Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)

Tanulmányok – Abhandlungen - Somogyi Árpád: Neuere Beiträge zu der Geschichte der Goldschmiedekunst im Komitat Fejér. IV–V, 1963–64. p. 135–140. t. XXXVII–XLI.

Neuere Beiträge zu der Geschichte der Goldschmiedekunst im Komitat Fejér Kunstdenkmäler eines Jahrtausends stehen dem Forscher zur Verfügung, um die Geschich­te der ungarischen Goldschmiedekunst im Ko­mitat Fejér erforschen zu können. Archäologi­te der ungarischen Gidschmiedekunst im Ko­sche Freilegungen lieferten ein reiches Mate­rial zu der romanischen Metallschmiedekunst des Komitates. Hier mögen vor allem die Funde der Königsgräber erwähnt werden, ferner jene, die bei den Ausgrabungen in Szabadbattyán zu­tage gekommen waren. Die Denkmäler der Go­tik finden wir noch an Ort und Stelle vor. Die reformierte Kirche von Bodajk besitzt einen go­tischen Kelch. Der in einigen Detailen gotische Kelch der reformierten Kirche von Aba, der gotische Kelch von Kajászó vertreten unter an­deren die Goldschmiedekunst des 15. Jahrhun­derts im Komitat. Der Kelch von Bodajk (Taf. XXXVII, 1) hat einen sechspassförmigen Fuss mit erhöhtem Rand, einen sechsseitigen Schaft, einen mit Per­lenband, Rosetten und Blumenwerk geschmück­ten Knauf. Ausser diesen Merkmalen ordnet auch die kennzeichnende Ausgestaltung Ger Kuppe den Kelch in die Gruppe der ung,d­ländischen Goldschmiedewerke des 15. Jahr­hunderts ein. In der Handschrift der História Domus der reformierten Kirchengemeinde von Bodajk ist verzeichnet, dass 1426 der Abendmahlkelch ,,erneuert" („megújították") wurde, die dünn gewordene Gefässwandung wurde verdickt {„megöregbítették"), nachher wurde der ganze Kelch vergoldet. In der Handschrift heisst es weiter, dass in dem gleichen Jahr ein Lehm­ziegelbau errichtet wurde, der als Kirche diente und in dem zum ersten Mal das Abendmahl aus diesem Kelch gespendet wurde. Die História Domus spricht eindeutig von einem Silberkelch . doch ist der bis auf unsere Tage erhaltene Kelch der Kirchengemeinde von Bodajk ein vergoldeter Kupferkelch, kann demnach mit dem 1426 wiederhergestellten Kelch identisch sein. Der gotische Kelch von Bodajk bezeugt nicht nur, dass die Kirchengemeinde wohlha­bend war, kann vielmehr als ein Hinweis auf das einstige Goldschmiedegewerbe im Komitat Fejér gelten. Obwohl der Kelch von Aba nur in Bruchstü­cken erhalten blieb, ist er dennoch als ein Be­weis für das gotische Kunsthandwerk des Ko­mitates zu werten. Der mit rautenförmigen Rotuli verzierte Nodus und die leicht ausla­dende Kuppe des Kelches gehören zweifelsohne dem 15. Jahrhundert an, während der Fuss die Ergänzung einer späteren Restaurationsarbeit ist. Der gotische Kelch von Rácalmás kann mit der historischen Vergangenheit des Komitates Fejér nicht in Einklang gebracht werden. Gegenwärtig ist er im Diözesenmuseum in Szé­kesfehérvár verwahrt. Zu Beginn des vergan­genen Jahrhunderts hatte ihn den namhafte Sammler Miklós Jankovich erstanden und der Pfarrkirche von Rácalmás verehrt. Den vergol­deten Silberkelch, der auf acht geflügelten En­gelsköpfen ruht, zieren eingravierte figürliche Darstellungen mit Emailschmuck. Er ist als ei­ne italienische Arbeit des 15. Jahrhunderts anzusprechen. In Rácalmás wurde seinerzeit der urkundlich bestätigte, sog. „Mathias-Pokal" aufbewahrt. Es handelt sich wahrscheinlich um ein goti­sches Goldschmiedekunstwerk, das die Sage dem grossen ungarischen König anges Mossen hat. Das 16. und 17. Jarhundert waren die schwe­ren, harten Zeiten der Türkenherrschaft im Ko • mitat Fejér. Es kam zu einer lange währenden Stockung auf dem Gebiet der kulturellen und künstlerischen Entwicklung, obwohl es niemals zu einem völligen Stillstand des Kunstschaf­fens gekommen war. Es sind nur wenige Angaben auf uns über­kommen, die von an die Goldschmiede ergange­nen Aufträgen im 17. Jahrhundert berichten. Hier sei vor allem die reformierte Kirchenge­meinde von Iszkaszentgyörgy erwähnt, die ei­nen Goldschmied unbekannten Namens im Jahre 1651 mit der Anfertigung eines Kelches beauftragte. Der Kelch befand sich bis zum zweiten Weltkrieg im Besitz der ref о -miérten Kirche, wurde aber im Zuge der Kriegsgescheh­nisse vernichtet. Bruchstücke blieben erhalten, deren Inschrift bezeugt, dass auch während der Türkenherrsohaft im Komitat Fejér die Silber­schmiede tätig waren. Goldschmiedearbeiten aus dem 17. Jahrhundert blieben in Sárkeresz­túr, Rácalmás, Polgárai, Mezőkomárom und ir Lepsény erhalten. Zu den bedeutenden Denkmälern der ungari­schen Goldschmiedekunst des 17. Jahrhunderts gehört der Silberkelch der reformierten Kirche von Polgárai (Taf. XXXVII, 4. und XXXVIII, 1). Den Sechspassfuss zieren im sog. augsburger Ornamentstil gearbeitete Blumen, Früchte und geflügte Engelsköpfe. Das augsburger Blumen­135

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