Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)

Tanulmányok – Abhandlungen - Somogyi Árpád: Neuere Beiträge zu der Geschichte der Goldschmiedekunst im Komitat Fejér. IV–V, 1963–64. p. 135–140. t. XXXVII–XLI.

ornament fand in der ungarischen Goldschmie­dekunst allgemeine Verwendung, hatte aber durch die Umgestaltung und Anpessung an die ungarische Wesensart eine ganz eigene Note erhalten. Bertalan Weigl z. B. verstand es vor­züglich das Muster meisterhaft zu gestalten. Doch erscheint diese Art des Ornamentes auch bei zahlreichen anderen Goldschmiedearbeiten jener Zeit. Üppiges Blättergeranke mit geflü­gelten Engelsköpfen dazwischen bildet die durchbrochene Kuppe des Kelches von Polgár­ai. Dem Kelch von Polgárai kommt nicht nur im verhältnissmässig spärlichen Denkmalgut des 17. Jahrhunderts im Komitat Fejér ein be­deutender Platz zu, sondern auch unter öen kunstgewerblichen Denkmälern dieser Zeit ganz Westungarns. Die Ausgeglichenheit der Formen und die masshaltende Ornamentik sprechen dafür, dass er das Werk eines bedeu­tenderen Meisters ist. Der Abendmahlskelch der reformierten Kirche von Sukoró hatte den Wandel und Wechsel der Zeiten weniger gut überstanden. Eigentlich wurde ein Jahrhundert später ein profaner Pokal aus dem 17. .Jahrhun­dert in einen kirchlichen Kelch umgestaltet. Auf dem Fuss des Kelches, der dem 18. Jahr­hundert angehört ,ist nämlich in Trassierungs­technik ein Liebespaar dargestellt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts fand auch die prawoslawische Goldschmiedekunst im Ko­mitat Fejér fruchtbaren Boden. Sie war bei den 1960 von der Balkanhalbinsel nach Ungarn geflüchteten Südslawen, die sich in verschie­denen Landteilen, so auch im Komitat Fejér niederliessen, beliebt und bevorzugt. Eine klei­nere Gruppe der unter Arsen Csernojevics ein­gewanderten Südslawen Hessen sich in einigen auserwählten Gemeinden des Komitates Fejér nieder. Ausser in Székesfehérvár, wo sie wäh­rend der Türkenherrschaft in dem nach ihnen benannten Stadtviertel — der sog. „Raizen­stadt" — lebten, hatten sie sich auch in Duna­pentele, Adony, Rácalmás niedergelassen. Un­ter den alten Silbergeräten der griechisch-ori­entalischen serbischen Kirche von Rácalmás finden sich auch spätbyzantinische Werke, die für die prawoslawische Kunst kennzeichnend sind. Eines der bedeutendsten Kunstwerke ist ein Ewiges Lient, eine durchbrochene Arbeit mit figuralem Schmuck. (Taf. XL, 1). Eine der figuralen Szenen des zylindrischen, sich nach ben erweiternden Gefässkörpers stellt in einem Blumengeranke den gekreuzigten Christus mit der Gottesmutter und dem Heili­gen Johannes unter dem Kreuze dar. Die stark stilisierten Gestalten sind derart flach, fast nur andeutungsweise modelliert, dass sie über die Grundfläche kaum hervortreten. Die eine der beiden anderen biblischen Szenen — ebenfalls inmitten eines Blumenornamentes — stellt die Verklärung Christi dar; darunter ist sein Einzug in Jerusalem abgebildet. Die Figuren sind im byzantinischen Stil gearbeitet, während das Blumengeranke der türkischen Kunstauffas­sung entspricht. Die Arbeit zeigt jene Stilver­schmelzung der prawoslawischen Kunst, wie sie für die Zeit der Türkenherrschaft auf den Balkan charakteristisch war. Nach dem Abzug der Türken trat ein Um­schwung der Verhältnisse ein. Um die 17— Ï8. Jahrhundertwende sind die ersten Anregungen verzeichnet, die zu dem künstlerischen Auf­schwung im Komitat Fejér führten, der um 1720 begann. Vor allem war es das Wiederbau­en der Kirchen, das zahlreichen Handwerkern Arbeit gab. Die abziehenden Türken Hessen zu­meist niedergebrannte Dörfer zurück. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wissen wir von 15 — zumeist katolische — Kirchen, die neuerrichtet wurden. In den beiden letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts aber nahmen auch die Protestan­ten die günstigen Umstände wahr und Hessen Kirchen erbauen. Als dann gegen Ende des 18. Jahrhunderts das künstlerische Leben im Komitat aufblühte, suchten zahlreiche Künstler, vor allem Archi­tekten das Komitat Fejér auf. Nach Jakab Fell­ner fanden hier auch andere bedeutsame Archi­tekten der Epoche Arbeitsgelegenheit. Fidelio Kasselik, Mihály Pollack, József Hild arbeiteten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Ko­mitat Fejér, um die Mitte des Jahrhunderts war hier Miklós Ybl tätig. Unter den Malern, die am künstlerischen Aufschwung des Komita­tes Fejér mitbeteiligt waren, sind Maul­pertsch, Dorfmeister, Károly Jakoby, József Molnár, János Mihály Hess zu nennen. Auch Goldschmiede wurden beschäftigt: Mihály Gyurakovics (Komárom), Imre Lubisics (Buda). Mátyás Fauser, Márton Üveges (gleichfalls Komárom). József Kojanitz und József Szent­péteri (Pest) dürfen in dem Bericht über das künstlerische Schaffen im Komitat Fejér nicht unerwähnt bleiben. Die Denkmäler der Goldschmiedekunst des Komitates Fejér sind in ihrer Gesamtheit ein­heitlich. Von besonderer Bedeutung ist das Denkmalgut des 18. Jahrhunderts. Viele An­zeichen sprechen dafür, dass zahlreiche Kir­chengemeinden bereits vor dem Bau ihrer, auch gegenwärtig erhaltenen Kirchen die Goldschmie­de mit der Anfertigung kirchlicher Silbergeräte beauftragten. Dies scheint auch die Datierung der Gbldschmiedearbeiten zu bestätigen. Infolge des grossen Aufstieges blieben viele köstliche Goldschmiedekunstwerke erhalten, die die ver­schiedenen Kunstrichtungen des 18. Jahrhun­dert z. B. Barock, Rokoko, Louis XVI. gleicher­weise gut vertreten. Die auf uns überkommenen Goldschmiedear­beiten zeigen deutlich die Beziehungen der Kirchengemeinden zu den Goldschmiedemeis­136

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