 1980 kam in den Profilen 135—140/845 im aus­gehobenen Zustand die nördliche Mauer der Stadt mit dem nach NW ausgehenden Teil eines Turmes zum Vorschein (Fitz 1983, 201-202). In den Ausgrabungsjahren 1981/82 wurde zwischen den Profilen 115/830 und 170/865—870 in 70 m Länge die Stadtmauer freigelegt, die in diesem Abschnitt durch zwei viereckige, vorspringende Türme befestigt war. (l)Die erste Reihe der Meldungen über die seit 1958 andauernden Aus­grabungen von der Periode 1958—1966 erschien in den Bänden I —VIII/IX der Alba Regia. Die zweite Reihe seit 1972 teilt die neuen Forschungen, sowie das Fundamaterial in den Bänden XIII — XIX der Alba Regia mit. Die Dicke der Mauer betrug zwischen den beiden Türmen 1,70 m und an der Innenseite derselben 2,60 m. Abstand zwischen den beiden Türmen: 31,50 m. Abmessungen des westlicheren Turmes (dessen Überreste 1980 bekannt wurden): 9,20x7,40, des östlichen: 9,40x7,60 m, beide waren aus der Innenebene der Stadtmauer um 0,70 m zurückgesetzt. Im Inneren des östlichen Turmes befand sich ein minderwertiger Fußgänger­Horizont in + 332 cm Höhe, mit Brandspuren. Auch die Pfostenlöcher, die den Fußboden durchbrachen, waren durch­gebrannt. Fünf große Pfosten konnten geortet werden, die in einer Reihe standen — infolge ihrer Anordnung ist zweifellos auch mit einem sechsten zu rechnen. Die Pfostenlöcher dürften dem Gebälk angehört haben, welches die zur Etage des Turmes führende Holztreppe zu halten hatte. Der westliche Turm schützte das nördliche Stadttor, welches sich am Ende der im 4. Jh. gepflasterten Straße (cardo maximus) befand. Die auf der Suche nach dem mutmaßlichen anderen Turm des Tores an der westlichen Straßenseite durchgeführten Forschungen blieben erfolglos. An der westlichen Seite der durch das Tor hinaus­führenden Straße (an den Rändern in +251 und +265, in der Mitte in +233 cm Höhe) zeigte sich in 4,5 m Länge eine Pfosten­reihe, die sich an der nördlichen Ecke nach SW abwendete und über weitere 3 m zu verfolgen war. Diese Konstruktion gehörte nicht zur Stadtmauer, sondern zu einem kleineren Bau. Ort und Umfang des Stadttores werden von den beiden inneren Pfeilern angegeben, von denen einer bei der Ausgrabung im Jahre 1980 im Profil 135/840 zum Vorschein kam; das Pandant wurde im Profil 130/840 gefunden. Abmessungen der beiden Pfeiler: 1,40x1,10 bzw. 1,70x1,20 m. Dichtweite des Tores zwischen den beiden Türmen: 3,50 m; Dicke der Mauer beim Tor: 2,70 m. Das Alter des Tores wird durch den späten cardo maximus bestimmt, der bei der mit Diocletianus beginnenden zweiten Stadtgründung über den Trümmern des zerstörten forum und des Tempels angelegt wurde. Das Grundwerk der Stadtmauer und ihr Verhältnis zu den mit ihr in Berührung stehenden Mauern sind wegen des ausgehobenen Steingutes gewöhnlich schwer zu bestimmen. Die Wandstümpfe, die in den Profilen 115/830 und 120/835, auf die Stadtmauer gestützt, Räumlichkeiten bildeten, stammen aus der spätesten Bauperiode der Stadt: die seicht fundierten Mauern wurden unter Ver­wendung von Stein- und Ziegelschutt in Lehm gebaut. Solche Mauern kamen auch im Profil 135—140/845 zu Vorschein, in einer späten Ergänzung des XLIII. Gebäudes aus dem 4. Jh. Von den mit der Stadtmauer in Berührung stehenden Bauwerken wurde ein einziges früheres im Profil 175/870, östlich vom Turm gefunden; es gehörte zu einem Haus von guter Qualität, welches mit gelblichem Mörtel im 3. Jh. errichtet wurde. Westlich vom Stadttor, außerhalb der Mauer, weist die Ebene des 4. Jh. ein beachtliches Gefälle in Richtung des Flusses 109

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