Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 17. 1976 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)
Irodalom – Besprechungen - Mozsolics Amália: Bóna I., Die mittlere Bronzezeit Ungarns und ihre südostlichen Beziehungen. p. 335–339.
В. weist die einzelnen Depotfunde verschiedenen Kulturen zu und berücksichtigt dabei nicht, daß einzelne Typen, wie die Äxte mit fächerförmigem Nacken, die Schaftröhrenäxte, von Vattina bis Stro, Nackenscheibenäxte Typus A von Szászkeresztúr bis Illmitz verbreitet waren. Schmuckfunde sind eher eine Eigenart der „Tracht " und kulturgebunden, wenn man den Ausdruck gebrauchen will. B. vertritt im ganzen Buch die Hypothese einer Stammesmetallurgie, wie schon in einem früher veröffentlichten Artikel (1958, 211-243). An Depotfunden der VatyaKultur zählt er drei auf: Páty, Százhalombatta und Kelebia (S. 71-72). Alle drei Fundstellen liegen weit entfernt von jeglichem Erzvorkommen und besonders die Stücke von Kelebia zeugen von einem hohen Können. Er selbst sagt, daß die „Streitaxt" von Kelebia (Schaftlochaxt) einen Typus Cófalva darstellt. Dieser Typus war im ganzen Karpatenbecken verbreitet. Auch den Datierungen können wir B. in vieler Hinsicht nicht beistimmen, z.B. des Fundes von Nagyhangos — den er nach einem nicht geklärten Standpunkt in zwei Teile teilt — oder des Depots von Kórós. Der Vernachlässigung der stratigraphischen Daten, bzw. ihrer Nichtberücksichtigung ist es zuzuschreiben, daß B. jene Depotfunde, die ich als zum Horizont Hajdúsámson gehörig bezeichnet habe, mit dem Vorwärtsdrängen der Hügelgräberleute in Zusammenhang bringt und dann die Depotfunde des Koszider-Horizontes an das Ende dieser Periode stellt, wie dies u. a. aus einer Tabelle ersichtlich ist (S. 77): „Weiterlebende Vatya-Kultur, überall Hügelgräberkultur-Funde vom sog. Koszider-Typus, sowie Szeremle-Typus (Baracs)". An mehreren Stellen sagt B. daß er die Depotfunde — Horizont Hajdúsámson — an das Ende der Mittleren BZ 3, bzw. an das Ende von Vatya III datiert (S. 71). So sollen nach B. in Dunaújváros-Koszider Hügelgräberfunde gemacht worden sein, doch sind mir solche von diesem Fundort nicht bekannt ; die Koszider-Depotfunde wurden eben vor den Hügelgräberleuten dem Schutz der Erde anvertraut. Die Hajdúsámson-Funde sind, wie Vergleiche mit Gräberfunden und stratigraphischen Daten nahelegen, am Ende der Hernád как-Phase (I nach В.), die B. mit Füzesabony A gleichsetzt (S. 151), niedergelegt worden. Füzesabony A datiert В. in seine „Mittlere BZ 1" (S. 163). Die Dolche Typus Kelebia sind zur Zeit von Megyaszó in Gräbern nicht mehr zu finden. Schaftlochäxte Typus С und D sind im Goldfund von Cófalva zusammen und letztere kommen noch zur Zeit von Megyaszó vor. Mehrere Äxte Typus С befinden sich im Fund von Hajdúsámson (MOZSOLICS 1967, Taf. 10, 2-5; 11, 1-4) und Gußformen von solchen sind in den Schichten XIII und XIV von Pécska (ebendort, S. 19). Diese Gußformen kamen in einer Schicht von ca 1 m zum Vorschein (Schicht XIII = 2 — 2,5 m über dem gewachsenen Boden ; XIV = von 2,5 — 2,95 m) und über diesen Schiehten lagen noch Schicht XV (2,93 — 3,5 über dem gewachsenen Boden) und XVI (von 3,5 m bis zur Oberfläche). In der Darstellung von B. (S. 89) figurieren andere Tiefenangaben als in der Originalpublikation von M. Roska (1912, 26 — 42). Vergleiche zeigen klar, daß auch diese Gußformen eine Phase früher datiert werden müssen als dies B. meint. Zur Datierung der Schaftlochäxte Typus Hajdúsámson siehe auch A. Vulpe 1970, 49 — 51. Die sog. Koszider-Periode ist nach B. die Zeit nach dem Depotfund-Horizont von Hajdúsámson, als angeblich die Hügelgräberleute in das Ksrpatenbecken eindrangen und es zum Weiterleben mancher Vatya-Elemente mit Hügelgräberelementen kam und am Ende dieser Periode wurden dann die Depotfunde des Koszider-Horizontes niedergelegt. Die Gräberfelder wie Tápé (TROGMAYER, 1975,156) und Tiszafüred-Majoros, sowie andere gleichzeitige Fundorte (Kovács 1969, 166, 168; KOVÁCS 1975, 48), haben die ältesten Relikte der Hügelgräberkultur geliefert und alle sind nach dem Koszider-Horizont zu datieren. Das haben auch beide Autoren, die die Gräberfelder veröffentlichten, betont, besonders klar T. Kovács. Auch er spricht von einer Koszider-Periode, meint ebenfalls die Zeit zwischen den beiden Depot-Horizonten von Hajdúsámson und Koszider und inhaltlich definiert er diese Periode als die Entwicklungszeit der Koszider-Metallurgie. Ich habe diese Zeit als Stufe В Illb bezeichnet. In dem von B. beschriebenen Zeitabschnitt waren die Hügelgräberelemente noch nicht im Gebiet an der Donau. Erhält an seiner Theorie fest, die er in seinem Aufsatz über die KosziderFunde (1958, 242-243) veröffentlicht hat, daß nämlich die Niederlegung dieser Funde dem Vorwärtsdrängen von „Stammesgruppen der brandenburgischen, sächsischen, schlesischen und polnischen „Lausitzischen" Kultur nach südwestlicher und südöstlicher Richtung „zuzuschreiben sei". Nach ihm bedeutet dies „zugleich auch das Ende der Bronzezeit des mittleren Donaubeckens. . . und beleuchten die Verbergungursache der Hortfunde vom KosziderTypus". Daraus folgte naturgemäß, daß B. die Depotfunde des Hajdúsámson-Horizontes dem Eindringen der Hügelgräberleute zuschrieb. Die Arbeit ist nach den historisierenden Tendenzen der fünfziger Jahre verfaßt, als Untersuchungen über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und jeweilige Struktur angestrebt wurden. Leider versäumt es В., seine Feststellungen mit beweiskräftigen Argumenten, vor allem mit der Analyse der Gräber und Pläne der Gräber, ferner mit dem Fundstoff selbst zu untermauern. Es seien hier einige Feststellungen zitiert: „Großviehzüchtervolk" (die Träger der Vatya-Kultur, S. 32), „Viehzüchtereindringlinge" (Kisapostag-Bevölkerung, S. 32), „Kisapostag-Hirten" (S. 31). Die Nagyréver Bevölkerung war nach B. ein ..Ackerbauvolk" (S. 31). „Das Volk der VattinaGruppe war ein seßhaftes Ackerbauvolk" (S. 187). „Handelsaristokratie" (S. 74), „Aristokratie des Vatya-Volkes" (S. 75), die in kleineren Burgfesten lebten. Das Volk der Gyulavarsánd -Gruppe „zerfiel in zwei große Schichten . . .das gemeine Volk, das offenbar die Traditionen der Sippen- und Stammesorganisationen bewahrte. Über diesen stand die — teilweise von den Eroberern abstammende — Militäraristokratie, die ihre Macht später durch dem Transithandel auch wirtschaftlich festigte" (S. 140). Von der Füzesabony-Gruppe heißt es: „...anfänglich patriarchalische Sklavenhaltung. Diese Sklaven hatten Teil am Leben der Sippe und wurden auf dem Gräberfeld bestattet" (S. 164). Nach den bisher bekannten Gräbern der Füzesabony-Kultur (z.B. Hernádkak und Megyaszó) kann man solche Feststellungen nicht riskieren, da in vielen Fällen selbst die Fundzusammengehörigkeit unsicher und Skelette sowie Grabungspläne überhaupt nicht erhalten sind. Von der Wietenberg-Kultur schreibt В.: „. . .können wir die Gesellschaft als primitive Klassengesellschaft betrachten", da nach B. eine auf Viehhaltung, Industrie und Bergbau beruhende Wirtschaft eine größere Arbeitsteilung als in anderen Gebieten des Mittleren Donaubeckens zur Folge hatte. „Die Aristokratie — die Schicht der reichen Krieger — lebte in hochgelegenen Bergsiedlungen und befestigten Burgen". . . . „Die Aristokratie lenkte Industrie und Handel" (S. 176). „Die Gesellschaft zeigt einen stark gegliederten „Klassencharakter". An der Spitze stand die Krieger-Aristokratie ..." (S. 177). Die aufgezählten Rapiere sind alle Einzelfunde und m. E. ist ihre Datierung, sowie ihre kulturelle Zuordnung z. Z. ungewiß, da es sich anscheinend um einen langlebigen Typus handelt. Kulturgruppe, Volk, Stamm, Sippe werden in vielen Fällen als gleiche Größen aufgefaßt, bzw. identifiziert, wofür es in der Arbeit zahlreiche Beispiele gibt: „Verschmelzungsprozess zwischen den Nagyrév und den Kisapostag Völkern" (S. 31), „Vordringen des FüzesabonyVolkes nach Südwesten, wodurch die benachbarte Hatvan-Kultur . . . liquidiert wurde" (S. 51). „Den Untergang des Hatvan-Volkes nutzte das Vatya-Volk zum eigenen Vorteil" (S. 51). „...die eingewanderten Kisapostag-Gruppen aus Sippen, die in Großfamilien verbänden lebten" (S. 74). Auch haben wir keine Beweise, daß die „Kisapostag-Hirten" in „Großfamilien-Organisa22 Alba Regia 337